Die Wahl zur Österreichischen Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft 2025, kurz ÖH-Wahl 2025, fand vom 13. Mai 2025 bis zum 15. Mai 2025 statt. Gegenstand der Wahl waren die Bundesvertretung der Österreichischen Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft, die Hochschulvertretungen und die Studienvertretungen an 76 österreichischen Hochschulen.https://wien.orf.at/stories/3304981/
Eckdaten zur Wahl Die Wahlzulassung war an eine Inskription mit Stichtag 25. März 2025 sowie an ein Mindestalter von 14 Jahren geknüpft. Somit lag eine Stimmberechtigung für exakt 369.328 Studierende österreichweit vor,Verlautbarung des Wahlergebnis der Bundesvertretungswahl 2025 auf oeh.ac.at von denen jedoch nur 22,06 % ihre Stimme tatsächlich abgaben (gesamt 81.470 Stimmen abgegeben, davon gültig 79.667 Stimmen). Die Wahlbeteiligung ist im direkten Vergleich zur ÖH-Wahl 2023 (21,16 %) leicht gestiegen.Über 80.000 Studierende gaben ihre Stimme bei der ÖH Wahl 2025 ab! auf ots.at
Wahlwerbende Gruppen und Spitzenkandidaten mini|Amtlicher Stimmzettel der Bundesvertretung zur ÖH Wahl 2025 Für die Wahl zur Bundesvertretung traten insgesamt elf Listen an, darunter die zwei neuen Gruppierungen „Revolutionäre Kommunistische Partei“ und „Fölik“:
Verband Sozialistischer Student innen in Österreich (VSStÖ): Selina Wienerroither AktionsGemeinschaft (AG): Laurin Weninger Grüne & Alternative Student innen (GRAS): Viktoria Kudrna JUNOS – Junge liberale Studierende (JUNOS Studierende): Manuel Grubmüller Unabhängige Fachschaftslisten Österreichs (FLÖ): Pia-Marie Graves Kommunistischer Student innenverband – Linke Liste (KSV-LiLi): Alexandra Budanov Kommunistischer Studierendenverband (KJÖ) (KSV-KJÖ): Joseph Noah Zvonek Who the f*ck is Herbert? (HERBERT): Julian Gredinger Ring Freiheitlicher Studenten (RFS): Nico Kröpfl fölik. – Eure transparente Studierendenvertretung (fölik.): Tobias Karigl Revolutionäre Kommunistische Partei – Studierende an den Hochschulen (RKP): Christoph Pechtl Die erstmals angetretene RKP stellt neben KSV-LiLi und KSV-KJÖ die dritte kommunistische Fraktion bei der ÖH-Wahl dar. Wie auch der KSV-KJÖ definiert sich die RKP als antiimperialistisch. Ihren Ursprung hat die Fraktion im Umfeld der österreichischen Zeitung „Der Funke“, die zur Revolutionären Kommunistischen Internationalen gehört. Die RKP vertritt vorwiegend allgemein- bzw. gesellschaftspolitische Ziele und wenige strikt hochschulpolitische Forderungen.
Die ebenfalls bei der ÖH-Wahl debütierende Fraktion fölik. ging in Teilen aus dem VSStÖ hervor. Der inhaltliche Fokus liegt beinahe ausschließlich auf Hochschulpolitik, eine ideologische Dimension wird abgelehnt. Ziele sind u. a. eine Verbesserung der Raumsituation und der Mensen an Universitäten.
Ergebnisse der Wahl zur Bundesvertretung
Im Zuge der Wahl wurden insgesamt 81.468 Stimmen abgegeben, davon 1.801 ungültige. Die bundesweite Wahlbeteiligung nahm mit 22,09 % im Vergleich zu 2023 leicht zu.
Der VSStÖ konnte seinen Status als stimmen- und mandatsstärkste Fraktion mit drei zusätzlichen Mandaten deutlich ausbauen und die 30-Prozent-Marke knacken. AG und GRAS auf Platz zwei bzw. drei hatten leichte Verluste zu verzeichnen, waren aber in der Lage, ihre 12 bzw. 11 Mandate zu halten, wobei die AG ihr historisch schlechtestes Ergebnis einfuhr, wie auch die FLÖ. Je einen Sitz in der Bundesvertretung verloren JUNOS, KSV-LiLi und HERBERT. Beide 2025 erstmals angetretenen Gruppen, RKP und fölik., verpassten den Einzug in die Bundesvertretung.
