isaJulia Roesler (* 1978 in Göttingen) ist eine deutsche Filmregisseurin, Theaterregisseurin, Drehbuchautorin und Filmproduzentin.

Leben

Julia Roesler studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der Stiftungsuniversität Hildesheim. Seit ihrem Diplom arbeitet sie als freischaffende Regisseurin. 2006 gründete sie mit der Komponistin und Musikerin Insa Rudolph die freie Theatergruppe werkgruppe2, zu der seit 2009 auch die Dramaturgin Silke Merzhäuser gehört. werkgruppe2 hat seitdem ausschließlich Dokumentartheater-Projekte entwickelt, die dem verbatim theater zugeordnet werden können, immer auf Interviewmaterial basierend und mit einem hohen Anteil an Live-Musik und neuen Kompositionen.

Bis heute hat sie mit werkgruppe2 über 20 Inszenierungen realisiert, wie Polnische Perlen (2014), Die Georgier (2016), Die Ehen unserer Eltern (2018), Überleben (2020) und Hier spricht die Polizei (2024).

2012 war sie Stipendiatin beim Internationalen Forum im Rahmen des Berliner Theatertreffens. In der Kritikerumfrage von Theater Heute wurde sie 2014 zweimal als beste Nachwuchsregisseurin für die Inszenierung Polnische Perlen ausgewählt. Julia Roesler unterrichtet zu Themen des dokumentarisch-künstlerischen Arbeitens und hatte Lehraufträge an der HBK Braunschweig, im Studiengang Applied Theatre am Mozarteum Salzburg, Uni Hildesheim und der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel.

2018 hatte ihr erster Kurzfilm Marina Premiere, den sie mit werkgruppe2 produzierte. Der Film feierte beim Dok Leipzig Premiere und gewann dort die Goldene Taube für den besten deutschen Kurzfilm und den Healthy Workplaces Award der EU. Es folgten zahlreiche internationale Festivaleinladungen. Seitdem entstanden in ihrer Regie die Kurzfilm Fredda Meyer (2021), Anna (2022), und (in Co-Regie mit Insa Rudolph) Schwester Johann Baptist (2024). 2025 feierte ihr erster Kino-Spielfilm Luisa Weltpremiere beim Shanghai International Film Festival, der in Koproduktion von werkgruppe2 filmproduktion, Hanfgarn & Ufer und dem Kleinen Fernsehspiel des ZDF entstanden ist. Deutsche Premiere feierte der Film am 23. Oktober 2025 im Wettbewerb der Internationalen Hofer Filmtage, wo er mit dem Förderpreis Neues Deutsches Kino ausgezeichnet wurde.

Filmografie

Regie Film, Drehbuch, Produktion

2018: Marina, Deutschland, 28 min 2021: Fredda Meyer, Deutschland, 20 min 2022: Anna, Deutschland, 18 min 2025: Luisa, Deutschland, 94 min

Co-Regie Film, Produktion

2024: Schwester Johann Baptist, Deutschland/Kolumbien, 22 min

Regie Theater

2009: Friedland – eine Koproduktion von werkgruppe2 und dem Deutschen Theater in Göttingen 2012: Zirkus – eine Koproduktion von werkgruppe2 und dem Deutschen Theater in Göttingen 2013: Rotlicht – eine Koproduktion von werkgruppe2 und dem Deutschen Theater in Göttingen 2013: Ich und der Esel – eine Produktion von werkgruppe2 2014: Polnische Perlen – eine Koproduktion von werkgruppe2 und dem Staatstheater Braunschweig, gefördert durch den Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes 2014: Blankenburg – eine Koproduktion von werkgruppe2 und dem Oldenburgischen Staatstheater 2014: Erdbeerwaisen/ Căpşunile şi Orfanii – eine Koproduktion von werkgruppe2, Staatstheater Braunschweig und dem Nationaltheater Craiova im Rahmen des internationalen Gesamtprojekts ART OF AGEING der European Theatre Convention 2015: Fliehen & Forschen – eine Koproduktion von werkgruppe2 und dem Staatstheater Braunschweig, gefördert durch den Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes 2016: Offener Himmel – eine Koproduktion von werkgruppe2 und dem Staatstheater Braunschweig 2016: Die Georgier – Stadttheater Ingolstadt 2017: Gypsies. Ein Theaterprojekt zu Roma in Europa – eine Koproduktion des Staatstheater Braunschweig, Nationaltheater Timisoara (RU), Théâtre de la Manufacture Nancy (FR) 2018: Die Ehen unserer Eltern – eine Produktion des Badischen Staatstheaters Karlsruhe in Kooperation mit den Europäischen Kulturtagen 2018: Im Dorf – eine Langzeitbeobachtung, Produktion von werkgruppe2 2020: Überleben – eine Koproduktion von werkgruppe2 und dem Oldenburgischen Staatstheater 2021: Arbeiterinnen / Pracujące Kobiety – Eine Koproduktion von werkgruppe2 mit Schauspiel Essen, Ruhrfestspiele Recklinghausen und Teatr Polski – w podziemiu / Polski Theatre in the Underground 2023: §218 – eine Koproduktion von werkgruppe2 und dem Theater Oberhausen 2024: Hier spricht die Polizei – eine Koproduktion von werkgruppe2, den Ruhrfestspiele Recklinghausen und dem Schauspiel Hannover

Auszeichnungen

2018: Dok Leipzig Bester deutscher Kurzfilm für Marina 2018: Dok Leipzig Healthy Workplaces Award der EU für Marina 2019: Wendland Shorts für die besondere künstlerische Einzelleistung für Marina 2020: Bremer Dokumentarfilm Recherchepreis für Luisa 2021: Filmfest Dresden, Lobende Erwähnung für Fredda Meyer 2022: Kasseler Dokfest, A38-Recherchestipendium für Anna 2025: Internationale Hofer Filmtage, Förderpreis Neues Deutsches Kino für Luisa 2025: Braunschweig International Film Festival, Die Tilda - Bester Film als Regisseurin für Luisa 2025: Braunschweig International Film Festival, Heimspiel Preis für den besten Film mit regionalem Bezug für Luisa

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Hörspielautor Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmproduzent Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1978 Kategorie:Frau