mini|150x150px|Sinnbild für den geschützten Bindestrich nach IEC 60417 Der geschützte Bindestrich oder auch nicht umbrechende Bindestrich () wird verwendet, um einen automatischen Zeilenumbruch nach einem Trennstrich zu unterbinden, beispielsweise bei Ausdrücken wie i‑Punkt oder Fugen‑s.
Verwendung Der Zeilenumbruch ist vor allem dann zu verhindern, wenn der abgetrennte Bestandteil sehr kurz würde (wie bei Einzelbuchstaben, Abkürzungen oder Ziffern): k‑Faktor, X‑Ray, Z‑Plan, ε‑Umgebung oder 99‑Tage-Kaiser. Beim letzten Beispiel wäre der erste Bindestrich zu schützen, während beim zweiten Bindestrich eine Worttrennung zulässig ist. Auch bei bestimmten Formeln wie etwa in der Chemie ist es sinnvoll, den Zusammenhang von Bestandteilen sicherzustellen. In mathematischen Texten wird der Bindestrich geschützt, wenn er eine Formel mit einem Wort oder Wortteil verbindet, beispielsweise n‑te Wurzel, (n × n)‑Matrix.
Sinnvoll sind geschützte Bindestriche auch im Zusammenhang mit geschützten Leerzeichen, wenn automatische Zeilenumbrüche sicher verhindert werden sollen. Das Verhalten eines geschützten Bindestriches direkt vor oder nach einem nicht geschützten Leerzeichen (beispielsweise in Schriftart und -größe) ist nicht eindeutig, da dann ein Konflikt zwischen den Trennungsregeln entsteht. Der Internet Explorer beispielsweise schützt dann auch das Leerzeichen, andere Webbrowser nur den Bindestrich. Der Unicode-Zeilenumbruch-Algorithmus erlaubt in seinem Standardverhalten den Umbruch an dieser Stelle.
Kodierung Im internationalen Zeichenkodierungssystem Unicode liegt das Zeichen „‑“ auf folgender Position: U+2011 (Bindestrich, kein Zeilenumbruch).
Erzeugung in Textverarbeitungssoftware In OpenOffice, LibreOffice und StarOffice je nach Version mittels ++ oder ++ zu erzeugen; erscheint im Text grau hinterlegt. In Microsoft Word kann die Unicode-Nummer „2011“ eingegeben und mit der Tastenkombination + in das Zeichen umgewandelt werden. Diese Umwandlung funktioniert in beiden Richtungen und eignet sich damit auch zur Überprüfung, ob ein Zeichen ein normaler (U+002D) oder bedingter (U+00AD) Trennstrich oder ein geschützter Bindestrich (U+2011) ist. In Microsoft Word für macOS wird der geschützte Bindestrich mittels ++ erzeugt (s. weiter unten). In LaTeX unter Verwendung des Pakets babel mit der Sprachoption [ngerman] wird ein geschützter Bindestrich mit "~ erzeugt. Beispiel: 99"~Tage-Kaiser. Eine Alternative dazu ist \hbox{-}. In HTML kann es mit der Zeichenfolge ‑ (dezimal) oder ‑ (hexadezimal) erzeugt werden. Eine benannte Zeichenentität wie beim geschützten Leerzeichen ( ) existiert derzeit für den geschützten Bindestrich nicht (Stand April 2024).
In anderen Programmen ist die Eingabe eines geschützten Bindestrichs häufig nur auf dem Umweg über die Zwischenablage möglich.
Erzeugung auf Windows-Betriebssystemen Unter Windows wird der geschützte Bindestrich mittels + erzeugt (die Ziffern müssen auf der Zehnertastatur eingegeben werden). Nicht alle Programme können dieses Unicode-Zeichen verarbeiten.
Erzeugung auf Apple-Betriebssystemen Unter macOS lässt er sich wie folgt erstellen: In Systemeinstellungen → Tastatur → Eingabequellen → „+“ die Belegung „Unicode-Hex-Eingabe“ hinzufügen; „Eingabequelle in der Menüleiste anzeigen“; nach dem Wechsel auf die „Unicode-Hex-Eingabe“ lässt er sich durch Gedrückthalten der Taste und Eingabe der Ziffernfolge 2011 erzeugen. Word unter macOS hat eine eigene Tastenkombination dafür: ++.
Erzeugung auf Linuxsystemen Unter den meisten modernen Linuxsystemen mit UTF-8-Zeichenkodierung lässt sich das Zeichen „‑“ mittels ++ – erzeugen.
Siehe auch Satz (Druck)
Einzelnachweise
Kategorie:Schriftzeichen Kategorie:Typografie Bindestrich, Geschutzter Bindestrich, geschutzter