Fünf ist ein 2012 erschienener Kriminalthriller von Ursula Poznanski. Es handelt sich um den ersten Teil von Poznanskis Reihe um das Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger. 2013 erschien der Nachfolger Blinde Vögel; alle Bücher der Reihe wurden von Wunderlich verlegt.

Gegenstand der Handlung ist einerseits eine Serie von brutaler werdenden Morden und Entführungen, die vom Täter auf makabre Weise mit dem Thema Geocaching verbunden werden – z. B. sind Rätsel um die nächsten Hinweise gemeinsam mit abgetrennten Körperteilen in Caches versteckt –, andererseits die persönlichen Erfahrungen und Traumata, gegenwärtig wie vergangen, der Protagonistin Kaspary.

Inhalt Der Thriller erzählt mit personalem Erzähler aus Beatrice Kasparys Perspektive, allerdings in dritter Person. Bis auf eine Szene aus ihrer Vergangenheit (Evelyn) wird Präteritum verwendet. Insgesamt ist das Buch in einen Prolog und sieben weitere Teile gegliedert, die sich in ihrer Länge stark unterscheiden.

N47°35.285 E013°17.278 Die Salzburger LKA-Ermittler Beatrice Kaspary und Florin Wenninger werden zu einer Kuhweide gerufen, auf der eine tote Frau liegt, offenbar von einer Klippe weiter oben gestoßen. Die Tote entpuppt sich als Nora Papenberg; auf ihren Fußsohlen – einer sehr schmerzempfindlichen Stelle – sind ebenjene Koordinaten eintätowiert, die den Titel des Romanteils ergeben. Sie wurde von ihrem Mann Konrad Papenberg schon fünf Tage vor ihrem Tod als vermisst gemeldet, was Beatrice und Florin merkwürdig vorkommt.

Als die Polizisten den Koordinaten folgen, entdecken sie nach einigem Suchen eine Box, die genau so aussieht und versteckt ist wie ein Geocache. Der Inhalt der Box ist weniger üblich: Neben zwei Zetteln mit Botschaften befindet sich in der Dose eine eingeschweißte, mit einer Säge abgetrennte Hand.

Auf dem ersten Zettel werden Außenstehende gebeten, die Dose zu ignorieren; der andere wurde, wie sich später herausstellt, von Nora Papenberg, dem ersten Opfer, verfasst. Inhalt ist ein Rätsel, das den nächsten gesuchten Zeugen indirekt beschreibt, ohne hilfreiche Hinweise für die Polizei zu nennen. Stattdessen lauten die Informationen, dass er Christoph heißt, vor fünf oder sechs Jahren in einem Salzburger Chor Schuberts Messe in As-Dur gesungen hat sowie blaue Augen und ein auffälliges Muttermal hat. Mithilfe des neuen Kollegen, Stefan Gerlach, der sich darüber hinaus mit dem Thema Geocaching auskennt, stoßen sie auf Christoph Beil, der auf die Beschreibungen zutrifft. Obwohl er aufgeweckt reagiert, als die Ermittler ihm ein Foto von Nora Papenberg zeigen, und Beatrice sich daher einer Verbindung sicher ist, behauptet er, sie nicht zu kennen.

Da der Täter – oder die Täterin (schließlich wurde das Rätsel in Papenbergs Handschrift verfasst) – Geocaches versteckt und sich mit dem in der Szene einschlägigen Kürzel TFTH (Thanks for the Hunt) für „die Jagd“ bedankt, wird er von der Polizei ab jetzt Owner genannt.

Darüber hinaus ergibt die Befragung von Papenbergs Arbeitsplatz keine Ergebnisse, außer, dass Papenberg bei einer Firmenfeier nach einem Anruf bestürzt wirkte und schnell nach Hause fahren wollte. Dafür können die Protagonisten mithilfe der Daten von Christoph Beil – in diesem Fall sein Geburtsjahr – die nächsten Koordinaten berechnen.

N47°50.738 E013°15.547 Auch bei den nächsten Koordinaten befindet sich ein Cache, diesmal ist die linke Hand verpackt, und erneut enthält die Box eine Notiz von Nora Papenberg. Die Hinweise führen die Polizei deutlich schneller als beim ersten Mal zum nächsten Zeugen, Bernd Sigart, einem ehemaligen Tierarzt. Auch er gibt an, keine der beiden Personen zu erkennen, die bisher im Fall auftauchten.

