Der Kesiv () ist der längste Fluss im israelischen Westgaliläa mit dem größten Einzugsgebiet in dieser Region.Trelawney Saunders im Auftr. des Committee of the Palestine Exploration Fund, Special Edition Illustrating the Divisions of the Natural Drainage and the Mountain Ranges according to ‘An Introduction to the Survey of Western Palestine’, London: Stanford’s Geographical Establishment, 1882 (Karte der Einzugsgebiete der Flüsse auf Basis der Karte der Landesaufnahmen des westlichen Palästinas von Claude Reignier Conder und Horatio Herbert Kitchener, The Survey of Western Palestine: 3 Bde., London: Committee of the Palestine Exploration Fund, 1881–1883). Der Kesiv führt das ganze Jahr Wasser, das ab dem Quellgebiet westwärts durch eine teils tief eingegrabene Schlucht, teils stark mäanderndes Tal abfließt. Die Länge des Kesivs beträgt 41 Kilometer, sein Einzugsgebiet misst 137 Quadratkilometer.“”, auf: ; abgerufen am 23. Mai 2025. Er entspringt am Südwesthang des Har Meron in Obergaliläa und verläuft im letzten Abschnitt durch die westgaliläische Küstenebene, bzw. Küstenebene von Phönikien, bevor er am nördlichen Rand Achsivs ins Mittelmeer mündet.
Namen des Flusses Der Kesiv (), meist ist das in der Schreibung mit einem «e» wiedergegebene Schwa (ein unbetontes «ə») gänzlich stumm, also wird Ksiv gesprochen, wobei das «s» stimmhaft bleibt, auch Nachal Kesiv/Ksiv (), ist der Name, der auf die antike Überlieferung durch die Massechet Schivʿit (eine Tosefta) zurückgeht. Er wurde durch das Regierungskomitee der Ortsnamen () Anfang der 1950er Jahre als amtlicher Name festgelegt und in die Landkarten des Survey of Israel übernommen.“”, in: , den 8. Dezember 1954, S. 2; abgerufen am 23. Mai 2025. Der biblisch überlieferte Name des Ortes an der Flussmündung, Achsiv, ist eine Worterweiterung des hebräischen Hydronyms mit prosthetischem Aleph, wobei die Aussprache des Buchstaben «Kaph כ», die im Anlaut als «k» hart ist, dann am Silbenende zu «ch» wird.
In arabischer Sprache lautet der Name Wadi al-Qarn (), was wohl auf die gekrümmten Mäander im mittleren Flusslauf anspielt. Im hebräischen Sprachgebrauch Palästinas hatte sich davon abgeleitet schon lange vor Gründung Israels 1948 der Flussname Nachal Qeren () etabliert. In Anlehnung an die gutturale Aussprache des arabischen Buchstaben «Qāf q» bzw. des hebräischen «Qoph q», der das folgende «a» zu einem «å» umfärbt, bestand auch die hebräische Namensvariante Nachal Qoren (). Im heutigen hebräischen Standard wird Qoph nicht guttural ausgesprochen.
Die dritte hebräische Namensvariante leitet sich lautmalerisch vom Namen des Dorfes az-Zib an der Flussmündung her, der selbst wiederum vom antiken hebräischen Ortsnamen Achsiv (auch mit erhärtetem Endlaut «b») herrührt, und lautet mit im modernen regelmäßig fehlender Endlauthärtung Nachal Siw (),NN, “”, in: Haʾaretz, 18. September 1963, S. 40; abgerufen am 23. Mai 2025. wobei nur lautmalerisch Ähnlichkeit besteht, das Wort «Siw» aber von gänzlich anderer Bedeutung ist. Diese Variante findet sich in den Namen des Kibbuz’ Gescher haSiw ([/des Prachtbachs]), 1948 gegründet, des Wohnorts Neweh Siw (; 1,5 km südlich des Flusses, 2000 gegründet) und der Quelle ʿEin Siw (, 16. August 1953 amtlich benannt durchs NamenskomiteeIn der hebräischen Wikipedia gibt es zu ihr den Eintrag «».) im mittleren Kesivlauf. Bis in die 1970er Jahre nutzten Israelis im hebräischen Sprachgebrauch verschiedene Namensformen parallel,Schmuʾel Lulav (), “”, in: Davar, 7. Dezember 1958, S. 2; abgerufen am 23. Mai 2025.Schmuʾel Lulav (), “”, in: Davar, 24. März 1960, S. 6; abgerufen am 23. Mai 2025.“”, in: (LaMerchav), 26. Mai 1964, S. 2.; abgerufen am 23. Mai 2025. seither wurde Kesiv die gängigste Bezeichnung.
