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Gottlieb Johann Ferdinand Dahlberg (* 9. Dezember 1821 in Lübeck; † 10. April 1891 ebenda) war ein lübeckischer Unternehmer und Mitglied der Bürgerschaft.
Leben Herkunft Ferdinand war ein Sohn von Peter Andreas Dahlberg. Die Familie wohnte in der oberen Hüxstraße 322 und handelte mit wollenen und baumwollenen Garn und Strümpfen. Nach dem Tod seines Vaters führte die Witwe das Geschäft vorerst weiter.
Laufbahn mini|hochkant|Alfstraße 28, 27 und 26
1854 wurde Dahlberg Mitglied der Kaufmannschaft, 1858 schloss er das elterliche Geschäft und gründete die im Commissions- und Speditionshandel angesehen werdende HandlungsfirmaEine Handlungsfirma ist ein Unternehmen, das sich auf den Handel mit Waren spezialisiert. Sie kauft Produkte ein, um diese anschließend weiterzuverkaufen, meist ohne eigene Produktion oder wesentliche Bearbeitung der Waren. Ferd. Dahlberg & Co. mit einem Lager en gros in der Alfstraße 26 (Da sich Im Verlaufe des 19. Jahrhunderts die Quartiers-Hausnummern als immer unpraktischer erwiesen, erließ der Senat am 20. Mai 1884 eine Verordnung, mit der das System der straßenweisen Orientierungsnummern, bei denen eine Straßenseite die ungeraden und die andere die geraden Gegenstücke trägt, für ganz Lübeck, also Innenstadt und Vorstädte, eingeführt wurde. Dieses Nummerierungssystem ist bis heute gültig. In der Alfstraße wurde aus der 36 die 26).siehe Lübecker Hausnummern Namentlich im Handel mit russischen Produkten wie Hanf, Flachs oder Leinsamen.
Mit der Gründung seines Unternehmens verzog man in die Alfstraße 40. Demoiselle Dahlberg verzieht 1859 an den Kohlmarkt Ecke Sandstraße 270, Johannes 1860 in die Königstraße 871. Dahlberg zog 1865 als letzter aus der Alfstraße 40. Er zog zum Brink und 1867 in die neue erbaute Villa Am Burgfeld 2. Seine Familie zog mit seiner Schwester, da das Gebäude in der Sandstraße abgerissen werden sollte, zusammen dorthin.
Das ihm entgegengebrachte Zutrauen seiner Sachkenntnis und seiner Unparteilichkeit, ging aus den Ehrenämtern hervor, zu denen ihn der Senat berief.
In den wichtigen städtischen Verwaltungen ist Dahlberg ein geachtetes und geschätztes Mitglied gewesen und gehörte als Delegierter der Vorstadt St. Gertrud zu denen, welchen die Einrichtung der vorstädtischen Brandassekuranzkasse ihre Entstehung verdankte.
Auf Veranlassung von Ferdinand Fehling und unter Hinzuziehung Johannes Albrecht Suckau hielten am 10. Dezember 1876 Delegierte der drei Vorstädte, Dahlmann und Rud. Carl MüllerRud. Carl Müller war Eigentümer des Gutes Brandenbaum. für St. Getrud, eine Besprechung betreffend der Feuerversicherung der Gebäude (Brandassekuranzkasse) in den Vorstädten. Beschlossen wurde, zur Herbeiführung derselben eine Eingabe an das Brandassecuranzdepartement mit einer Darlegung der Bedingungen und Modalitäten, unter welchen eine solche abgeschlossen werden könne, zu machen.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 18. Jahrgang, Nummer 100, Ausgabe vom 13. Dezember 1876, S. 598.
Nach langem schmerzhaften Krankenlager verstarb am 13. Oktober 1888 sein Bruder und Teilhaber Johannes 62-jährigLocal- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 30. Jahrgang, Nummer 83, Ausgabe vom 14. Oktober 1888, S. 502. und Ferdinand war von nun an der alleinige Inhaber der Firma.
Nach schwerem Krankenlager verstarb er 69-jährig.
Kaufmannschaft Durch den Senats-Protokoll-Auszug vom 5. Februar 1876 wurde die Handelskammer dazu aufgefordert, sich gutachtlich über einen Bericht und Antrag zu äußern, den die Senats-Commission für Zoll-Angelegenheiten an den Senat gerichtet und der die Erhöhung der für die Benutzung der öffentlichen Niederlage zu zahlenden Lagergeldes zum Gegenstand hat. Sie bildete hierfür aus Dahlberg, Johann Andreas Wolpmann, Paul Ernst Reimpell, Heinr. Ferd. Friedr. Schweighoffer und Carl Hinrich Friedrich Buck eine Kommission.Versammlung der Handelskammer. In: Lübeckische Blätter, 18. Jahrgang, Nummer 15, Ausgabe vom 20. Februar 1876, S. 90–91. Auf der Versammlung des 21. Juni 1876 wurden für den aus der Kammer scheidenden Dahlberg Georg Carl Hahn, Joach. Heinr. Heitmann und Aug. Heinr. Pet. Wohlert vorgeschlagen.Versammlung der Handelskammer. In: Lübeckische Blätter, 18. Jahrgang, Nummer 50, Ausgabe vom 21. Juni 1876, S. 290–291.
