mini|Annalena Müller (2025) Annalena Müller (* 31. Januar 1983 in Mainz) ist eine deutsche Historikerin und Journalistin. Ihre journalistische Berichterstattung über die katholische Kirche führt immer wieder zu Widerstand und heftigen Attacken besonders durch konservative Kirchenkreise in der Schweiz.

Leben Annalena Müller studierte Geschichte, Politikwissenschaften und Soziologie in Mainz und Tours. Sie absolvierte einen Master an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne und wurde 2008 in die Studienstiftung des Deutschen Volkes aufgenommen. 2014 schloss sie ihre Promotion an der Yale University mit einer Studie über Klosterwesen und Staatswerdung in Frankreich ab.

Zwischen 2014 und 2019 war sie Oberassistentin am Departement für Geschichte der Universität Basel. Nach dem Erhalt eines Ambizione-Fellowships durch den Schweizerischen Nationalfonds wechselte sie an die Université de Fribourg, wo sie zur politischen und wirtschaftlichen Macht europäischer Frauenklöster forschte. Sie war außerdem wissenschaftliche Leiterin der Ausstellung «Nonnen. Starke Frauen im Mittelalter» am Landesmuseum Zürich (2020).

Journalismus und Konflikte mit kirchlicher Obrigkeit 2023 wechselte Müller von der Wissenschaft in den Journalismus. Bei kath.ch, dem deutschsprachigen Onlineportal des Katholischen Medienzentrums im Auftrag der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz, machte Müller sich innerhalb weniger Monate einen Namen als Investigativjournalistin, die sich nicht scheute, heiße Eisen anzufassen. Dies führte zu Widerständen von Seiten konservativer Kirchenkreise in der Schweiz.

Bei kath.ch betreute sie u. a. das Dossier zum sexuellen Missbrauch. Schnell wurde sie zur Chefin vom Dienst befördert und sollte laut Vorstand auch die Direktion des Medienzentrums übernehmen. Ein Veto der Schweizer Bischofskonferenz verhinderte im März 2024 ihre Ernennung. Dieser Entscheid wurde später in einer Klarstellung der Schweizer Bischofskonferenz als missverständlich dargestellt, was inzwischen von der Redaktion berichtet wurde.Quelle: https://www.kath.ch/medienspiegel/klaerung-zu-falschdarstellungen-hinsichtlich-der-besetzung-der-leitungsfunktionen-beim-katholischen-medienzentrum-zuerich/

Im Juli 2024 übernahm Müller die Chefredaktion des pfarrblatt, der Zeitung der römisch-katholischen Kirche im Kanton Bern. Sie verhalf dem Printmedium (Auflage 48'000) zu einem modernen Online- und Social-Media-Auftritt und vervielfachte die Reichweite und Zugriffe. Nach einem knappen Jahr an der Spitze des «pfarrblatt» wurde Müller Ende Mai 2025 gekündigt und per sofort freigestellt. Der Schritt, der nach einer Neuaufstellung des Vorstands Anfang Mai erfolgte, kam sowohl für Beobachter als auch das Redaktionsteam völlig überraschend.

Müller ist Bundeshausredaktorin beim Tages-Anzeiger. Als freie Autorin schreibt sie außerdem unter anderem für die Neue Zürcher Zeitung und das Portal feinschwarz.net. Sie hält Vorträge über historische und kirchliche Themen in der Schweiz und in Deutschland.

Schriften (Auswahl) Bücher «Nonnen. Starke Frauen im Mittelalter», Ausstellungskatalog: 2020, (Mitherausgeberin) «From the Cloister to the State: Fontevraud and the Making of Bourbon France», Routledge: 2021. «Monastic Women and Secular Economy in Later Medieval Europe, ca. 1200 to 1500», Routledge: 2024, open access.

Journalistische Artikel (Auswahl) Vitus Huonders letzter Akt: Die Beerdigung des früheren Churer Bischofs zeigt, warum die Kirche in der Schweiz mit Reformen kaum vorankommt, Neue Zürcher Zeitung, 18. April 2024. Gott, Starbucks und gelebte Geschichte: eine Reise zum Ende der Zeit ins Val Müstair, Neue Zürcher Zeitung, 6. August 2024. Die katholische Synode in Rom beschliesst auch mutige Schritte – sind die Bischöfe reformbereit?, Tages-Anzeiger, 27. Oktober 2024. Für einen unabhängigen Kirchenjournalismus, feinschwarz.net, 23. Januar 2025.

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