Bei Gewässern bietet das Arabische eine Vielfalt an Hydronymen für einzelne Abschnitte von Flussläufen, weil bis in die 1920er Jahre in der verkehrsmäßig isolierten Lebenswelt vieler arabischsprachiger Einwohner sich kleinräumiger Sprachgebrauch gut halten konnte. So überliefern britische Landkarten den Namen Wadi al-Qarn für den Kesiv stromabwärts ab der Flussbiegung, wo der historische Heerweg Akkon-Toron das Flusstal von Miʿilya gen Norden erreicht. Von da ab stromaufwärts führt der Flusslauf auf Höhe Maʿalot-Tarschihas und im gesperrten Abschnitt strengsten Naturschutzes den arabischen Namen Wadi Schiqaif al-Sāġ ().Vgl. Survey Department of Palestine, Palestine – 1:20 000 Series Topocadastral: 180 Blatt, Jaffa und später Tel Aviv: Survey Office, 1930–1948, Blatt ‹17–27› (1942). Ab der Flussschleife, wo die Brücke Dschisr Nabih Marʿiyy den Fluss quert, heißt der Fluss auf bis südlich Hurfaischs, von wo ab der Name Wadi Buchuch lautet ().
Daran schließt das Wadi ʿAin al-Naum, der in Bait Dschann entspringende Hausbach, an, womit im Auge der arabischen obergaliläischen namengebenden Betrachter Oberlauf und Quellgebiet des Kesivs als Zufluss des Wadi ʿAin al-Naum anzusehen sind. Der Bachlauf unterhalb des Quellgebiets des Kesivs führt den arabischen Namen Wadi al-Ġamiq (), das dann in der nordöstlichen Feldmark Bait Dschanns in das von Osten kommende Wadi Sartaba (nach den antiken Ruinen Chirbat Sartaba am Ufer) mündet,Vgl. Survey Department of Palestine, Palestine – 1:20 000 Series Topocadastral: 180 Blatt, Jaffa und später Tel Aviv: Survey Office, 1930–1948, Blatt ‹18–26› (1942). während es die hebräische Beschreibung des Flusslaufs umgekehrt betrachtet, von Osten kommend mündet das Wadi Sartaba (auf Hebräisch Nachal Seved) hier in den Kesiv. Kurz darauf südlich Bait Dschanns fließt dieser Bachlauf (je nach Betrachter der Unterlauf des Wadi Sartaba oder der oberste Bachlauf des Kesivs) in das Wadi ʿAin al-Naum, das in hebräischer Betrachtung hier endet und in den Kesiv einfließt.
Verlauf und Zuflüsse In einem Gebiet am Südhang des Har Meron und Nordhang des Har Hillel (, ; ; ), das sich etwa über 1800 Meter in Ost-West-Richtung und etwa über 1000 Meter von Norden nach Süden erstreckt, finden sich zwölf Quellläufe des Kesivs, die sämtlich auf über 900 Metern Höhe entspringen, zwei gar auf Höhen über 1000 Metern am Har Hillel. Das Tälchen, in welchem die Quellläufe wie in miniaturhafter Kessellage zusammenfließen, trägt den Namen Wadi al-Zarb (). Die östlichst gelegene und auch bekannteste Quelle, die auch namentlich auf Wanderkarten verzeichnet ist, ist der ʿEin haSaqen (, ; auf etwa ). Die Berge Har Hillel und Har Meron sind hier Teil der Wasserscheide, die das Einzugsgebiet des levantinischen Mittelmeers von jenem des Jordangrabens trennt.Mansur Abu Qarn (), “” (15. März 2013), auf: ; aufgerufen am 23. Mai 2025.