An Stelle des abtretenden zweiten Stellvertreters des Präses, Dahlberg, wurde Heinrich Mann im Juli 1876 für die beiden nächsten Jahre gewählt.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 18. Jahrgang, Nummer 54, Ausgabe vom 5. Juli 1876, S. 312.
Ende Juni 1877 sollte die Neuwahl der des Präses stattfinden. Zur Auswahl standen Amtsinhaber Suckau, Carl William Freese und Dahlberg.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 19. Jahrgang, Nummer 45, Ausgabe vom 6. Juni 1877, S. 252. Zur Wahl erschienen am 22. Juni 1877 93 Mitglieder. Suckau erhielt 75, Freese 7 und Dahlberg 11 Stimmen.Bürgerschaftswahl. In: Lübeckische Blätter, 19. Jahrgang, Nummer 50, Ausgabe vom 24. Juni 1877, S. 283.
Für die am 28. Juni 1878 stattfindenden Neuwahlen wurden am 14. Juni den ordnungsgemäß aus der Handelskammer abtretenden Heinr. Phil. Christ. Kasch Dahlberg, Heinrich Theodor Buck und Wilhelm Fehling vorgeschlagen.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 20. Jahrgang, Nummer 48, Ausgabe vom 16. Juni 1878, S. 284. Der Präses hieß am 2. Juli die Neuerwählten Mitglieder der Kammer willkommen. Diese unterzeichneten den nach § 11 der Kaufmanns-Ordnung erforderlichen Revers.Versammling der Handelskammer. In: Lübeckische Blätter, 20. Jahrgang, Nummer 55, Ausgabe vom 10. Juli 1878, S. 322. Im Juli 1879 wurde Dahlberg dem Börsenausschuss, sowie Dahlberg und Friedrich Heinrich Bertling dem Schifffahrtsausschuss der Kammer zugeteilt.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 21. Jahrgang, Nummer 55, Ausgabe vom 9. Juli 1879, S. 320. Im Juli 1881 wurde Dahlberg an Stelle von Georg Wilhelm Stange zum ersten Stellvertreter des Vorsitzenden der Handelskammer erwählt.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 23. Jahrgang, Nummer 54, Ausgabe vom 6. Juli 1881, S. 312. Fehling ersetzte ihn 1883.Handelskammer. In: Lübeckische Blätter, 25. Jahrgang, Nummer 51, Ausgabe vom 27. Juni 1883, S. 299–300. Zur Ergänzungswahl der Mitglieder der Handelskammer am 27. Juni 1884 wurden für Joh. Aug. Ernst Kayser Dahlberg, Reimpell und Carl Stolterfoth vorgeschlagen.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 26. Jahrgang, Nummer 43, Ausgabe vom 28. Mai 1884, S. 268. Auf jener Versammlung wurde Hermann Lange mit 35 Stimmen an Stelle von Dahlberg gewählt.Versammlung der Kaufmannschaft. In: Lübeckische Blätter, 26. Jahrgang, Nummer 52, Ausgabe vom 29. Juni 1884, S. 323.
In der Versammlung am 10. November 1879 wurde ein Schreiben des Dampfschiffsreeders Henry Koch vom 8. vorgelegt. In jenem erbot er sich von Neuem, die Dampfschiffe der Handelskammer zu kaufen und dagegen gewisse Verpflichtungen hinsichtlich des Bugsierdienstes zu übernehmen. Man verwies die Vorlage an den Bugsierausschuss und beschloss diesen durch die Handelskammermitglieder Stange, Lange, Bertling und Dahlberg zu verstärken.Versammlung der Handelskammer. In: Lübeckische Blätter, 21. Jahrgang, Nummer 93, Ausgabe vom 19. November 1879, S. 526.
Am 21. November 1880 wurde Dahlberg zum Mitglied der neuen Kommission zur Beratung der Frage der Einrichtung einer Kaufleute-Witwen-Kasse gewählt.Versammlung der Kaufmannschaft. In: Lübeckische Blätter, 22. Jahrgang, Nummer 93, Ausgabe vom 21. November 1880, S. 538–539.
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Am 27. Februar 1874 wurde an Stelle des ausscheidenden Dahlberg Friedrich Ewers zum Mitglied des Verwaltungsrates gewählt.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 16. Jahrgang, Nummer 17, Ausgabe vom 1. März 1874, S. 108.
