Die Landshuter Literaturtage sind eine von der Abteilung Kultur der Stadt Landshut organisierte Literaturreihe. Sie finden im Rhythmus von zwei Jahren im November statt.

Konzept Die Stadt Landshut richtet seit 1996 die „Landshuter Literaturtage“ aus. Thematisiert wurde bei den ersten 14 Auflagen (bis 2010) das Werk einer Schriftstellerin beziehungsweise eines Schriftstellers mit Bezug zu Landshut. Seit 2011 ist die Veranstaltung thematisch geleitet und befasst sich mit Literatur und den Zusammenhängen von Literatur und Gesellschaft. Im Fokus stehen dabei stets Themen, die auch einen Bezug zu Stadt und Region haben. Soweit möglich werden auch Autoren mit biographischem oder literarischem Bezug zu Landshut eingebunden. Ganz bewusst also reflektieren die „Landshuter Literaturtage“ seit Bestehen ihren Standort als regionale Kulturveranstaltung. Die Veranstaltungsreihe verlief anfangs über wenige Tage, aktuell über rund drei Wochen.

Geschichte 2024 – 22. Auflage der Literaturtage Beschreibung: Bei den Literaturtagen 2024 wurden Bücher und Texte vorgestellt, die mit konstruktivem Ansatz an die Themen der Zeit herangehen und zeigen, dass Risse in Biografien, aber auch in der Gesellschaft, mit positiver Energie geheilt werden können.

Motto: „Geht doch! Bücher, die Mut machen“

Zeitraum: 9. bis 28. November 2024

Mitwirkende/Akteure: Peter Tauber, Lisa Gusel, Andrea Petković, Hasnain Kazim, Laura Hybner, Thomas Ecker, Oliver Karbus, Ella Schulz, Martin Kubetz, Sara Brandhuber, Raoul Schrott, Christian Muggenthaler, Sabine Böhne-Di Leo

2022 – 21. Auflage der Literaturtage Beschreibung: Die Veranstaltungen der Landshuter Literaturtage 2022 kreisten um die verschiedensten Formen von Tagebüchern – private und literarische, aktuelle und historische sowie solche, welche die Grenzen des Genres überschreiten. Der Bogen wurde vom Selbstversuch am Eröffnungsabend über gefälschte Tagebücher, geheime Aufzeichnungen, Romane und Reiseberichte bis hin zu lokalhistorischen Entdeckungen gespannt.

Motto: „Die Seiten des Lebens“

Zeitraum: 4. bis 20. November 2022

Mitwirkende/Akteure: Doris Dörrie, Moritz Katzmair, Philipp Seidel, Thomas Ecker, Christian Gerhaher, Dieter Borchmeyer, Bernhard Setzwein, Christian Muggenthaler, Bernhard Lübbers, Gunnar Cynybulk, Titus Müller, Bernhard Bachem, Hans-Peter Schneider, Verena Roßbacher, Willi Winkler, Philipp Seidel, Lisa Gusel

2020 – 20. Auflage der Literaturtage Motto: „In Zukunft. 16 Tage 16 Visionen“

Vom 19. November bis zum 4. Dezember 2020 ging es um Fragen, wie sich verschiedene Generationen Zukunft vorstellen und vorgestellt haben. Wegen der Einschränkungen durch das Geschehens rund um das Corona-Virus fanden die Veranstaltungen im digitalen Raum statt. Soweit Veranstaltungen stattfanden, sind im Internet entweder als Video präsent wie Ingo Schulzes Lesung oder als Audio-Podcast, etwa mit Oliver Karbus, der Texte aus der Vergangenheit über die Zukunft las.

Mitwirkende: Julia Prechsl, Lisa Gusel, Markus Mayer, Laura Lichtblau, Bernhard Lübbers, Heidi Prax, Thomas Ecker, Oliver Karbus, Karl Olsberg, Sina Trinkwalder, Ingo Schulze, Christian Muggenthaler

2018 – 19. Auflage der Literaturtage Beschreibung: Im Rahmen der 19. Landshuter Literaturtage erfolgte eine programmatische Erweiterung des bisherigen Konzepts über die regionale Perspektive hinaus hin zu einer bewusst europäischen Ausrichtung. Inspiriert vom grenzüberschreitenden Blick literarischer Autorinnen und Autoren sollte Europa in seiner kulturellen Vielfalt erfahrbar gemacht werden. Die Literaturtage verstanden sich als Plattform, um die Verflechtungen von Regionen, Sprachen und Migrationserfahrungen literarisch und diskursiv zu beleuchten. Das Programm legte besonderen Wert auf dialogische Formate: Im Zentrum standen nicht allein Lesungen, sondern auch Gespräche mit den eingeladenen Schriftstellerinnen und Schriftstellern über Themen wie Mehrsprachigkeit, Migration und gesellschaftlichen Wandel. Dabei blieb die kreative Beteiligung regionaler Akteure, insbesondere aus Landshut, ein konstitutiver Bestandteil der Veranstaltung.

