mini|Gustav Peter Hirschbrunn (ca. 1865) mini|Todesanzeige und Artikel aus der Mayener Zeitung vom 23. August 1892 Johann Peter Gustav Hirschbrunn (* 12. November 1825 in Obermendig; † 19. August 1892 ebenda) war ein deutscher Gutsbesitzer und Politiker.
Leben Er war das erste Kind von Maximilian Nikolaus Carl Hirschbrunn (* 14. Oktober 1798; † 27. Dezember 1850 in Mendig)Inschrift des historischen Grabkreuzes auf dem Friedhof in Obermendig: „GEB. D. 14 OCTOBER 1798“. Ein digitales Bild der Grabstätte ist auf Wikimedia Commons einsehbar.Inschrift des historischen Grabkreuzes auf dem Friedhof in Obermendig: „GEST. D. 27 DEZEMBER 1850“. und der aus Nancy stammenden Maria Josefine Gerard (* 6. Februar 1805; † 5. April 1851 in Mendig).Inschrift des historischen Grabkreuzes auf dem Friedhof in Obermendig: „JOSEPHINE HIRSCHBRUNN geb. GERARD / GEB. D. 6 FEBRUAR 1805“. Ein digitales Bild der Grabstätte ist auf Wikimedia Commons einsehbar.Inschrift des historischen Grabkreuzes auf dem Friedhof in Obermendig: „GEST. D. 5 APRIL 1851 / R.I.P.“. Die Familie wurde über Generationen hinweg „als die eigentlichen Herren des Dorfes Obermendig betrachtet“.Willi Bömerich: Obermendiger Chronik I. Verbandsgemeinde Mendig 2015, S. 45.
Hirschbrunn lebte als Gutsbesitzer in Obermendig. Er war von 1850 bis 1892 der Besitzer und landwirtschaftliche Betreiber des ererbten Fronhofes St. FlorinMarzena Kessler, Nicole Graf: Fronhof des Stiftes St. Florin in Obermendig. GAV Verlag, Mayen 2019. in Obermendig.Willi Bömerich: Obermendiger Chronik I. Verbandsgemeinde Mendig 2015, S. 47. Während der Märzrevolution 1848 wehrte er einen Angriff randalierender Jugendlicher auf den elterlichen Gutshof ab.Karl Porten: Die Aufteilung mißglückte. Das Revolutionsjahr 1848 in Ober- und Niedermendig. In: Beilage der Rhein-Zeitung für Schule und Elternhaus. Heimat zwischen Hunsrück und Eifel. Mittelrhein-Verlag GmbH, Koblenz, Jahrgang 31, Nr. 9, September 1983, S. 1. Da er in seiner Heimat daraufhin fälschlich als „Franzosenfreund“ betitelt wurde, wanderte er mit einem Auslandsreisepass für ein Jahr nach Paris aus.Willi Bömerich: Obermendiger Chronik I. Verbandsgemeinde Mendig 2015, S. 47.
Nach seiner Rückkehr engagierte er sich als Landwirt und Kommunalpolitiker in der Pellenz. Er war führendes Mitglied in landwirtschaftlichen,Herrmann Franz: Studien an der Kartoffelknolle. Dieterichsche Uni-Buchdruckerei, Göttingen 1873, S. 47. heimatkundlichen und naturwissenschaftlichen Vereinigungen. Er gehörte dem Kreistag sowie dem Kreisausschuss an und vertrat den Landrat als Kreisdeputierter.Willi Bömerich: Obermendiger Chronik I. Verbandsgemeinde Mendig 2015, S. 47–48. Von 1868 bis 1874 war er Abgeordneter im Provinziallandtag der Rheinprovinz. Nachdem er beim ersten Landtag 1875 verhindert war, war er von 1875 bis 1877 erneut Abgeordneter und von 1885 bis 1888 stellvertretender Abgeordneter. Er wurde im Stand der Landgemeinden im Regierungsbezirk Koblenz gewählt.
