mini|Verbreitungsgebiet des Bronzeguan

Der Bronzeguan (Penelope obscura) ist eine Vogelart aus der Familie der Hokkohühner (Cracidae).. Abgerufen am .P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF

Die Art wurde früher als konspezifisch mit dem Yungasguan (Penelope bridgesi) sowie mit dem Spixguan (Penelope jacquacu) angesehen.J. L. Peters: Check-list of Birds of the World. Volume 3, 1937. Museum of Comparative Zoology, Harvard University Press

Der Vogel kommt in Uruguay, im Nordosten Argentiniens, im äußersten Süden Paraguays und in Brasilien östlich von Minas Gerais südlich bis Rio Grande do Sul.

Der Lebensraum umfasst Wälder im Tiefland und Bergland, hohe Bäume, Galeriewald, kleine bewaldete Flussinseln, Plantagen, Sekundärwald bis 2300 m Höhe. Im gleichen Lebensraum kommt lediglich der wesentlich kleinere Weißstirnguan (Penelope superciliaris) vor.J. del Hoyo und G. M. Kirwan: Dusky-legged Guan (Penelope obscura), version 1.3. In: S. M. Billerman, J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World, 2024, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Penelope obscura

Merkmale Die Art ist 68–75 cm groß und wiegt 1000–1200 g.T. Sigrist: Avifauna Brasileira: The avis brasilis field guide to the birds of Brazil, 1. Auflage, 2009.

Wie der Name schon sagt, ist das Gefieder insgesamt dunkel, auch die Beine und die unbefiederte Gesichtshaut. Die Iris ist beim Männchen rot und hellbraun beim Weibchen, ansonsten unterscheiden die Geschlechter sich nicht. Jungvögel sind mit 40 Tagen noch etwas kleiner und haben eine weiße Kehle.

Die Art unterscheidet sich vom erheblich kleineren Weißstirnguan (Penelope superciliaris) durch die weiße Strichelung an Brust und Nacken und am Rücken. Im gleichen Lebensraum kommt auch der Schwarzmaskenguan (Pipile jacutinga) vor, der wesentlich größer ist und weiße Fiederung an Kopf an den Flügeln aufweist.

Geografische Variation Die Art ist monotypisch.IOC World Bird List v15.1 Megapodes, guans, guineafowl, New World quail

Die frühere Unterart (Ssp.) P. o. bridgesi , 1860 wurde im Jahre 2021 als selbständige Art Yungasguan anerkannt.F. Gill, D. Donsker, P. Rasmussen (Herausgeber): IOC World Bird List (v 11.1); IOC: Lausanne, Switzerland, 2021.J. V. Remsen, Jr., J. I. Areta, E. Bonaccorso, S. Claramunt, A. Jaramillo, D. F. Lane, J. F. Pacheco, M. B. Robbins, F. G. Stiles, and K. J. Zimmer: A classification of the bird species of South America, 2021, Version 15. American Ornithological Society.

Die früher über viele Jahre anerkannte Unterart P. o. bronzina (, 1914)C. E. Hellmayr: Penelope obscura bronzina. In: Novitates zoologicae : a journal of zoology in connection with the Tring Museuma, Band 21, S.&nbsP178, 1917, Biodiversity Library wird aufgrund neuerer morphologischer Untersuchungen als Synonym und nicht als abgrenzbare Unterart angesehen.O. D. Evangelista-Vargas und L. F. Silveira: Morphological evidence for the taxonomic status of the Bridge’s Guan (Penelope bridgesi), with comments on the validity of (P. obscura bronzina). In: Aves: Cracidae. In: Zoologia 35:e12993, 2018, Zoologia

Stimme Die Lautäußerungen werden als lautes, raues „oaaaao“, mehr melodiös ansteigend oder leicht bellend beschrieben, der Alarmruf ist ein wiederholtes „wow“.

Lebensweise Die Art ist vermutlich ein Standvogel. Im Südosten und Süden Brasiliens kommt es zu örtlichen Wanderungen zwischen November und Februar, wenn Früchte in niedrigeren Höhenlagen reif sind.

Die Nahrung besteht zu etwa 77 % aus Früchten, hinzu kommen Blätter und Blüten, die hauptsächlich auf Bäumen einzeln, paarweisem aber auch in kleineren Gruppen gesucht werden. In der Dämmerung kommt der Vogel an Flüsse und Wasserstellen zum Trinken.

Es konnte nachgewiesen werden, dass er in Palmfrüchten aufgenommene Rüsselkäfer lebend ausscheidet.Juan Carlos Guix, Xavier Ruíz: Weevil Larvae Dispersal by Guans in Southeastern Brazil1. In: Biotropica. 1997, Band 29, Nummer 4, S. 522–525 doi:10.1111/j.1744-7429.1997.tb00047.x.

Zum Balzverhalten gehört das Aufblähen des roten Kehlsackes, das Anheben und Spreizen des Schwanzes sowie Flüge mit schnellem, weithin hörbaren Flügelschlägen.

Das Nest ist eine flache Schale aus Zweigen, mit Blättern ausgelegt, und findet sich 3–10 cm über dem Boden in dichter Vegetation auf einem Baum. Das Gelege besteht aus 2–3 cremefarbenen Eiern, die über 28 Tage bebrütet werden.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Bronzeguans erfolgte 1815 durch Coenraad Jacob Temminck unter dem wissenschaftlichen Namen Penelope obscura. Als Verbreitungsgebiet gab er Paraguay basierend auf Yacú del yacúhúFélix de Azara (1805), S. 72–77. von Félix de Azara an.Coenraad Jacob Temminck (1815), S. 68–71 & 693. 1786 führte Blasius Merrem die neue Gattung Penelope ein.Blasius Merrem (1786), S. 39. Dieser Begriff ist vermutlich auf Penelope zurückzuführen.Penelope The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling Der Artname obscura hat seinen Ursprung in .obscura The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling Bronzina stammt von ab.bronzina The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. In der Literatur sah er z. B. am Río Bermejo und Río Pilcomayo durch John Graham KerrJohn Graham Kerr (1892), S. 147., am Río Bermejo durch Carl Eduard HellmayrCarl Eduard Hellmayr (1914), S. 177. und am Río ConfusoArnaldo de Winkelried Bertoni (1930), S. 257. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni Nachweise für das Land.Alfred Laubmann (1939), S. 123.

Gefährdungssituation Der Bestand gilt als „nicht gefährdet“ (Least Concern).

Literatur

Weblinks

Factsheet auf BirdLife International

Oiseaux.net Macaulay Library Multimedia

Einzelnachweise

Kategorie:Hokkohühner