Im Rätsel wird er vom Owner als Verlierer beschrieben, und seine Geschichte wird angerissen: Er war einige Jahre zuvor mit seiner Familie, Frau und drei Kinder, in einer Holzhütte im Wald im Urlaub, als er – damals noch praktizierender Tierarzt – zur Geburt eines Fohlens gerufen wurde. Während er weg war, fing der durch die Hitze staubtrockene Wald zu brennen an. Die Hütte, in der sich die Familie bis auf Sigart befand, brannte nieder und hinterließ keine Überlebenden. Obwohl Brandstiftung ausgeschlossen werden konnte, wurde festgestellt, dass die Haustür versperrt war. Wegen des Vorfalls – und nicht zuletzt, weil er sich selbst die Schuld gab – leidet Sigart bis heute an schwerer PTSD und besucht eine Therapie.

Aus dem Namen der Straße, in der er wohnt, finden die Ermittler die nächsten Koordinaten heraus.

N47°48.022 E013°10.910 Erneut heben sie eine Transportbox, diesmal kleiner; sie enthält zwei Ohren. Diese wurden aber nicht wie die Hände mit einer Säge abgetrennt, sondern mutmaßlich mit einer Heckenschere, mindestens eines ante mortem.

Innerhalb der nächsten Tage stellt sich heraus, dass alle Körperteile derselben Person gehören, einem vermissten Lehrer namens Herbert Liebscher. Seine Frau Romana liefert Beatrice und Florin nur die Information, dass Liebscher tatsächlich Geocacher war. Durch Internetrecherche findet Beatrice heraus, dass er jahrelang diesem Hobby nachging, bevor er von einem auf den anderen Tag für anderthalb Jahre Pause machte, um dann allmählich wieder zu starten. Sie sucht sich durch Foren und LIebschers Vergangenheit, um herauszufinden, ob auch Beil oder Papenberg Cacher sind bzw. waren, doch die Angehörigen sowie Browser-Verläufe behaupten das Gegenteil. Stattdessen stößt sie auf den Account Shinigami, der mit Liebscher sieben Caches hob und keinen einzigen alleine. Offenbar handelt es sich hierbei um den Owner, allerdings wurde der Account stets von einem Hotelcomputer aus verwendet. Ein Mitarbeiter kann sich erinnern, an einen Mann mit Vollbart und Glatze.

Mit ähnlicher Vorsicht geht der Owner auch bei allen Tatorten und Fundstücken vor. Nirgendwo finden sich Fingerabdrücke außer die von den Opfern; Fußabdrücke oder Reifenspuren ergeben ebenfalls keinerlei Spuren. Nicht zuletzt schafft der Owner es sogar, Kontakt mit Beatrice persönlich aufzunehmen, indem er ihr immer wieder Textnachrichten sendet – vom Handy Papenbergs, immer wieder minutenweise eingeschaltet, jedes Mal an einer anderen Funkzelle.

Auch im Alltag kommt der Owner Beatrice beunruhigend nahe. Bereits im ersten Kapitel steckte unter Florins Scheibenwischer ein Zettel mit der Aufschrift TFTH, auf einer Heimfahrt scheint sie verfolgt zu werden und meint, einen roten Honda Civic zu identifizieren, das vermisste Auto, das Nora Papenberg gehörte. Auch deswegen gibt sie ihre Kinder, Mina und Jakob, zu ihrer Mutter in deren Gasthof, was ihr Exmann Achim, der bereits mehrmals im Buch nächtliche Anrufe oder aggressive Nachrichten abgab, ihr schwer zum Vorwurf macht. Ohne Kinder kommt es nun häufiger dazu, dass Beatrice bis tief in die Nacht arbeitet und sich in der Wohnung nicht mehr sicher fühlt.

Christoph Beil, der kurz nach dem letzten Cachefund verschwunden war – auch hier scheint ihn wieder ein Anruf aus der Verfassung gebracht und zu einem plötzlichen Aufbruch bewegt zu haben –, wird zudem tot aufgefunden. Er hat Fesselmale an Händen und Füßen – auch Papenberg war mit Kabelbindern gefesselt worden – sowie Würgemale am Hals, als wäre er zweimal gehängt worden, erst beim zweiten Mal erfolgreich.

Da Beil nur kurz nach ihrer Befragung verschwand, besuchen Beatrice und Florin erneut Sigart und bitten ihn, die Wohnung keinen Fremden zu öffnen, Polizeischutz anzunehmen und sich allgemein nicht in Gefahr zu begeben. Sigart, der in seinem Leben keinen Sinn mehr sieht, reagiert jedoch abweisend und akzeptiert weder den Schutz der Polizei noch überhaupt eine Verbindung zwischen ihm und dem Fall. Beatrice bittet ihn, sie dennoch bei Gefahr anzurufen.