Motto: „Europa liest sich gut! Literatur aus und über Europa“

Zeitraum: 3. bis 25. November 2018

Mitwirkende/Akteure: Sebastian Schnoy, Rainer Liedtke, Harald Grill, Ana Zirner, Francesca Melandri, Monika Maron, Jarolsav Rudiš, Su Turhan, Oliver Karbus, Catalin Dorian Florescu, Heidi Prax, Lisa Gusel

2016 – 18. Auflage der Literaturtage Beschreibung: Die 18. Landshuter Literaturtage widmeten sich dem Thema „Heimatkrimi“ – einer Literaturgattung, die Regionalität, Bedrohliches und Bekanntes miteinander verbindet und große Beliebtheit genießt. Statt eines einzelnen Autors wurde diesmal ein Genre umfassend beleuchtet: von literaturwissenschaftlicher Einordnung über Vermarktung und Verfilmungen bis hin zu kritischen Diskussionen. Neben der Analyse gab es viele Gelegenheiten, Heimatkrimiautoren aus der Region persönlich kennenzulernen. Eine Ausstellung zeigte die Region als Krimi-Landschaft.

Motto: „I war’s ned! Heimatkrimis aus Ostbayern“

Zeitraum: 4. November bis 4. Dezember 2016

Mitwirkende/Akteure: Denis Scheck, Markus Flexeder, Sigi Zimmerschied, Emanuel Socher-Jukic, Katharina Bennefeld-Kersten, Christian Muggenthaler, Stefan Betz, Richard Dübell, Günther Frühmorgen, Katharina Gerwens, Christian Limmer, Raimund A. Mader, Wolf Schreiner, Schwafi, Lisa Gusel, Mario Tamme, Heidi Prax, Sebastian Hofmüller, Greulix Schrank, Dirk Niefanger

2014 – 17. Auflage der Literaturtage Beschreibung: Bei den 17. Landshuter Literaturtagen 2014 stand Martin Sperr im Mittelpunkt, ein wichtiger Vertreter des kritischen Volkstheaters. Die Veranstaltungen beleuchteten seine bekannten Werke wie „Jagdszenen aus Niederbayern“, aber auch weniger bekannte Texte und private Facetten seines Lebens. Sperr zeigte in seinen Stücken die dunklen Seiten der Gesellschaft und wollte zum Nachdenken anregen, nicht schockieren.

Motto: „Martin Sperr (1944-2002) und das Volkstheater“

Zeitraum: 5. bis 30. November 2014

Mitwirkende/Akteure: Christoph Nußbaumeder, Christiane Blumhoff, Sarah Camp, Joseph Hannesschläger, Rainer Haustein, Katharina Elisabeth Kram, Bettina Mittendorfer, Enzi Fuchs, Eos Schopohl, Karlheinz Braun, Christoph Leibold, Oliver Karbus, Christian Muggenthaler, Lisa Gusel, Jochen Schölch, Mathias Paintner

2012 – 16. Auflage der Literaturtage Motto: „Emerenz Meier (1874-1928) und die Auswanderung nach Amerika“

Als Tochter einfacher Verhältnisse rang Emerenz Meier wie andere Autoren ihrer Generation mit den Widerständen ihrer Herkunft. Früh literarisch tätig und von gebildeten Förderern unterstützt, blieb ihr der Erfolg als Autorin weitgehend verwehrt. Ihre Werke zeichnen sich durch die Darstellung von Außenseitern in der harten Lebenswelt des Bayerischen Waldes aus und heben sie deutlich von traditioneller Heimatliteratur ab. Die Literaturtage vom 7. bis 28. November 2012 thematisierten sowohl ihre literarische Produktion als auch ihre Erfahrung der Migration in die USA. Eine von Christian Muggenthaler organisierte Ausstellung über Emerenz Meier im Rathausfoyer begleitete die Literaturtage.

