Der Mann mit der Stahlkralle (Originaltitel: Rolling Thunder) ist ein US-amerikanisches Filmdrama des Regisseurs John Flynn aus dem Jahr 1977. Das Drehbuch stammt von Paul Schrader und Heywood Gould, basierend auf einer Geschichte von Schrader. Der Film handelt von einem Vietnamkriegsveteranen, der sich nach seiner Heimkehr auf einen Rachefeldzug gegen Verbrecher begibt, die seine Familie ermordet haben.

Handlung 1973 kehrt US-Air-Force-Major Charles Rane mit US-Army-Master Sergeant Johnny Vohden und zwei weiteren Soldaten nach San Antonio, Texas, zurück, nachdem er sieben Jahre als Kriegsgefangener in Hanoi verbracht hat. Er findet ein völlig anderes Zuhause vor als das, das er verlassen hatte: Sein Sohn Mark erinnert sich nicht mehr an ihn, und seine Frau Janet ist mit dem örtlichen Polizisten Cliff Nichols verlobt. Rane akzeptiert dies stoisch. Er versucht, eine väterliche Beziehung zu Mark aufzubauen, wirkt aber emotional unbeteiligt. Bei einer großen Heimkehrzeremonie erhält Rane neben einem roten Cadillac auch 2.555 Silberdollar – einen für jeden Tag seiner Gefangenschaft und einen als Glücksbringer. Überreicht wird dieses Präsent durch die attraktive Linda Forchet, die sein ID-Armband jeden Tag trug, als er in Vietnam war. Linda macht ihm später Avancen, doch Rane bleibt zurückhaltend.

Als Rane eines Tages nach Hause zurückkehrt, erwarten ihn vier Kriminelle aus Mexiko: „The Texan“, „Automatic Slim“, „T-Bird“ und „Melio“. Nachdem sie im Fernsehen einen Bericht über seine Heimkehrzeremonie gesehen haben, foltern sie Rane, damit er die Silberdollar herausgibt. Rane reagiert nicht und hat Rückblenden zu seiner Folter in Hanoi. Die Bande stößt daraufhin Ranes Hand in den Abfallzerkleinerer der Küchenspüle. Janet und Mark kommen ins Haus und werden von den Gangstern als Geiseln genommen. Nachdem Mark die Dollars herausgibt, um das Leben seines Vaters zu retten, erschießt die Bande die Familie und lässt sie sterbend zurück; Rane überlebt, seine Frau und sein Sohn jedoch nicht. Er hat die rechte Hand verloren, sie wird durch eine Hakenprothese ersetzt.

Rane erholt sich in einem Krankenhaus, wo ihn Linda und Vohden besuchen. Er verheimlicht die Identität seiner Angreifer und bereitet sich auf Rache vor. Nach seiner Entlassung sägt er eine doppelläufige Schrotflinte ab, die Mark und Cliff ihm geschenkt hatten, und schärft die Hakenprothese, die seine rechte Hand ersetzt. Linda begleitet ihn nach Mexiko, ohne von seinen wahren Absichten zu wissen.

Linda und Rane kommen sich unterwegs näher; Linda erzählt von ihrer Jugend als Tomboy, und Rane erzählt von Dingen, die er vor dem Krieg mochte. In einem Motel in El Paso erleben die beiden einen intimen Moment, in dem Linda versucht, Rane ein letztes Mal von seiner Rache abzubringen. Er lässt die schlafende Linda mit einer beträchtlichen Geldsumme im Motel zurück, und obwohl sie zuvor beteuert hatte, die Polizei zu rufen, kann sie sich nicht dazu durchringen.

Inzwischen hat Cliff den abgesägten Lauf der Schrotflinte gefunden. Mithilfe seiner Polizeikontakte findet er Ranes Auto und reist ihm hinterher. Wenig später wird er von Mitgliedern der Bande erschossen.

Nachdem er die Mörder bei einem Besuch in einem Bordell in Juárez beobachtet hat, besucht Rane in voller Uniform Vohden in seinem Haus in El Paso und stellt fest, dass auch dieser emotional von seiner Familie distanziert ist. Als er von Ranes Plan hört, zieht auch Vohden sofort seine Uniform an und ist bereit zu gehen, ohne Fragen zu stellen. Sie fahren zu dem Bordell, und es beginnt eine blutigen Schießerei, bei der der Texaner, T-Bird, Melio und mehrere andere Männer erschossen werden, bevor es zum endgültigen Duell zwischen Rane und Automatic Slim kommt. Rane tötet ihn und schießt dann emotionslos mehrmals auf ihn. Blutend und verwundet taumeln Rane und Vohden, sich gegenseitig stützend, aus dem Bordell.

Produktion Der Film wurde in 31 Tagen in San Antonio, Pearsall und Del Rio, Texas, gedreht. Eine Drehgenehmigung für die Lackland Air Force Base wurde verweigert, sodass die Eröffnungssequenz stattdessen auf einem nahegelegenen Zivilflughafen gedreht wurde. Kameramann war Jordan Cronenweth. Flynn. Produziert wurde der Film von Norman T. Herman, wobei Lawrence Gordon als ausführender Produzent fungierte.

Rezeption

Der Mann mit der Stahlkralle wurde in den Vereinigten Staaten am 7. Oktober 1977 veröffentlicht und hatte in sieben weiteren Ländern Premiere. Bei seiner Veröffentlichung erhielt der Film im Allgemeinen positive Kritiken von den Kritikern. Filmemacher Quentin Tarantino bezeichnet Rolling Thunder als einen seiner Lieblingsfilme und beschreibt ihn in seinem Buch Cinema Speculation als „den größten wilden, faschistischen und rachegeschichtlichen Film aller Zeiten“. Das Lexikon des internationalen Films beurteilt Der Mann mit der Stahlkralle als „blutrünstige[n] Film, der das Vietnam-Trauma für eine spektakuläre Selbstjustizgeschichte ausschlachtet.“

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1977 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Actionfilm Kategorie:Thriller