Bei einer spätabendlichen Besprechung in der Wache ist es dann auch soweit: Beatrice’ Handy klingelt und sie bekommt scheinbar einen Überfall auf Sigart mit, der vor Schmerzen schreit und die Polizei durchs Telefon anfleht, ihm doch zu helfen. Sofort machen sie sich auf den Weg, kommen jedoch zu spät: Im Flur und der Wohnung befinden sich Blutspuren und Spritzer; anhand der schieren Menge an Blut wird angenommen, dass Sigarts Halsschlagader angeschnitten wurde, und ihm geringe Überlebenschancen attestiert. Von ihm fehlt jedoch jede Spur; stattdessen finden sie im Wohnzimmer sein Handy und – abgetrennt – mehrere seiner Finger.

Für Beatrice wird der Fall immer persönlicher, nicht nur weil er sich als so schwierig herausstellt (das nächste Rätsel können die Polizisten kaum lösen, auch wenn sie sich wegen Beil und Sigart dazu entschließen, etwaige Zeugen vorerst nicht mehr zu befragen), sondern auch, da der Owner offenbar intime Informationen über ein zwölf Jahre altes Trauma von Beatrice hat: Allmählich erfährt man, dass während ihres Psychologie-Studiums ihre gute Freundin Evelyn R. vergewaltigt und ermordet wurde, was Beatrice zum Abbruch des Studiums und Anfangen bei der Mordkommission bewegt hat. Durch Anspielungen in Textnachrichten und die Blumen, die Evelyn bei ihrer Beerdigung aufs Grab gelegt wurden, spuken Beatrice die Bilder nun abermals durch den Kopf.

Daher antwortet sie dem Owner erstmals und fragt im sich anbahnenden Gespräch nach Sigarts Gesundheitszustand, als Antwort erhält sie, dass er noch lebe. Doch weder der forensische Psychologe, der hinzugezogen wurde, noch Gerichtsmediziner Vogt und Kriminaltechniker Drasche schenken dieser Aussage viel Glauben. Beatrice’ Stimmung verschlechtert sich weiter, bevor sie dem Rätsel um Stage 4, also den nächsten Zeugen und damit die nächste Box, näherkommen. Der Owner nimmt die Sache – vermutlich aus Ungeduld – nun selbst in die Hand und schickt ihr per SMS explizite Koordinaten. Trotz umfangreicher Suche ist dort jedoch nichts zu finden.

N47°26.210', E013°12.543' An dieser Stelle liegt stattdessen am selben Abend erst eine übel zugerichtete Leiche. Auch hier sind Fesselspuren von Kabelbinder an Armen und Beinen, aber tiefer als bei Beil. Beatrice und Florin fällt es schwer, zu glauben, aber dieses männliche Opfer wurde bisher am schlimmsten gefoltert: Noch am Leben, wurde in sein Auge 40-prozentige Flusssäure getropft, was die gesamte Höhle verätzte; auch das Lid, das versuchte, den Augapfel zu schützen, ist aufgelöst. Schwächer konzentrierte Säure musste das Opfer offensichtlich auch trinken, was den Ermittlern die Todesursache liefert – eine Sepsis; die inneren Verletzungen brauchten vermutlich dennoch zwei bis drei Tage, um den Tod herbeizuführen.

Mittels seiner Ehefrau Graciella stellt sich der Tote als Rudolf Estermann heraus, der auf Dienstreise war und sich für gewöhnlich nicht bei seiner Gattin meldet. Daher hatte sie ihn nicht vermisst gemeldet. Seine Eckdaten passen auch auf das Rätsel, was Beatrice rechtzeitig zu lösen hoffte: Er verkauft Dinge, die niemand braucht (Abnehmpräparate mit zweifelhafter Wirkung), hat zwei Söhne, von denen einer Felix heißt. Graciella erzählt, dass Estermann kein guter Mann gewesen sei und sie häufig betrogen, manchmal auch geschlagen habe. Mittlerweile berühre er sie oder die Kinder überhaupt nicht mehr. Auch darüber hinaus hatte er wohl hohes Aggressionspotential und war im Alltag nicht nur streit- und gewaltbereit, sondern setzte seine Aggressionen auch in Taten um.

Während der forensische Psychologe und Beatrice sich darin einig sind, dass der Owner bald persönlichen Kontakt mit ihr suchen wird, kann die Polizei aus Estermanns Geburtsort doch noch neue Koordinaten herausfinden und gelangen so zu Stage 4.

N47°54.067 E13°09.205