Mitwirkende: Hans Göttler, Stefan Lang, Max Seefelder, Marlene Eberwein, Matthias Klimmer, Maria Magdalena Rabl, Dieter Fischer, Ina Meling, Hansi Anzenberger, Katharina Schwägerl, Michaela Stögbauer, Kurt Schürzinger, Lisa Gusel, Friedemann Fegert, Anke Bär, Michaela Karl, Christian Muggenthaler, Miroslav Nemec, Mathias Paintner, Reinhart Hoffmann

2011 – 15. Auflage der Literaturtage Beschreibung: Die 15. Landshuter Literaturtage widmeten sich dem Werk und Wirken des bayerischen Schriftstellers Harald Grill (* 1951), der als eine der bedeutendsten literarischen Stimmen des Freistaats gilt. Grill zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Gattungsvielfalt aus: Sein Schaffen umfasst Lyrik, Theaterstücke, Romane und Essays. Neben seiner literarischen Tätigkeit engagiert er sich pädagogisch in Schulen und setzt sich entschieden für den Erhalt des bairischen Dialekts als eigenständige, literarisch produktive Sprache ein. Grill versteht seine schriftstellerische Arbeit zugleich als politischen Akt: Sein Eintreten für den Schutz traditioneller Natur- und Kulturlandschaften verweist auf ein umfassendes Heimatverständnis. Charakteristisch für seine Persönlichkeit ist zudem eine bewusste Abkehr von Beschleunigung und Oberflächlichkeit. Die Literaturtage machten die verschiedenen Facetten dieses vielfach ausgezeichneten Autors sichtbar und thematisierten gleichzeitig den gesellschaftlichen Stellenwert des Dialekts in Literatur und Bildung – in einem offenen, lebensnahen Dialog zwischen Autoren, Publikum und Veranstaltern.

Motto: „Harald Grill und der bairische Dialekt“

Zeitraum: 7. bis 30. November 2011

Mitwirkende/Akteure: Reinhard Wittmann, Christian Muggenthaler, Gerald Huber, Eva Sixt, Titus Horst, Ludwig Zehetner, Maria Magdalena Rabl, Hansi Anzenberger, Hans Göttler, Mathias Paintner

2010 – 14. Auflage der Literaturtage Beschreibung: Im Rahmen der Landshuter Literaturtage wurde die vielfach ausgezeichnete Autorin Mirjam Pressler gewürdigt, die zu den herausragenden Persönlichkeiten der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur zählt. Nach einer frühen Ausbildung in Malerei und Sprachen begann Pressler 1979 Kinder- und Jugendbücher zu veröffentlichen, wobei ihr Werk sich insbesondere durch die Auseinandersetzung mit Themen beschädigter Kindheiten auszeichnet. Parallel etablierte sie sich als bedeutende Übersetzerin aus dem Hebräischen, Englischen und Niederländischen. Seit den frühen 1990er Jahren rückte das Schicksal jüdischer Kinder im Holocaust verstärkt in den Fokus ihres Schaffens; Anne Frank wurde dabei zur zentralen Symbolfigur. Presslers Arbeiten sind zudem geprägt von der literarischen Verarbeitung klassischer Stoffe und einem konsequenten Einsatz für kulturelle Verständigung. Ihre Wahlheimat Landshut bot ihr den Rahmen für eine intensive Beteiligung an über einem halben Dutzend Veranstaltungen, die im Austausch mit internationalen Gästen und lokalen Akteuren stattfinden.

Motto: „Mirjam Pressler“

Zeitraum: 12. November bis 10. Dezember 2010

Mitwirkende/Akteure: Mirjam Pressler, Lizzie Doron, Gabriele von Glasenapp, Frank Griesheimer, Gerti und Buddy Elias, Wolfgang Niess, Hermann Ruch, Georg Braun, Cornelia Feldkamp, Gebine Schad, Claudia Käsbauer, Petra Reinert, Lisa Gusel, Heike Seiler, Ottilie Kirschner, Georg Braun, Oberstufentheatergruppe des Hans-Carossa-Gymnasiums, Klasse 10d der Staatlichen Realschule Landshut, Schülerinnen der Fremdsprachenschule, Jugendleseclub der Stadtbücherei Landshut

2009 – 13. Auflage der Literaturtage Beschreibung: Reiner Kunze (* 1933 in Oelsnitz/Erzgebirge) ist bekannt als politischer Lyriker, dessen Werke eine zunehmende Distanz zum DDR-Regime zeigen. Trotz seiner politischen Themen betonte er, dass es ihm um die Verteidigung des einzelnen Menschen ging. Die Landshuter Literaturtage würdigten Kunzes vielseitiges Werk, das neben Lyrik auch Fotografien und Kinderbücher umfasst.

Motto: „Reiner Kunze“

Zeitraum: 5. November bis 9. Dezember 2009

Mitwirkende/Akteure: Reiner Kunze, Oberstufentheatergruppe des Hans-Carossa-Gymnasiums, Pluskurs Literatur des Hans-Leinberger-Gymnasiums, Hubertus Hierl, Andreas Rödder, Wolfgang Frühwald, Heiner Feldkamp

2008 – 12. Auflage der Literaturtage