Rafik Darragi (geboren 1939 in Sousse, Französisches Protektorat in Tunesien) ist ein tunesischer Anglist und Autor zahlreicher historischer Romane.

Leben Wissenschaftliche Karriere Darragu besuchte das Lycée de garçons in Sousse und anschließend die École normale supérieure in Tunis. Er promovierte an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne in englischer Literatur und wurde Professor an der Universität Tunis und Direktor des Institut Bourguiba des langues vivantes..

Rafik Darragi ist Mitglied des Exekutivausschusses der International Shakespeare Association (ISA) in Paris und Generalsekretär der Association des écrivains tunisiens en Europe. Außerdem veröffentlichte er zahlreiche Artikel in der Zeitschrift Leaders..

Schriftsteller Erst mit 60 Jahren veröffentlichte Darragi sein erstes literarisches Werk: den historischen Roman Egilona, la dernère reine des Wisigoths. Egilona war die Ehefrau von Roderich, dem letzten König der Westgoten (710–711). Nach der Schlacht von Guadalete wurde sie von Muslimen gefangen genommen. Der erste Gouverneur von Vandalusien Abd al-Aziz ibn Musa nahm sie zur Frau. Vermutlich hatte sie einen gewissen Einfluss auf sein Handeln, da sie ihn davon überzeugte, die Christen zu verschonen. Er wurde zwischen 715 und 718 ermordet, so wie auch Egilona. Darrigi beschreibt wie die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen auf die Hochzeit reagieren, wie sich missgünstige Gerüchte zu vermeintlichen Wahrheiten verfestigen.

In seinem Roman Sophinisbe, la gloire de Carthage thematisiert Darragi die Zeit des 2. Punischen Krieges (218–201 v. Chr.). Titelheldin ist die karthagische Patrizierin, Tochter des Generals Hadrubal, die seit der Renaissance in der europäischen Kunst immer wieder dargestellt wurde. Boccaccio und Petrarca griffen das Thema auf. Die Dichter Montchrestien, Jean Mairet, Pierre Corneille und Lohenstein entwickelten aus dem Stoff Dramen und die Komponisten Jommelli und Gluck Opern. Auch in der bildenden Kunst wurde vor allem Sophinisbes Selbstmord ein beliebtes Motiv. 1634 schuf Rembrandt das Gemälde Sophinisbe empfängt dem Giftbecher. In der maghrebinischen Literatur wird Sophinisbe erst 1996 von Abdelmajid El Arouis in dem Roman Massinissa et Sophinisbe thematisiert. Darragi arbeitet in seinem Roman historische Quellen auf, die zu jedoch zu Sophinisbe selbst dürftig sind. Er konstruiert Liebesbeziehungen von Sophinisbe zu Syphax und Massinissa, die zur rivalisierenden Kulmination führen.

Auszeichnungen Darragi wurde mit dem Bildungsorden der tunesischen Republik ausgezeichnet. Außerdem erhielt er folgende literarische Preise: Comar d'or 2001 (Preis für den ersten Roman) für Le Faucon d'Espagne Comar d'or 2005 (Sonderpreis der Jury) für Sophonisbe, la gloire de Carthage Comar d'or 2019 für Jugurtha: un contre-portrait

Werke (Auswahl) Wissenschaftliche Werke

Romane

Literatur

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Einzelnachweise

Kategorie:Anglist Kategorie:Literaturwissenschaftler Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Absolvent der Universität Paris IV Kategorie:Tunesier Kategorie:Geboren 1939 Kategorie:Mann