mini|hochkant|Wappen der Hermann von Hermannsdorff (1719) in Siebmachers Wappenbuch mini|hochkant|Wappen der Hermann von Hermannsdorff (1727) in Siebmachers Wappenbuch Hermann oder Herrmann von Hermannsdorff oder auch Herrmannsdorf, bürgerlich Herrmann oder Hermann, ist der Name eines in der Hauptlinie erloschenen schlesisch-böhmischen Briefadelsgeschlechts.

Die Familie ist zu unterscheiden von den gleichnamigen böhmisch-österreichischen Hermann von Hermannsdorf. Eine Stammesverwandtschaft dieser Familien ist nicht auszuschließen.

Geschichte Das Geschlechts wurde am 7. Oktober 1719 mit Johann Michael Hermann, Advokat zu Neisse, und dessen Vetter Elias Hermann, kaiserlich-königlicher Kornett, mit dem Prädikat „von Hermannsdorff“ in den böhmischen Adelsstand erhoben. Letzterer wurde am 8. Dezember 1727 auch in den böhmischen Ritterstand erhoben.Blažek (1894), S. 137. Die beiden beriefen sich auf die erhebung in den Adelsstand ihrer Vorfahren den Vettern Caspar und Jacob Herrmannen, den Kaiser Mathias diesen 1612 verliehen hatte.Nationalarchiv, Böhmische Hofkanzlei, Inv. Nr. 752, Sign. IV D 1, Kt. 441, Johann Michael und Elias (Vettern) Hermann, Nobilitation (Adelstand) mit Prädikat „von Hermannsdorf“, 10. 7. 1719 Nach Johann Sinapius war die Familie in Breslau begütert.Johann Sinapius: Des Schlesischen Adels Anderer Theil Oder Fortsetzung Schlesischer Curiositäten, Leipzig und Breslau 1728, S. 684 (Google Bücher).

Johann Friedrich, der als Bruder des Johann Michael anzunehmen ist, begründete den böhmisch österreichischen Zweig der Familie, dessen Nachkommen 1786, jedoch mit einem unterschiedlichen Wappen in den Ritterstand erhoben wurde.

Eine gesicherte Stammesverwandtschaft der beiden Familien lässt sich urkundlich nicht nachweisen. Da jedoch beide Geschlechter denselben bürgerlichen Namen Hermann sowie das identische Adelsprädikat von Hermannsdorff führten, ist anzunehmen, dass die zeitgenössischen genealogischen Quellen beide Linien nicht durchgehend konsistent voneinander trennten. Einzelne Personeneinträge könnten daher dem jeweils anderen Geschlecht zuzuordnen sein, was eine sichere Unterscheidung auf Grundlage der überlieferten Quellen in vielen Fällen erheblich erschwert oder gar unmöglich macht. Angesichts der Übereinstimmung sowohl des Familiennamens als auch des Prädikats legt die Quellenlage eine gemeinsame Herkunft beider Geschlechter zumindest nahe, ohne dass dies bislang urkundlich belegt werden konnte.

Auch eine Verwandtschaft mit der in Breslau begüterten Familie Herrmann, später Herrmann von bzw. auf Kattern, ist nicht auszuschließen. Dafür spricht unter anderem das Auftreten eines Elias Herrmann in Hermsdorf innerhalb eines Zweiges dieser Familie. Da zugleich die hier behandelten Hermann von Hermannsdorff in Hermsdorf bei Breslau begütert waren und ihr Prädikat mutmaßlich von diesem Ort ableiteten, könnte eine personelle oder stammesmäßige Verbindung bestanden haben. Insbesondere erscheint denkbar, dass der dort genannte Elias Herrmann mit dem 1719 nobilitierten Elias Hermann identisch war, ohne dass sich dies urkundlich sichern ließe.

Wappen Blasonierung des Wappens von 1719: Gespalten; vorne in Gold zwei blaue Schräglinksbalken, je belegt mit zwei goldenen Sternen; hinten ebenfalls in Gold zwei schwarze Schräglinksbalken, ebenfalls mit je zwei goldenen Sternen belegt. Auf dem schwarz-gold-blau bewulsteten Helm mit rechts schwarz-goldenen und links blau-goldenen Helmdecken ein steigender goldener Pfeil zwischen einem offenen Flug, der rechts Flügel von Gold über Schwarz geteilt, der linke von Blau über Gold.

Blasonierung des Wappens von 1727: Gespalten; vorne von Gold und Blau schräglinks in sechs Plätze geteilt und die beiden oberen blauen Plätze mit je zwei, der unterste aber mit einem goldenen Stern belegt; der hintere Teil des Schildes wie im Wappen von 1719. Kleinod und Decken wie 1719, nur der Helm ist gekrönt.

Leopold von Ledebur und Ernst Heinrich Kneschke geben ein falsches Wappen (Balken begleitet von 3 (2:1) Löwenköpfen) an.Ledebur (1858), S. 274.Kneschke (1863), S. 327.

Literatur Konrad Blažek: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 6 (Abgestorbene, erloschene Geschlechter), 8. Abt., T. 3: Der abgestorbene Adel der Preußischen Provinz Schlesien, 3. Teil, Nürnberg 1894, S. 137 (uni-goettingen.de) und Tfl. 89 (uni-goettingen.de). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 4: Graffen – Kalau v. Kalheim. Leipzig 1863, S. 327 (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 1: A–K, Berlin 1855, S. 346 (digitale-sammlungen.de); Band 3: T–Z, Berlin 1858, S. 274 (digitale-sammlungen.de). Johann Georg Megerle von Mühlfeld: Österreichisches Adels-Lexikon des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts, enthaltend alle von 1701 bis 1820 von den Souveränen Österreichs wegen ihrer Verdienste um den Kaiserstaat in die verschiedenen Grade des Deutsch-Erbländischen oder Reichs-Adels erhobenen Personen. Band 2, Wien 1824, S. 153 (hhu.de) und 317 (hhu.de).

Einzelnachweise

Kategorie:Böhmisches Adelsgeschlecht Kategorie:Schlesisches Adelsgeschlecht