Hans Schreiber (* 20. Juni 1949 in Schötmar, jetzt Bad Salzuflen; † 28. März 2026) war ein deutscher Soziologe, Ökonom und Gründer des Archivs für populäre Musik im Ruhrgebiet e.V. in Dortmund.

Leben und Wirken mini|Hans Schreiber (2025) Hans Schreiber wurde in Bad Salzuflen geboren und wuchs dort auf. Während seiner Schulzeit entwickelte er durch das Aufkommen der Beatmusik Interesse an Musik. Ab 1966 arbeitete er gelegentlich als Roadie im Jaguar-Club in Herford und lernte viele Musiker persönlich kennen. Schreiber begann, dort und im Ausland Souvenirs und Autogramme von Musikern zu sammeln. Nach dem Abklingen der Beatmusik besuchte er Jazz-Festivals. Schon in den frühen 1970er Jahren begann Hans Schreiber mit einem Uher-Tonbandgerät Konzertmitschnitte zu sammeln und sie weltweit mit anderen Sammlern gegen andere Live-Mitschnitte zu tauschen.

Nach einer Ausbildung als Industriekaufmann studierte Hans Schreiber Wirtschaftswissenschaften und später Soziologie.

Schreiber forschte später unter anderem zur Entwicklung der Arbeit im Einzelhandel unter Berücksichtigung des Einsatzes von EDV und im Bereich der Bewusstseins- und Bildungsforschung. Seit 1994 arbeitete er kontinuierlich für die Gesellschaft für Bildung und Beruf e. V. in Dortmund, ab 2016 als geschäftsführender Vorstand. Um seine Aktivitäten im kulturellen und sozialen Bereich zu verfestigen, gründete er 2019 den Verein „Lux Cultus – Verein zur Förderung von Bildung, Kultur und Kunst e.V.“ Der Verein unterstützt diverse Vereine im kulturellen und sozialen Bereich. mini|Eintrittskarten aus dem Jaguar-Club 2008 gründete er zusammen mit Richard Ortmann in Dortmund den Verein Archiv für populäre Musik im Ruhrgebiet e. V. Grundlage des Archivs bilden die Sammlungen von Hans Schreiber und Richard Ortmann, die viele Jahrzehnte internationale Musikgeschichte umfassen. Schreiber bezeichnete sich als „Musikarchäologe“, weil er gerne Musik „ausgräbt“ und nach deren Ursprüngen forschte.

Von 2012 bis 2020 veranstaltete Hans Schreiber regelmäßig Konzerte im Evinger Schloss in Dortmund, wo auch das Archiv beheimatet ist, vorwiegend mit Musikern aus der Free-Jazz und Improvisationsszene. Ab 2017 managte er die Band „Wild Child“, die verschiedene musikhistorische Konzepte live präsentiert.

Trivia Hans Schreiber hatte eine Schauspielrolle als Zeitzeuge bzw. Archivar in der Mockumentary Olaf Jagger.

Sein Lieblingsmusiker waren Van Morrison und John Coltrane.

Schriften Das Archiv für populäre Musik im Ruhrgebiet. In: Rock- und Popkultur im Ruhrgebiet, Forum Geschichtskultur Ruhr, Ausgabe 01/2016, ISSN 1436-7661, S. 33–35.

Literatur Susanne Schöneich: Grüntee mit Hans Schreiber. Gespräche über Mick Jagger. In: Walter Gödden (Hg.) in Verbindung mit Rieke Paetsch: Mein 1968. Alte Erinnerungen, neue Texte. Veröffentlichungen der Literaturkommission für Westfalen, Band 75, ISBN 978-3-8498-1278-2.

Weblinks Archiv für populäre Musik im Ruhrgebiet e.V.

Einzelnachweise

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