Der Gemeinde Obermendig stellte er unentgeltlich Grundstücke zur Neuanlage des Friedhofs zur Verfügung.Willi Bömerich: Obermendiger Chronik I. Verbandsgemeinde Mendig 2015, S. 47–49. Zudem überließ er der katholischen Genovefa-Gemeinde während des Kirchenumbaus 1879–1880 die Laurentius-Kapelle seines Hofes als Ersatzgotteshaus. Hirschbrunn initiierte zudem archäologische Untersuchungen in der Region: Bei Pflügarbeiten an der Gemarkungsgrenze zu Mayen stieß er auf die Reste einer römischen Straße.Joseph Hagen: Römerstraßen der Rheinprovinz. Verlag Schröder, Bonn 1931, S. 293.Ludwig Brink, Josef Hilger: Geschichte von Mayen. Verlag Schreder, Mayen 1910, S. 70. Bei Bell entdeckte er römische Münzen aus den Regierungszeiten von Vespasian und Commodus, die er der lokalen Schule übergab.Von Kruse: Jahrbücher des Vereins von Altertumsfreunden im Rheinlande. Heft LII, Druck und Verlag Marcus, Bonn 1872, S. 157, 161. Im Zeitraum 1889/1890 errichtete er gemeinsam mit Anton von Brewer, Philipp Ackermann und dem Lehrer Virgil Müller als Vorstandsmitglied des „Jagdclubs Gänsehals“ aus privaten Mitteln den Gänsehalsturm.Karl Schneider: Aktuelles aus dem Gemeinderat - Der Gänsehalsturm bei Bell. Gemeindeverwaltung, Bell-Eifel 2004, S. 1.
Familie Hirschbrunn heiratete am 24. September 1851 in der katholischen Pfarrkirche von Hochkirch bei Glogau Sophie Catharina von Taubenheim († 25. Februar 1900)Willi Bömerich: Obermendiger Chronik I. Verbandsgemeinde Mendig 2015, S. 47., eine Tochter des preußischen Generalmajors Karl Ludwig Scipio von TaubenheimWilli Bömerich: Obermendiger Chronik I. Verbandsgemeinde Mendig 2015, S. 47–49. (1781–1845).
Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Catharina Carolina Josephina (1852–1924)Vgl. Landeshauptarchiv Koblenz - Personenstandsarchiv Rheinland-Pfalz, Bestand 657,349 Nr. 39: Geburtsregister der Bürgermeisterei St. Johann 1852. Nr. 187, S. 48. Heinrich (1854–1929)Vgl. Landeshauptarchiv Koblenz - Personenstandsarchiv Rheinland-Pfalz, Bestand 657,349 Nr. 41: Geburtsregister der Bürgermeisterei St. Johann 1854, Nr. 88, S. 22. Maria Josephine Hyazinthe (1863–1931)Vgl. Landeshauptarchiv Koblenz - Personenstandsarchiv Rheinland-Pfalz, Bestand 657,349 Nr. 50: Geburtsregister der Bürgermeisterei St. Johann 1863. Nr. 249 S. 63.
Seine Ehefrau war zudem als Malerin aktiv und signierte ihre Werke vor der Ehe mit C. v. Taubenheim und danach mit C. Hirschbrunn.
Bilder
Weblinks
Literatur Vera Torunsky: Die Abgeordneten der Rheinischen Provinziallandtage und Landschaftsversammlungen, Band 1: Die Abgeordneten der Provinziallandtage und ihre Stellvertreter 1825–1888, ISBN 3-7927-1749-2, S. 212. Todesanzeige und Artikel aus der Mayener Zeitung vom 23. August 1892
Einzelnachweise
Kategorie:Mitglied des Provinziallandtages der Rheinprovinz (Königreich Preußen) Kategorie:Politiker (19. Jahrhundert) Kategorie:Mendig Kategorie:Preuße Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1825 Kategorie:Gestorben 1892 Kategorie:Mann