mini|hochkant=0.85|Jan A. Wolff (2025)
Jan A. Wolff (* 1961 in Karlsruhe) ist ein deutscher Architekt, Filmemacher, Gestalter und Autor. Er arbeitet interdisziplinär an der Schnittstelle von Architektur, Kommunikation und Bewegtbild. Wolff ist Gründer des Medienunternehmens Nextframe. Er ist Nachkomme des Karlsruher Unternehmers Friedrich Wolff.
Ausbildung Jan Wolff studierte ab 1983 Architektur an der Universität Fridericiana Karlsruhe (heute KIT) und war Schüler von Fritz Haller und Günther Uhlig.
Während seines Studiums war er Mitglied der Meisterklassen von Gustav Peichl und Coop Himmelb(l)au bei der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg.Gustav Peichl (Hrsg.): Internationale Sommerakademie Salzburg 1987 – Meisterschule für Architektur. Wien 1987, S. 60 f.Architektur Aktuell, Nr. 134, Dezember 1989, 23. Jahrgang, Wien, S. 106. Entwurf von Jan A. Wolff im Rahmen der Meisterklasse von Coop Himmelb(l)au bei der Internationalen Sommerakademie Salzburg, veröffentlicht im Artikel „Offene Architektur“, S. 95–107. Dort studierte er auch künstlerische Fotografie bei Tamara Kaida, Professorin der Arizona State University. Bereits zuvor hatte er mit fotografischen Arbeiten auf sich aufmerksam gemacht.Jan A. Wolff: Fotografie. Einzelausstellung in der Galerie Martina Kornfeld, Reutlingen, 1985. Während seiner Studienzeit entstanden erste filmische Projekte,Die vollendete Unvollendete. Video-Film von Hakan Tütüncü und Jan A. Wolff, Deutschland 1987, 37 Minuten, Farbe, VHS. Die Berliner Philharmonie von Hans Scharoun. und er wurde mehrfach Preisträger bei Wettbewerben.Stephan Meisel: Architekten-Wettbewerb: Studenten mit Anregungen für Stadtplaner. In: Badische Neueste Nachrichten. 6. November 1986. — Anerkennungspreis für Jan A. Wolff beim Studentenwettbewerb des BDA Karlsruhe.SWATCH-Design-Wettbewerb „Watch for a Swatch“, Wien, 12. Dezember 1988. 3. Preis (Meisterklasse) für den Entwurf „Swatch-Variationen“ von Hakan Tütüncü und Jan A. Wolff. In: Preisgerichtsprotokoll, SWATCH Generalvertretung Österreich, Hochschule für Angewandte Kunst Wien, Österreichisches Institut für Formgebung, 1988.
Von 1988 bis 1989 studierte er an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien in der Meisterklasse von Wilhelm Holzbauer. 1990 schloss er sein Architekturstudium in Karlsruhe als Diplom-Ingenieur ab.
Architektur und Städtebau Im selben Jahr wurde er organisatorischer Leiter der Internationalen Sommerakademie für Architektur in Karlsruhe, an der unter anderem Jacques Herzog und Hans Kollhoff mitwirkten.Günther Uhlig (Hrsg.): Metropolitane Region – Ergebnisse der Internationalen Sommerakademie für Architektur, Karlsruhe 1990. Vieweg-Verlag, Wiesbaden 1993.
Nach praktischer Tätigkeit in verschiedenen Architekturbüros in Berlin kehrte er 1992 nach Karlsruhe zurück, gründete dort sein eigenes Büro für Architektur und Gestaltung und wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wohnungsbau und Entwerfen bei Günther Uhlig – dem damaligen Herausgeber der Architekturzeitschrift Arch+. In enger Zusammenarbeit mit Uhlig entstanden gemeinsame Entwürfe, Buchpublikationen und Beiträge zu städtebaulichen Diskursen (siehe auch Buchproduktionen und Gestaltungen).
In dieser Zeit war Wolff neben seiner Lehrtätigkeit an mehreren Publikationen beteiligt und gestaltete ab 1990 zahlreiche Medienformate und Veröffentlichungen, unter anderem für den Deutschen Werkbund Baden-Württemberg. Für die Literarische Gesellschaft Karlsruhe entwickelte er zudem das Erscheinungsbild der Buchreihe Fragmente.Fragmente – Literarische Buchreihe des Arbeitskreises Neue Literatur in der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe. Gestaltung und visuelle Konzeption: Jan A. Wolff (ab 1994). Bis 2001 erschienen 29 Bände. Darüber hinaus trat er als Autor in verschiedenen architekturbezogenen Publikationen in Erscheinung (siehe auch Publikationen).
