Dunkelheit ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom Hessischen Rundfunk produzierte Beitrag ist die 1309. Tatort-Episode und wurde am 5. Oktober 2025 im SRF, im ORF und im Ersten ausgestrahlt. Das Frankfurter Ermittlerduo Azadi und Kulina ermittelt in seinem ersten Fall. Er wurde mit dem Grimme-Preis 2026 ausgezeichnet.

Handlung Die Frankfurter Kommissare Hamza Kulina und Maryam Azadi stoßen in den Archiven alter Polizeifälle auf ungeklärte Morde und entdecken Verbindungen zu einem früheren Serienmörder, der ein scheinbar normales Leben führte. Ausgehend von einem Leichenfund in der Garage eines Verstorbenen, der rechtsmedizinischen Begutachtung der Leichenteile und der Spurensicherung im Haus des verstorbenen Täters, werden aus Akten von nie aufgeklärten Morden alte Fälle recherchiert, die dieselbe Vorgehensweise aufwiesen, sodass schließlich die Mordserie rekonstruiert werden kann. Dabei arbeiten die Polizisten unter Zeitdruck, denn sie wollen verhindern, dass ein möglicher Komplize bei einem dieser Fälle, falls er heute noch flüchtig wäre, aufgrund der Pressekonferenz von Staatsanwaltschaft und Polizei gewarnt wird. Außerdem wollen sie die Angehörigen der Opfer informieren, bevor sie von dem Täter aus den Medien erfahren würden. Das gelingt ihnen. Letztlich muss aber offen bleiben, ob es einen weiteren Täter bei einer atypisch verlaufenen Tat gegeben hat und ob diese auch dem Täter zuzurechnen wäre, denn die einzige Zeugin ist mittlerweile dement geworden, und ein Fingerabdruck kann nicht mehr zugeordnet werden.

Bei Hamza Kulina löst die Beschäftigung mit den vielen verschwundenen Opfern ein Flashback aus, das ihn zu seinen Erlebnissen als Kind in Srebrenica während des Bürgerkriegs in Bosnien-Herzegowina zurückführt und das bei ihm zu einer akuten psychischen Krise führt. Auch mehrere Angehörige und Zeugen leiden unter Flashbacks, oder sie sind an Demenz erkrankt.

Ein zweiter Handlungsstrang beschreibt die Intrige der Vorgesetzten Sandra Schatz gegen ihre Mitarbeiterin Azadi. Sie hat den neuen Kollegen Kulina in dieselbe Abteilung platziert, um interne Ermittlungen gegen Azadi zu führen, weil sich Schatz mehrmals bei Bewerbungen nicht gegen sie durchsetzen konnte. Kulina soll Material sammeln, das Schatz gegen Azadi verwenden kann, um sich an ihr zu rächen. Bereits die Versetzung Azadis „in den Keller“ in die Abteilung für Altfälle war eine erste Revanche für die früheren Niederlagen. Da er nichts findet, sondern Azadi sogar als eine höchst kompetente Kollegin lobt, kündigt Schatz schließlich an, gegen Kulina ein Disziplinarverfahren wegen eines früheren Vorfalls im Dienst einzuleiten, wie sie es ihm bereits angedroht hatte.

Hintergrund Die Handlung rund um diesen Main-Ripper genannten Serienmörder greift Elemente des Falls des auch Hessen-Ripper genannten Serienmörders Manfred Seel auf: Der Name wurde von Seel zu Zeller geändert, dessen Hobby von Musizieren zu Modelleisenbahnen, dessen Spitzname und Lieblingsurlaubsziel von Alaska zu Madeira. Die Folge beginnt mit der Information, dass sie auf wahren Begebenheiten basiert, und wie im Fall Seel beginnt alles damit, dass nach dessen Tod die Tochter beim Auflösen seiner Garage Fässer mit Leichenteilen findet. Bei den dargestellten Opfern gibt es klare Übereinstimmungen mit Opfern Seels, wie etwa Gudrun Ebel, Pia Isabel Heym und Britta Simone Diallo, sowie auch Tristan Brübach, dessen Ermordung zeitweise ebenfalls Seel zugeschrieben wurde.

Der Film wurde vom 15. Oktober 2024 bis zum 13. November 2024 an 22 Drehtagen in Frankfurt am Main gedreht. Die Premiere erfolgte am 24. August 2025 auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein.

Drehorte

Wohnhaus und Garage des Serienmörders befinden sich in der Straße Im Steinbügel im Frankfurter Stadtteil Berkersheim. Die Pathologie wurde im Sana Klinikum Offenbach nachgebaut. Der Keller mit dem Büro der Ermittler liegt im Hause des alten Fernmeldeamts 2 am Danziger Platz. Pate für das „Cafe Tuzla“ stand das Cafe Vatan in der Münchener Straße 10, der Friseursalon befindet sich in der Allerheiligenstraße.

Rezeption Kritiken

Einschaltquoten Die Erstausstrahlung von Dunkelheit am 5. Oktober 2025 wurde in Deutschland von 8,83 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 33,7 % für Das Erste.

Auszeichnungen Der Film wurde für den Rheingold Publikumspreis 2025 auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein nominiert. Beim Grimme-Preis 2026 wurde der Film in der Kategorie Fiktion ausgezeichnet. Beim Deutschen Schauspielpreis 2026 erhielten Edin Hasanović einen Preis für Dramatische Hauptrolle und Sahin Eryilmaz für Starker Auftritt in diesem Tatort.

Weblinks

Einzelnachweise

Dunkelheit Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmtitel 2025