Fawzi Mellah (, geboren 26. Mai 1946 in Damaskus, Syrien) ist ein tunesischer Schriftsteller, Journalist und Wissenschaftler. 2010 und 2016 gewann er den tunesischen Literaturpreis Comar d’or.

Leben Wissenschaftliche Karriere Obwohl in Syrien geboren, wuchs Mellah in Tunesien auf. Er studierte Philosophie an der Universität Tunis. Anschließend machte er einen Abschluss in Rechtswissenschaft an der Universität Lausanne und einen Doktor in Politologie an der Universität Genf.

Er lehrte und forschte am Institut für Entwicklung der Universität Genf. Er forschte am Zentrum für den Mittleren Osten an der University of California, Berkeley. Er hat sich inzwischen aus dem akademischen Betrieb zurückgezogen, arbeitet als Politikberater, reist und schreibt.

Schriftsteller Mit dem 1988 in französischer Sprache erschienenen Roman Elissa, la reine vagabonde stellt sich Mellah in eine Reihe tunesischer Schriftsteller, wie Abdelmajid El Aroui, Sophie El Goulli oder Rafik Darragi, die sich nach der Unabhängigkeit Tunesiens mit vorislamischen Themen beschäftigen. Am Beispiel der aus Tyros geflohenen, legendären karthagischen Königin Elissa bearbeitet Mellah Themen wie die richtige Organisation von Staat und Gesellschaft, die Bedeutung der Religion, die Rolle der Frau, Wanderschaft und Sesshaftigkeit, die kulturelle Identität, das Leben an Land und auf See oder Matriarchat und Patriarchat. Der Roman erschien in deutscher Übersetzung.

In seinem Roman Le transfert des cendres greift Mellah die Geschichte einer Bibel aus dem Katharinenkloster auf dem Sinai auf. 1933 wurde der sogenannte Codex Sinaiticus, der das Neue und das Alte Testament enthält, nach London überführt. Er wurde als eine der ersten Bibel jahrhundertelang im Sinai verwahrt. Mellah beschäftigt sich damit, wie und durch wen die Bibel nach London gelangte. Er beleuchtete dabei die Rolle Konstantin von Tischendorfs. Der Roman wurde 2010 mit dem tunesischen Literaturpreis Comar d'dor ausgezeichnet.

Der Roman Ya khil Salem beschäftigt sich mit der Traurigkeit und der Widerstandskraft von Khadija, stellvertretend für Frauen und andere Geringeschätzte. Auch dieser Roman bekam den Comar d'or im Jahr 2016.

2021 veröffentlichte Mellah mit Tataouine einen Roman, in dem er seine Faszination von der Wüste Ausdruck verlieh. Namensgeberin für den Romantitel ist die tunesische Stadt Tataouine, auch „Tor zur Wüste“, „Stadt der Meteoriten“ oder „Rätsel des Universums“ genannt.

Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und zwei davon verfilmt.

Werke (Auswahl) Mellah verfasste seine Text auf Französisch. Einige wurden ins Deutsche übersetzt.

Theaterstücke und Drehbücher

Essays und Sachbücher

deutsch: Inhaltsverzeichnis.

Romane

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Auszeichnungen 1989: Prix de la Méditerranée 2010: Comar d'or für Le tansfert des cendres 2016: Comar d'or für Ya khil Salem, zusammen mit Fawzia Zouari

Literatur

Siehe auch Liste tunesischer Schriftsteller

Weblinks

Fawzi Mellah: Israel-Palästina: Die Chimäre zweier Staaten - Kapitalis

Einzelnachweise

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