Parallel dazu war er mit zahlreichen Wettbewerbsbeiträgen als Architekt in Hochbau und Städtebau erfolgreich tätigBaumeister, Heft 12/1994. Vauban-Projekt, Freiburg 1994. Dokumentation zum Städtebaulichen Ideenwettbewerb. 5. Preis für Jan A. Wolff.Wettbewerbe Aktuell. Nr. 8/1994, S. 66 f. Dokumentation zum Städtebaulichen Ideenwettbewerb Ihlenfeld, Offenburg. 3. Preis für Jan A. Wolff.Wettbewerbe Aktuell. Nr. 3/1994, S. 17 ff. Dokumentation zum Städtebaulichen Realisierungswettbewerb Ehemalige Leopoldsfeste, Rastatt. 3. Preis für Jan A. Wolff. und realisierte erste eigene Planungen, darunter einen Wettbewerbsgewinn, die Raiffeisenbank in Bruchsal.Architektenkammer Baden-Württemberg (Hrsg.): Ausloberpreis 1996 – Badische und Württembergische Volksbanken und Raiffeisenbanken. Stuttgart 1996, S. 14. 1. Preis von Jan A. Wolff im Wettbewerb zur Erweiterung der Raiffeisenbank Bruchsal-Untergrombach.Badische Neueste Nachrichten: Zeitgemäßer Architekturstil. Einweihung und Tag der offenen Tür bei der Raiffeisenbank. Bericht über das neue Verwaltungsgebäude der Raiffeisenbank Untergrombach von Architekt Jan A. Wolff. Bruchsal-Untergrombach, ca. 1997. [ohne genaues Datum überliefert]
1997 koordinierte er als Bauherrenvertreter der Deutschen Bahn AG den internationalen städtebaulichen Realisierungswettbewerb Neues Quartier am Bahnhof (ehem. Potsdam Center), der in Abstimmung mit dem Bundesbauministerium und der Deutschen UNESCO-Kommission durchgeführt wurde.Auslobungsunterlage zum städtebaulichen Realisierungswettbewerb Neues Quartier am Bahnhof (ehem. Potsdam Center), Deutsche Bahn AG, vertreten durch die Deutsche Bahn Immobiliengesellschaft mbH, Frankfurt am Main, Mai 1997. Gesamtkoordination: Jan A. Wolff. Wolff war zudem Mitglied des Preisgerichts.Ergebnisprotokoll der Preisgerichtssitzungen zum städtebaulichen Realisierungswettbewerb Neues Quartier am Bahnhof (ehem. Potsdam Center), Deutsche Bahn AG, vertreten durch die Deutsche Bahn Immobiliengesellschaft mbH, Frankfurt am Main, Oktober 1997. Gesamtkoordination: Jan A. Wolff. Im gleichen Jahr beriet Wolff die Deutsche Bahn Immobiliengesellschaft mbH beim sich damals im Aufbau befindlichen Großprojekt Stuttgart 21 zur städtebaulichen Planung.
Zwischen 1998 und 2000 übernahm Wolff die Gesamtkoordination des internationalen Pavillongeländes West und gehörte zur Leitung des Technical Office der Weltausstellung EXPO 2000 Hannover GmbH. Als Head of Architecture war er verantwortlich für die bauliche Umsetzung des Pavillongeländes West, auf dem zahlreiche internationale Teilnehmer und Organisationen ihre Pavillons bauten – darunter Australien, Indien, Japan, Mexiko, Thailand und der Vatikan. Darüber hinaus fungierte er als zentraler Ansprechpartner für internationale Delegationen und Medienvertreter.Die Pavillons der EXPO 2000 – Konzeption und Nachnutzung (Redaktion). Herausgegeben von der EXPO 2000 Hannover GmbH, Bereich Planen und Bauen, Hannover 2000.
Film und Medien 2002 realisierte Jan A. Wolff seinen ersten Dokumentarfilm Traumberuf Architekt? Der Film begleitet drei junge Architektinnen und Architekten durch ihren beruflichen Alltag und setzt sich mit ihren Erwartungen, Enttäuschungen und Perspektiven auseinander.Werk, Bauen + Wohnen, Nr. 11, 2003, S. 75. Rezension zum Film Traumberuf Architekt. Online abrufbar unter: https://www.e-periodica.ch/cntmng?pid=wbw-004%3A2003%3A90%3A%3A1346Menz, Lars: ... und Action! Ein Film über einen Traumberuf. Interview mit Jan A. Wolff, in: Deutsches Architektenblatt (DAB), Nr. 5/2003 Nord, Hannover 2003.Filmseite Traumberuf Architekt?: archiv.nextframe.de/traumberufarchitekt, Presse zum Film: archiv.nextframe.de/traumberufarchitekt/presse
Im Jahr 2004 gründete er die Nextframe Film + Media GmbH mit Sitz in Hannover, später mit Niederlassung in Hamburg. Das Unternehmen spezialisierte sich auf die Produktion von Corporate Media, Werbespots, Dokumentationen und TV-Features. Zu den Auftraggebern von Nextframe zählen neben internationalen Unternehmenskunden auch öffentliche Einrichtungen wie die Europäische Kommission, die Universität Zürich und viele andere.
