Bożanka () ist ein Dorf in der Landgemeinde Trzebielino im Powiat Bytowski der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage Das Dorf liegt in Hinterpommern, links der Wieprza, etwa 16 Kilometer nordnordöstlich von Miastko, acht Kilometer südsüdwestlich des Kirchdorfs Trzebielino und 5,5 Kilometer nordnordöstlich des Dorfs Dretyń.

Westlich des Dorfs fließt der Bach Bożanka (früher Brotzen-Bach bzw. Billerbeck-Bach), der nordöstlich bei dem Dorf Broczyna in die Wieprza mündet.

Geschichte Auf dem Gut Billerbeck oder Friedrichshuld, einem alten Massowschen Lehen, saß um 1782 der Kriegsrat Valentin George Anton von Massow. Seit 1754 war im Dorf Billerbeck eine Webereianlage für die Fabrikation von Spezialstoffen niedergelassen, die später königlich wurde und von König Friedrich II. den Namen Friedrichshuld erhielt. Laut Vasallen-Tabelle befand sich um 1804 der 53 Jahre alte Valentin von Massow im Besitz des Guts Billerbeck oder Friedrichshuld.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 523, Ziffer 26 (Google Books). Um 1862 gehörte das Lehen Friedrichshuld Wilhelm Carl Alexander Valentin von Massow, Geheimer Oberregierungsrat a. D., der es 1842 geerbt hatte.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 638, Ziffer 24 (Google Books). Um 1884 besaß das Rittergut Friedrichshuld mit Fischbrutanstalt der Major von Massow auf Rohr,P. Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reich, Band I: Provinz Pommern, Nicolai, Berlin 1884, S. 64–65 (Google Books). der es auch noch 1892 in Besitz hatte.Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 136–137 (Google Books).

Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 301,37 Hektar großen Gemarkungsfläche des Gutsbezirks Friedrichshuld 45 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 22 Pferde, 83 Stück Rindvieh, sechs Schafe und 128 Stück Borstenvieh hielten.Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 23. Kreis Rummelsburg, S. 116–117, Ziffer 75 (Google Books).

Am 1. April 1927 hatte der Gutsbezirk Friedrichshuld eine Flächengröße von 301 Hektar und 72 Ar, und am 16. Juni 1925 hatte dieser Gutsbezirk 247 Einwohner. Zu den gleichen Zeiten hatte der Gutsbezirk Wussowke eine Flächengröße von 608 Hektar und 24 Ar sowie 67 Einwohner.Kurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, in: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1927, S. 344–477, insbesondere S. 399, 9. Kreis Rummelsburg, Ziffer 12 und Ziffer 61 (Google Books). Am 30. September 1928 wurden der größte Teil des Gutsbezirks Friedrichshuld sowie der gesamte Gutsbezirks Wussowke im Amtsbezirk Treblin zur Landgemeinde Friedrichshuld zusammengeschlossen.Amtsbezirk Rohr (Territorial.de)

Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Friedrichshuld eine Flächengröße von 8,9 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 29 bewohnte Wohnhäuser an vier verschiedenen Wohnstätten: Friedrichshuld Knackshof Ludwigsthal Wussowke Um 1935 gab es im Dorf Friedrichshuld unter anderem einen Gasthof, eine Damastweberei, eine Schmiede und eine Stellmacherei.Klockhaus' Kaufmännisches Handels- u. Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1016 (Google Books).

Die Landgemeinde Friedrichshuld gehörte im Jahr 1945 zum Landkreis Rummelsburg im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs und war dem Amtsbezirk Rohr zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Rohr.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Friedrichshuld Anfang März 1945 von der Roten Armee besetzt. In der Folge wurde der Ort als Bożanka Teil Polens.

Demographie

+ Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner Anmerkungen 1782 – auch Billerbeck genannt, adliges Gut mit einem Vorwerk, einer königlichen Textilfabrik, in der Barchent und andere Stoffe gewebt werden, einem zugehörigen Lagerhaus mit Dienstwohnung, Werksgebäuden mit Wohnung und anderen Häusern, 30 Feuerstellen (Haushaltungen) sowie Fichtenholzungen und Fischerei in der Wipper und dem Billerbeck (Brotzen-Bach), zu Treten in der Schlaweschen Synode eingepfarrtLudwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 786, Nr. 7 (Google Books). 1818 137 oder Billerbeck, adliges Dorf, zum Kirchspiel Treten gehörigAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Ausgearbeitet und herausgegeben von Alexander August Mützell. Band 1: A–F, Halle 1821, S. 394, Ziffer 1416 (Google Books). 1825 190 Billerbeck oder Friedrichshuld, von König Friedrich II. so genannt, mit den Büdner-Wohnungen Neustadt und der Holzwärterei KnacksdorfFriedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 293, Ziffer 10 (Google Books). 1852 424 DorfTopographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 164 (Google Books).1864 461 am 3. Dezember, Gutsbezirk mit einem Flächeninhalt von 1090,91 MorgenKönigliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 7. Kreis Rummelsburg, Berlin 1966, S. 2–9, Ziffer 31 (Google Books). 1867 450 am 3. Dezember, Gutsbezirk 1871 397 am 1. Dezember, Gutsbezirk (sämtlich Evangelische)Königl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, Regierungsbezirk Köslin, VIII. Kreis Rummelsburg, S. 146–147, Ziffer 72 (Google Books). 1885 318 am 1. Dezember, Gutsbezirk mit einem Flächeninhalt von 302 Hektar (sämtlich Evangelische).Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 22. Kreis Rummelsburg, S. 160–161, Ziffer 72 (Google Books). 1895 296 am 2. Dezember, Gutsbezirk mit einem Flächeninhalt von 301,7 Hektar (sämtlich Evangelische)Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 22. Kreis Rummelsburg, S. 164–165, Ziffer 68 (Google Books). 1910 237 am 1. Dezember, GutsbezirkFriedrichshuld, Rittergut, Kreis Rummelsburg, Regierungsbezirk Köslin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Friedrichshuld (meyersgaz.org). 1925 267 darunter 266 Evangelische und ein KatholikDie Gemeinde Friedrichshuld im ehemaligen Kreis Rummelsburg in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) 1933 222 1939 210 2011 131 Główny Urząd Statystyczny, Ludność - struktura według ekonomicznych grup wieku Stand vom 31. März 2011, abgerufen am 11. Dezember 2025

Kirche Kirchspiel bis 1945 Die vor 1945 in Friedrichshuld anwesenden Dorfbewohner waren größtenteils evangelischer Konfession. Die evangelischen Einwohner gehörten zum evangelischen Kirchspiel Treten im Kirchenkreis Schlawe in der Kirchenprovinz Pommern der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union.

Ds katholische Kirchspiel war in Rummelsburg i. Pom.

Kirchspiel seit 1946 Die seit 1945 hier lebende polnische Dorfbevölkerung ist größtenteils römisch-katholisch und gehört der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.

Hier lebenden evangelische Kirchenglieder werden von der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen betreut. Das zuständige Pfarramt ist das der Kreuzkirche in Słupsk (Stolp).

Persönlichkeiten Valentin von Massow (1712–1775), königlich preußischer wirklicher geheimer Staatsminister und Vizepräsident des General-Oberfinanz-Direktoriums, Erbherr auf Rohr, Rummelsburg, Groß Karzenburg, Waldow, Schweßin, Friedrichshuld etc.

Weblinks Die Gemeinde Friedrichshuld im ehemaligen Kreis Rummelsburg in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)

Einzelnachweise

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