Wahlergebnis 2025 im Detail
Am 20. Juni 2025 haben sich VSStÖ und GRAS auf eine Zusammenarbeit geeinigt. Die beiden kommen auf 29 der 55 Mandate und damit auf eine knappe Mehrheit.https://www.derstandard.at/story/3000000274660/studierende-bekommen-rot-gruene-fuehrung
ListeErgebnis in StimmenErgebnis in ProzentMandateVSStÖ24.02930,16 %18AG16.63020,87 %12GRAS14.50918,21 %11JUNOS6.0587,60 %4FLÖ5.3106,67 %4KSV-KJÖ3.8074,78 %2KSV-LiLi3.6244,55 %2RFS2.3532,95 %1HERBERT1.8112,27 %1RKP9051,14 %0fölik.6310,79 %0Summe79.667100,00 %55Quelle:
Ergebnisse der Wahlen zu den Hochschulvertretungen
Allgemein Die Ergebnisse der Wahlen zu den lokalen Hochschulvertretungen fallen für gewöhnlich sehr unterschiedlich aus, jedoch sind traditionell an manchen Hochschulen bestimmte Fraktionen besonders stark. Für die wahlwerbenden Gruppen sind manche Hochschulen auch von besonderer Bedeutung. So gelten etwa die Wirtschaftsuniversität Wien, die Universität Innsbruck und die Montanuniversität Leoben als Hochburgen der AG, die Technische Universität Graz und die Technische Universität Wien sind FLÖ-dominiert. An den Universitäten Wien, Graz und Salzburg sowie an den Kunstuniversitäten erhalten vor allem linke Fraktionen viele Stimmen, weswegen VSStÖ, GRAS und kommunistische Listen hier viele Stimmen erhalten.
Ergebnisse zu den Universitätsvertretungen
Akademie der bildenden Künste Wien Nachdem im Zuge der ÖH-Wahl 2023 bereits erstmals zwei wahlwerbende Gruppen in der Universitätsvertretung vertreten waren kandidierten 2025 drei, von denen keine eine absolute Mehrheit erreichen konnte. Zu Beginn der Periode wurden Verterterinnen und Vertreter der wahlwerbenden Gruppen AMS und KSV-KJÖ in den Vorsitz gewählt. Im Laufe des Wintersemesters zerfile diese Zusammenarbeit und nach einigen personellen Wechseln stellte die größte Wahlwerbende Gruppe Untitled den Vorsitz.
Universität für Bodenkultur Wien Der VSStÖ (in der der vorangegangenen Periode bis zum Bruch der Koalition im Sommersemester 2025 Juniorpartnerin der FLÖ) und GRAS konnten je ein Mandat dazugewinnen, erhielten also jeweils drei. FLÖ und AG verloren jeweils eines. Die noch nicht vertretenen Gruppen KSV LiLi und JUNOS schafften den Einzug in die Universitätsvertretung nicht. Es bildete sich ein eine Koaltition aus FLÖ und GRAS, wobei die GRAS in der Rolle der Juniorpartnerin die Vorsitzende stellt.
Medizinische Universitäten (Graz, Innsbruck, Wien) Das Ergebnis an den drei medizinischen Universitäten fiel recht ähnlich aus: Es gibt jeweils eine dominierende Fraktion welche über 80 % der Stimmen erhielt sowie eine kleinere Fraktion, welche kandidierte. An der medizinischen Universität Graz fallen acht Mandate an den VSStÖ, ein Mandat an die GRAS. An der medizinischen Universität Innsbruck verpasste der VSStÖ den Einzug, wodurch alle neun Mandate an IMU fallen. An der medizinischen Universität Wien fallen 10 Mandate auf WUM, eines auf den KSV-LiLi.
Montanuniversität Leoben An der Montanuniversität Leoben konnte die AktionsGemeinschaft die Position als Erstplatzierte zurückerobern, nachdem 2023 der VSStÖ die AG überholen konnte. Die Koalition mit der Liste Leobener Studenten wurde hier fortgesetzt. Die Montanuniversität Leoben bleibt damit die einzige Universität, an welcher eine dem RFS nahestehende wahlwerbende Gruppe an der Exekutive beteiligt ist.
Technische Universität Graz An der Mandatsverteilung an der Technischen Universität Graz änderte sich im Verlgeich zur vorangegangenen Periode lediglich, dass ein Mandat von der FLÖ zum VSStÖ wanderte. Die Koalition der beiden Fraktionen wurde dort mit weiterhin 8 der 13 Mandate fortgesetzt, wobei der VSStÖ für ein Semester die Vorsitzende stellte.
Technische Unviersität Wien An der Technischen Universität Wien konnte die FL mit 11 der 19 Mandate ihre absolute Mehrheit verteidigen. Starke Zugewinne konnte die unabhängige Liste TU*basis verbuchen, welche 5 weitere Mandate besetzen konnte. Es verloren VSStÖ und JUNOS je ein Mandat, letztere ihr einziges, wodurch sie aus der Universitätsertretung ausschieden. Mit je einem Mandat konnten GRAS und AG, welche 2023 aus der Universitätsvertretung ausgeschieden waren wieder einziehen.
