Der Flugunfall einer Gulfstream III der Avjet bei Aspen 2001 ereignete sich am 29. März 2001. Bei dem Unfall wurde ein auf dem Los Angeles International Airport gestartetes Geschäftsreiseflugzeug des Typs Gulfstream III kurz vor der Landung auf dem Flughafen Aspen/Pitkin ins Gelände geflogen. Bei dem Unfall kamen alle 18 Insassen ums Leben.

Die anschließende Untersuchung des National Transportation Safety Board (NTSB) kam zu dem Schluss, dass die Unfallursache ein zu frühes Unterschreiten der Mindestsinkflughöhe durch den Kapitän war, ohne die Landebahn in Sichtweite zu haben.

Die Unfalluntersuchung rückte zudem mehrere allgemeine Sicherheitsrisiken in den Fokus, darunter den Druck, der von Kunden auf Charterpiloten ausgeübt wird, Nachtflüge zu Flughäfen in der Nähe von Gebirgsregionen und die Unklarheit einiger Vorschriften der Federal Aviation Administration (FAA).

Flugzeug Die Maschine war eine 1980 gebaute Gulfstream III mit der Modellseriennummer 303. Die Maschine trug das Luftfahrzeugkennzeichen N303GA und gehörte der Charterfluggesellschaft Avjet aus Burbank, Kalifornien. Das zweimotorige Geschäftsreiseflugzeug war mit zwei Strahltriebwerken des Typs Rolls-Royce Spey 511-8 ausgerüstet. Bis zum Zeitpunkt des Unfalls hatte die Maschine 7266 Betriebsstunden absolviert, auf die 3507 Starts und Landungen (= Flugzyklen) entfielen.

Passagiere und Besatzung Die Maschine war von einem Multimillionär aus Miami gechartert worden, der gemeinsam mit 14 seiner Freunde von Los Angeles nach Aspen fliegen wollte, um dort seinen Geburtstag zu feiern. Es befand sich eine dreiköpfige Besatzung an Bord der Maschine, bestehend aus einem Flugkapitän, einem Ersten Offizier und einem Flugingenieur. Der 44-jährige Flugkapitän Robert Frisbie verfügte über 9.900 Stunden Flugerfahrung, von denen 1.475 Stunden auf die Gulfstream III entfielen. Der 38-jährige Erste Offizier Peter Kowalczyk verfügte über 5.500 Stunden Flugerfahrung, wovon er 913 Stunden mit der Gulfstream III absolviert hatte. Die Piloten flogen seit fünf Monaten zusammen und waren seit weniger als einem Jahr bei Avjet angestellt.

Unfallhergang mini|Das Heck der Maschine nach dem Unfall mini|Eine Übersicht des Anfluges auf den Flughafen Aspen mit eingezeichneten Endanflugkurs der Maschine und Unfallstelle mini|Sinkprofil der Maschine Die Piloten traten am Unfalltag gegen 12 Uhr ihren Dienst an und führten mit der Maschine einen elfminütigen Positionierungsflug von der Firmenzentrale am Burbank Airport zum Los Angeles International Airport durch. Die Maschine sollte um 16:30 Uhr Ortszeit starten, der Abflug verzögerte sich jedoch, weil die Passagiere nicht pünktlich erschienen waren. Der Start erfolgte schließlich um 17:11 Uhr. Vor dem Abflug wurde der Erste Offizier durch einen Mitarbeiter der FAA informiert, dass es gemäß einer NOTAM nicht zulässig sei, mit der Maschine nach Einbruch der Dunkelheit in Aspen zu landen. Wie spätere Ermittlungen ergaben, hatte der Erste Offizier diese Nachricht nicht an den Flugkapitän weitergegeben. Auch die Flugsicherung in Aspen wusste nichts von dieser NOTAM.

Während des Fluges scherzten die Piloten über einen anderen Piloten, der mit seiner Maschine eine Landung im Sichtflug versuchte, ohne die Landebahn in Sicht zu haben.

Der Endanflug auf den Flughafen Aspen musste im Sichtflug durchgeführt werden, wobei das vorgesehene Sinkprofil aufgrund der umliegenden Berge wie eine Treppe aussah. Während des Anfluges herrschte starker Schneefall und die Sonne ging gerade unter, als die Maschine sich im Endanflug befand. Kurz vor dem Anflug der Maschine musste eine andere Maschine einen Landeanflug auf den Flughafen aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse abbrechen. Aufgrund von Lärmschutzbestimmungen um den Flughafen, die Landungen nur bis 18:58 Uhr zuließen, war es den Piloten nur möglich, einen einzigen Anflug durchzuführen. Auch der Treibstoffvorrat ließ nur einen Anflug zu, im Falle eines Fehlanfluges hätte der 60 Meilen entfernt befindliche Rifle Garfield County Airport angesteuert werden müssen, wobei die Piloten bereits vor dem Abflug besprochen hatten, im Falle eines Fehlanfluges dorthin zu fliegen. Die voraussichtliche Ankunftszeit der Maschine war 18:46 Uhr.

Die Maschine sank im Endanflug unter die Mindestsinkflughöhe. Sie stürzte um 19:01:57 Uhr mit einem exzessiven linkswärtigen Rollwinkel von 43 Grad zu Boden und brach auseinander, wobei alle 18 Insassen starben.

Ursachen Nach dem Unfall übernahm das National Transportation Safety Board (NTSB) unter Leitung des Ermittlers Bill English die Ermittlungen zur Unfallursache. Die Maschine verfügte über keinen Flugdatenschreiber, dieser war auch nicht vorgeschrieben, da die Maschine als Lufttaxi zugelassen war. Die Maschine verfügte jedoch über einen Cockpit Voice Recorder, dessen Daten erfolgreich extrahiert werden konnten.

Die Ermittlungen ergaben, dass die Piloten angaben, die Landebahn in Sicht zu haben, obwohl sie das nicht taten. Vermutlich haben sie eine Straße und Fahrzeuglichter gesehen und diese für die Landebahnbefeuerung gehalten.

Die Ermittlung ergab, dass der Charterkunde, nachdem er erfahren hatte, dass die Maschine möglicherweise umgeleitet würde, Druck auf die Fluggesellschaft ausgeübt habe, die Maschine in Aspen zu landen. Auswertungen des Cockpit Voice Recorders ergaben zudem, dass einer der Passagiere zum Unfallzeitpunkt im Jumpseat hinter den Piloten gesessen hatte, wodurch sich diese vermutlich unter Druck gesetzt gefühlt haben, die Maschine trotz der schlechten Sichtverhältnisse zu landen.

Quellen Unfallbericht Gulfstream III, N303GA, Aviation Safety Network Avjet Corporation Gulfstream III, N303GA, Aspen, Colorado, March 29, 2001" (PDF). National Transportation Safety Board. NTSB/AAB-02/03.

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