mini|Verbreitungsgebiet des Chacoguans
Der Chacoguan (Ortalis canicollis), Syn. Penelope canicollis ist eine Vogelart aus der Ordnung der Hühnervögel (Galliformes).. Abgerufen am .P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
Der Vogel ist endemisch im Gran Chaco in Südamerika und kommt in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay vor.
Der Lebensraum umfasst sumpfigen Tieflandwald, gerne entlang von Pfaden und Gehölzrändern mit dichtem Bewuchs bis mindestens 1000 m Höhe. Die Nominatform kommt auch in trockenen subtropischen Wäldern in den Andenausläufern vor, die Unterart O. c. Pantanalensis auch im Mischwald, Galeriewald, Cerrado, Sekundärwald und Copernicia und Trithrinax Palmenhainen.J. del Hoyo und G. M. Kirwan: Chaco Chachalaca (Ortalis canicollis), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Ortalis canicollis
Merkmale Die Art ist 50–56 cm groß und wiegt 479–678 g. Es handelt sich nicht nur um den größten, sondern wohl auch um den einfarbigsten Vertreter der Gattung Ortalis. Kopf und Nacken sind ähnlich graubraun gefärbt wie Brust und Rücken. Die Stirn ist schwärzlich, Gesichtshaut und Kehllappen sind rosarot, die unbefiederte Haut um das Auge herum ist rot. Auffällig ist der lange, gleichfalls dunkelgraue Schwanz mit rötlich-braunen seitlichen Steuerfedern. Die Flügel sind klein und rund. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Jungvögel sehen wie Altvögel aus.Wikiaves
mini|O. c. pantanalensis Geografische Variation Folgende Unterarten werden anerkannt:IOC World Bird List v15.1 Megapodes, guans, guineafowl, New World quail O. c. canicollis (, 1830)Johann Georg Wagler (1830), S. 1112, Nominatform, – Ostbolivien bis Westparaquay und Nordargentinien O. c. pantanalensis & , 1921George Kruck Cherrie u. a. (1921), S. 2, – Westbrasilien (Mato Grosso), weniger grau, mehr braun, größer, Gesichtshaut mehr purpurrot.
Stimme Die typischen Rufe am frühen Morgen bestehen aus rauem, lärmigem „chata-ra-ta“ oder „bink, ka chee chaw raw taw, chaw raw taw, chaw raw taw“, auch „cha-cha-cha“ und mitunter „prep-ep-ep-ep“.
Lebensweise Die Art ist vermutlich ein Standvogel. Die Nahrung besteht aus Blättern, Pflanzensamen, Früchten und Blüten, auch Raupen. Fruchtsamen werden intakt ausgeschieden und können zur Pflanzenverbreitung beitragen. Die Nahrung wird meist in Gruppen von bis zu 30 Individuen bevorzugt in den Baumkronen gesucht, aber auch bodennah. Die Brutzeit liegt während der Regenzeit zwischen Oktober und Februar in Nordargentinien. Das Nest ist eine einfache Plattform aus Zweigen und Stöcken in 2 bis 4 m Höhe. Das Gelege besteht aus 2–4 dunkel cremefarbenen Eiern, die vom Weibchen ausgebrütet werden.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Chacoguans erfolgte 1830 durch Johann Georg Wagler unter dem wissenschaftlichen Namen Penelope canicollis. Als Verbreitungsgebiet gab er Paraguay basierend auf Yacú del yacú-caraguatáFélix de Azara (1805), S. 77–80. von Félix de Azara an. 1786 führte Blasius Merrem die neue Gattung Ortalis ein.Blasius Merrem (1786), S. 40. Dieser Begriff hat seinen Ursprung in .Ortalis The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling Der Artname canicollis ist ein Wortgebilde aus und .canicollis The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling Pantanalensis bezieht sich auf den Pantanal. Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay vier Bälge, gesammelt von Hans Krieg (1888–1970), Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) und Michael Mathias Kiefer (1902–1980) gesammelt in Zanja Moroti und Estancia Estrella im Bergland des Río Apa und am Berg Galván im Gran Chaco, zur Verfügung. Außerdem lagen ihm ein Exponat gesammelt von Emil Weiske (1867–1950) und Berthold Krüger in Concepción vor. In der Literatur fand er viele Nachweise für das Land, so z. B. am Río Bermejo und Río Paraná durch Hans Hermann Carl Ludwig von BerlepschHans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch (1887), S. 125., vom Unterlauf des Río PilcomayoJohn Graham Kerr (1892), S. 148. und Concepción, Waikthlatingmayalwa und nahe von Carayá Vuelta durch John Graham KerrJohn Graham Kerr (1901), S. 234., in Monte Alto sowie Puerto San Juan durch Claude Henry Baxter GrantClaude Henry Baxter Grant (1911), S. 461., in Fort Wheeler im Chaco Boreal durch Cherrie und Reichenberger und in Puerto Pinasco im Departamento Presidente Hayes durch Alexander Wetmore.Alexander Wetmore (1926), S. 116. In seiner Analyse erwähnte Laubmann Ortalis canicollis grisea & , 1921, die er als Synonym zur Nominatform betrachtete. Selbst O. c. pantanalensis als Unterart zweifelte Laubmann an.Alfred Laubmann (1939), S. 128–130. Mit Ortalis canicollis ungeri , 1962Joachim Steinbacher (1939), S. 25–26. wurde ein weiteres Synonym zur O. c. pantanalensis beschrieben. Grisea stammt von ab, ungeri ist Jakob Jakobovich Unger (1894–1959) gewidmet.
Gefährdungssituation Der Bestand gilt als „nicht gefährdet“ (Least Concern).
Literatur
Weblinks
Factsheet auf BirdLife International
Oiseaux.net Macaulay Library Multimedia
Einzelnachweise
Kategorie:Hokkohühner