Universität Graz Mit über 10 % Zuwachs konnte der VSStÖ seine Position als stärkste Kraft deutlich ausbauen. Die restlichen wahlwerbenden Gruppen hatten moderate Verluste und Gewinne zu verbuchen. Es schied keine wahlwerbende Gruppe aus der Universitätsvertretung aus und es zog auch keine neue ein. Als Juniorpartnerin des VSStÖs löste die GRAS die AG ab, wodurch zum ersten Mal seit 2019 die AG nicht mehr durch die Zusammenarbeit mit zumindest einer linken Fraktion (2019–2023 mit GRAS & JUNOS, 2023–2025 mit VSStÖ) in der Exekutive vertreten war.
Universität Innsbruck Die Universität Innsbruck gilt als Hochburg der Aktionsgemeinschaft, dennoch konnten die linken Fraktionen GRAS, VSStÖ und KSV-LiLi im Zuge der ÖH-Wahl 2023 eine linke Mehrheit erringen und bildeten eine grün-rot-rote Koalition. Da die GRAS zwei Mandate verlor, wovon eines an die AG und eines an den VSStÖ fiel verlor diese Koalition ihre Mehrheit. Anders als nach der ÖH-Wahl 2021, als die AG ihre absolute Mehrheit verlor, entschied sie sich gegen eine Koalition mit den JUNOS und ging eine solche mit der GRAS ein, welche dadurch weiterhin an der Exekutive beteiligt war, jedoch nicht mehr als stärkere Koalitionspartnerin.
Universität Klagenfurt An der Universität Klagenfurt bestand in der gesamten vorangehenden Periode keine Koaltition. Die Fraktion der Vorsitzenden, der KSV-KJÖ konnte stark zulegen, das ging vor allem auf Kosten der PLUS, welche sich mehr als halbierte. Es bildete sich die einzig mögliche Zweierkoalition aus den beiden stärksten Fraktionen AG und VSStÖ.
Universität Linz Insbesondere aufgrund des überraschend guten Ergebnisses des VSStÖs an der Universität Linz wurde die bisherige Minderheitsexekutive der Aktionsgemeinschaft durch eine rot-grüne Minderheitsexekutive aus VSStÖ und GRAS abgelöst. Die beiden wahlwerbenden Gruppen gemeinsam stellen 7 der 17 Mandatarinnen und Mandatare, sind also in Abstimmungen auf zwei Stimmen aus der Opposition angewiesen. Diese setzt sich zusammen aus 7 Mandate der AG, 2 Mandate der No Ma’am und einem Mandat der JUNOS.
Universität Salzburg Ähnlich wie in Graz konnte auch in Salzburg der VSStÖ über 10 % zulegen und damit seine Position als stärkste Fraktion festigen. Seit 2019 amtierte an der Universität Salzburg eine übergroße Koaltition aus GRAS, VSStÖ und LUKS. Obwohl diese Koalition weiterhin eine Mehrheit gehabt hätte wurde der KSV-KPÖ als Juniorpartner des VSStÖs erstmals Teil der Exekutive. Im April 2026 wurde diese Zusammenarbeit vom VSStÖ beendet. In einer außerordentlichen Sitzung wurden sowohl der erste stellvertretende Vorsitzende, als auch die vom KSV gestellten Referenten abgewählt. Daraufhin bildete sich eine rot-grüne Koalition.
Universität Wien An der Universität Wien verschob sich je ein Mandat vom KSV LiLi, der FL und der AG um VSStÖ, zur GRAS und zum KSV-KJÖ. Der VSStÖ blieb damit deutlich stärkste Kraft und bildte statt wie nach der Wahl 2021 und 2023 eine Koaltition mit dem KSV LiLi eine Koalition mit der GRAS. Nur vier Monate nach Beginn der Periode kündigte die GRAS diese Koaltition aufgrund von Antisemitismusvorwürfen gegenüber dem VSStÖ auf. Eine neue Mehrheit hat sich seitdem nicht gefunden, es amtiert eine VSStÖ Minderheitsexekutive.
Veterinärmedizinische Universität Wien An der Veterniärmedizinischen Universität Wien sind weiterhin zwei Fraktionen vertreten, da der KSV LiLi den Einzug nicht schaffte. Seit 2025 ist jedoch die AG-nahe AVE statt der FLÖ-nahen AVE stärkste Kraft.
Wirtschaftsuniversität Wien Die Wirtschaftsuniversität Wien ist die einzige der großen Universitäten, mit lediglich zwei in der Universitätsvertretung vertretenen wahlwerbende Gruppen. Weiterhin mit einer Zweidrittelmehrheit (12 Mandate) ausgestattet ist hier die AktionsGemeinschaft, einzie Oppositionkraft ist der VSStÖ mit 5 Mandaten. GRAS, JUNOS und KSV-KJÖ verpassten den Einzug in die Universitätsvertretung. Bemerkenswert ist die hohe Wahlbeteiligung von 44 %, welche somit doppelt so Hoch wie bundesweit war.
Sonstige Universitätsvertretungen An folgenden Universitäten trat nur eine wahlwerbende Gruppe an, welche dementsprechend auch alle an der Hochschule zu vergebenden Mandate errang:
Universität für Angewandte Kunst Wien (RANT - Die Angerannte)