Sein Kino-Werbespot Die Klima Stars für die ÜSTRA fand beim CineRail-Filmfestival 2011 in Paris internationale Anerkennung.CineRail-Festival 2011, Paris. Internationale Wettbewerbsplattform für Filme im Bereich Mobilität und Transport. Online: https://www.cinerail-fest.com/ Der Spot wurde für seine kreative Umsetzung und innovative Erzählweise gewürdigt und erhielt dort den Preis Special Mention of the Jury for an Advertising Film. An dem Wettbewerb beteiligten sich insgesamt 575 Beiträge aus 18 Nationen; vergeben wurden nur fünf Preise.UIC eNews, Nr. 229, 23. März 2011. Special Mention of the Jury beim CineRail-Filmfestival Paris 2011 für den Kino-Werbespot Die Klima-Stars (Auftraggeber: ÜSTRA Hannoversche Verkehrsbetriebe AG). Online (PDF): https://www.uic.org/com/IMG/pdf/uic_enews_229.pdf
Die Bewerbungsfilme für die Expo 2017 in Astana, die Wolff 2012 produzierte, leisteten einen entscheidenden Beitrag zur erfolgreichen Bewerbung Kasachstans für die Weltausstellung.Kaune, Juliane: Der Expo-Architekt. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung. 23. Februar 2012. Online unter: https://archiv.nextframe.de/assets/press/Der-Expo-Architekt-HAZ-Zeitung.pdfKaune, Juliane: Filmemacher bringt Kasachstan auf Expo-Kurs. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung. 29. November 2012. Online unter: https://archiv.nextframe.de/assets/press/HAZ-29-11-2012.pdf Bei der Abstimmung des Bureau International des Expositions (BIE) in Paris setzte sich Astana mit 103 zu 44 Stimmen gegen die belgische Stadt Lüttich durch und erhielt den Zuschlag für die Ausrichtung der Expo 2017.Bureau International des Expositions (BIE): Astana chosen as the host city of Expo 2017. Pressemitteilung vom 22. November 2012. Online unter: https://www.bie-paris.org/site/en/news-announcements/expo-astana-2017/312-astana-chosen-as-the-host-city-of-expo-2017 Die Filme wurden mit dem Silbernen Delfin bei den Cannes Corporate Media & TV Awards ausgezeichnet.Cannes Corporate Media & TV Awards 2012: Gewinnerliste. Online unter: https://www.cannescorporate.com/de/winners2012.php Die Filme wurden offiziell dem kasachischen Partnerunternehmen SLED zugeschrieben („Astana Expo 2017 – The Great Expectation of Kazakhstan“). Nextframe und Jan Wolff waren für die kreative und inhaltliche Leitung verantwortlich, wurden jedoch in der offiziellen Veröffentlichung nicht genannt.
Filme über Architektur und Städtebau bilden den zentralen Schwerpunkt von Wolffs Arbeit.Showcase Architekturfilm. Auswahl filmischer Arbeiten von Jan A. Wolff. Online abrufbar unter: https://vimeo.com/showcase/2459069 (abgerufen am 12. April 2025). Neben zahlreichen Filmen für Union Investment und Dokumentationen für die Architektenkammer NiedersachsenArchitektenkammer Niedersachsen: Wohnraum schaffen – Dokumentation zum Wettbewerb 2016. Film von Jan A. Wolff, veröffentlicht auf YouTube. Online abrufbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=lGwTw9r9TDo (abgerufen am 5. April 2025). realisierte er auch Filme über Architektur und Kunst des Bundesrats,Nextframe – Filmproduktionen für den Bundesrat, darunter Projekte zu Architektur und Kunst. Online abrufbar unter: https://archiv.nextframe.de/filme/bundesrat darunter ein Film über die Kunstwerke im Bundesrat, einschließlich eines Interviews mit der Künstlerin Rebecca Horn zur Installation Die drei Grazien in der Wandelhalle.Rebecca Horn und Per Kirkeby – Kunst im Bundesrat. Filmische Dokumentation von Jan A. Wolff über die Kunstwerke Drei Grazien von Rebecca Horn und Bronzefiguren von Per Kirkeby im Bundesrat. Mit einem Video-Interview von Rebecca Horn. Herausgegeben vom Bundesrat, 2013. Online unter: https://www.bundesrat.de/DE/service/mediathek/mediathek-node.html?id=2009906 (abgerufen am 12. April 2025).