mini|Landwirtschaftliche Querung in Bait Ǧanns Feldmark, 2022 In diesem Quellgebiet, das im Naturreservat Schmurat Teva Har Meiron () liegt, gibt es keine bewohnten Orte, aber zweieinhalb Kilometer stromabwärts die flussnahe Quelle ʿEin Schvil (, ). Im ersten besiedelten Ort, Bait Dschann (Bait Ǧann), ergießen sich von Süden der Nachal Schfannim (In der hebräischen Wikipedia gibt es zu ihm den Eintrag «». Das Hydronym schreibt sich auf . Vgl. Trelawney Saunders im Auftr. des Committee of the Palestine Exploration Fund, Special Edition Illustrating the Divisions of the Natural Drainage and the Mountain Ranges according to ‘An Introduction to the Survey of Western Palestine’, London: Stanford’s Geographical Establishment, 1882 (Karte der Einzugsgebiete der Flüsse auf Basis der Karte der Landesaufnahmen des westlichen Palästinas von Claude Reignier Conder und Horatio Herbert Kitchener, The Survey of Western Palestine: 3 Bde., London: Committee of the Palestine Exploration Fund, 1881–1883).), der ʿEin Chessed (, ) und das Wadi ʿAin al-Naum,Das Hydronym lautet auf . innerorts schlicht al-Wadi genannt. In der Feldmark Bait Ǧanns fließen von Norden die Nechalim namens Admonit,Das Hydronym schreibt sich auf . In der hebräischen Wikipedia gibt es zu ihm den Eintrag «». SevedDas Hydronym schreibt sich auf . In der hebräischen Wikipedia gibt es zu ihm den Eintrag «». Das Hydronym schreibt sich 1942 auf (Vgl. Survey Department of Palestine, Palestine – 1:20 000 Series Topocadastral: 180 Blatt, Jaffa und später Tel Aviv: Survey Office, 1930–1948, Blatt ‹18–26› ) und 1882 . Vgl. Trelawney Saunders im Auftr. des Committee of the Palestine Exploration Fund, Special Edition Illustrating the Divisions of the Natural Drainage and the Mountain Ranges according to ‘An Introduction to the Survey of Western Palestine’, London: Stanford’s Geographical Establishment, 1882 (Karte der Einzugsgebiete der Flüsse auf Basis der Karte der Landesaufnahmen des westlichen Palästinas von Claude Reignier Conder und Horatio Herbert Kitchener, The Survey of Western Palestine: 3 Bde., London: Committee of the Palestine Exploration Fund, 1881–1883). und ʿOfaʾimDas Hydronym schreibt sich auf . In der hebräischen Wikipedia gibt es zu ihm den Eintrag «». dem Kesiv zu. In seinem gesamten Verlauf gibt es Dutzende kleine, vielfach namenlose Zuflüsse. Kreuzen im Oberlauf bestenfalls Wanderwege den Kesiv, folgen erste befestigte Querungen im Bereich Bait Ǧanns mit drei landwirtschaftlichen Wegen und der Lokalstraße nach Hurfaisch.
mini|Vom zur Gefäßbefüllung hergerichteten ʿEin Chotam holten früher Einwohnerinnen Hurfaischs das Wasser, 2018 In Hurfaisch nimmt der Kesiv von Norden Nachal MoranDas Hydronym schreibt sich auf und auf . In der hebräischen Wikipedia gibt es zu ihm den Eintrag «». und Nachal ChiramDas Hydronym schreibt sich auf und auf . In der hebräischen Wikipedia gibt es zu ihm den Eintrag «». auf, welch letzterer aus dem Dorfkern zufließt. Dann durchfließt der Kesiv tief eingegraben den Wald Jaʿar Elqosch (), wo vier Quellen am Südufer, nämlich ʿEin Chotam (, ; 1,8 km südlich Hurfaischs), ʿEin Sevul (, ; 1,4 km südwestlich desselben), ʿEin Tabbaʿat (, und ; 1,4 km östlich Zuriʾels) und ʿEin Retet (, ; 1,4 km nordöstlich desselben), weiteres Wasser einspeisen. Etwa 1,8 km nordwestlich Hurfaischs überbrückt die Nationalstraße Kvisch den Fluss südwestwärts gen Zuriʾel (1949 gegründet). Auf Höhe dieser Straßenbrücke Dschisr Nabih MarʿiyyDie vollständigen Namen auf und äquivalent auf haben barocke Formen, lauten in Kurzform auf bzw. auf . Die MaʿAZ baute die neue Brücke im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts als Ersatz für den Gescher Elqosch (), eine erhaltene einspurige Brücke 80 Meter stromaufwärts, die noch das Public Works Department in der Mandatszeit errichtet hatte. Die neue Brücke ist eines der vier Ehrenmale zum Gedenken des gefallenen Nabih Marʿiyy (1954–1996), arabisch-israelischer Generalmajor (, Akronym: ; ), der bei Unruhen in Rafah umkam, die militante Palästinenser lostraten, als der antike Klagemauertunnel für Besucher einen weiteren Eingang erhalten hatte. Marʿiyy stammte aus und wohnte in Hurfaisch, zwei Kilometer östlich der Brücke. Vgl. “”, auf: ; abgerufen am 10. Juni 2025. am Nordpunkt einer Flussschleife nähert sich die bis auf Weiteres durch die UNO als libanesische Südgrenze festgelegte Blaue Linie (Libanon)Um Israel fortwährend der Grenzverletzung zu beschuldigen, weigert sich der Libanon trotz Aufforderung der UNO seinerseits seine Südgrenze zu definieren, woraufhin die UNO diese bis auf Weiteres festlegte, damit Israel den in UN-Resolutionen geforderten Abzug aus dem Südlibanon nachvollziehbar erfüllen konnte. bis auf 4,5 Kilometer dem Kesiv, geringste Distanz in dessen gesamtem Verlauf.