Die „Lübecker Dampffschifffahrts-Gesellschaft“ ist unter der Direktion der Herren August Rehder, Hans Joach. Damm und W. Schernikau stehende „Hanseatische Dampffschifffahrts-Gesellschaft“ erweitert worden. Diese sollte eine regelmäßige Dampfschifffahrt zwischen Lübeck und den nordischen Ländern – Petersburg, Reval, Riga und Libau – herstellen. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 14. Jg., Nummer 8, Ausgabe vom 28. Januar 1872, S. 40. Auf der Generalversammlung am 27. März 1880 wurde an Stelle von Suckau Dahlberg zum Revisor erwählt.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 22. Jahrgang, Nummer 25, Ausgabe vom 28. März 1880, S. 152.
An Stelle des verstorbenen Christ. Arn. Behn wurde Dahlberg zum Mitglied der Direktion der Lübeck-Büchener Eisenbahn-Gesellschaft gewählt. An dessen Stelle im Ausschuss erwählte man Emil Wolpmann.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 22. Jahrgang, Nummer 30, Ausgabe vom 14. April 1880, S. 180.
Auf der Generalversammlung der Deutschen Lebensversicherungsgesellschaft zu LübeckDie Deutsche Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Lübeck ist 1828 gegründet worden. Als Aktiengesellschaft wurde sie 1927 von der Allianz übernommen. am 8. Mai 1884 wurde an Stelle des verstorbenen Senators Schroeder Dahlberg zum Mitglied des Aufsichtsrates gewählt.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 26. Jahrgang, Nummer 38, Ausgabe vom 11. Mai 1884, S. 240. Auf der Generalversammlung nach Dahlbergs Tod wurde an seine Stelle Buck erwählt.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 33. Jahrgang, Nummer 37, Ausgabe vom 10. Mai 1891, S. 226.
Dahlberg war Aufsichtsratsmitglied bei der Commerz-Bank. Als solches führte er am 21. Juni 1886 in Vertretung des erkrankten Senators Johannes Fehling auf der Generalversammlung, zu der 69 Aktionäre erschienen waren, den Vorsitz. Er stellte den gedruckt vorliegenden Statuten-Entwurf erneut zur Beratung. Mit unwesentlichen Veränderungen wurde er angenommen. Bei den im Anschluss vorgenommenen Wahlen wurde Dahlberg mit über 1800 Stimmen gewählt. Der beschlossene Entwurf trat, sobald die Eintragung ins Handelsregister erfolgt war, am 1. Juli in Kraft.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 28. Jahrgang, Nummer 44, Ausgabe vom 22. Juni 1886, S. 256. Auf der Generalversammlung am 25. Februar 1892 wurden im Aufsichtsrat für den verstorbenen und Robert Peacock Georg Arnold Behn und Alfred Brattström gewählt.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 34. Jahrgang, Nummer 17, Ausgabe vom 28. Februar 1892, S. 104.
Auf der Generalversammlung der Lübecker Seeversicherungs-Gesellschaft von 1859 am 25. März 1888 wurde Dahlberg an Stelle von Tegtmeyer in den Aufsichtsrat gewählt.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 30. Jahrgang, Nummer 26, Ausgabe vom 26. März 1888, S. 152.
Politik Nachdem die Handelskammer an den Senat 1874 den Antrag auf Bildung einer gemeinsamen Kommission von Mitgliedern beider Körperschaften zur Beratung der Förderung der Hafenbauten gerichtet hatte, ging dieser auf diesen ein und delegierte zu jenem die Senatoren Johann Daniel Eschenburg, Wilhelm Brehmer und Hermann Rittscher. Die Handelskammer entsandte Suckau, Dahlberg und Joh. Heinr. Wilh. Hamann. In seinem Antwortschreiben erklärte der Senat, dass die Kommission ihre Aufmerksamkeit auch auf die Erbauung einer direkten Eisenbahn nach Travemünde, zu welcher sich die LBEG bereiterklärt hätte, zu richten habe.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 16. Jahrgang, Nummer 48, Ausgabe vom 17. Juni 1874, S. 284.
Bei der Bürgerschaftswahl am 20. Juni 1877 für den I. Wahlbezirk (Jakobi Quartier und Vorstadt St. Gertrud) wurde er in die Bürgerschaft, der er seit 1859 angehörte, als einer der sieben Vertreter wiedergewählt. Von 1255 Bürgern übten 206 ihr Wahlrecht aus. Dahlberg erhielt 168 Stimmen.Bürgerschaftswahl. In: Lübeckische Blätter, 19. Jahrgang, Nummer 49, Ausgabe vom 20. Juni 1877, S. 252.