Sophie El Goulli (; geboren 4. Februar 1931 in Sousse; gestorben 10. Oktober 2015 in Tunesien) war eine tunesische Schriftstellerin und Kunsthistorikerin. Sie war die Autorin von Gedichtbänden, Erzählungen und einer Monografie über Ammar Farhat.
Leben Ausbildung El Goulli wurde in einer bürgerlichen Familie in Sousse geboren. Sie besuchte den Kuttab und absolvierte dann ihre Grund- und Sekundarschulbildung am Institut Émilie-de-Vialar in Tunis-Belvédère. Nachdem sie 1951 ein humanistisches Abitur erworben hatte, studierte sie am Institut des hautes études de Tunis, an der Universität Aix-Marseille und an der Universität Paris (Sorbonne). Sie hatte einen Abschluss in Englisch, moderner und vergleichender Literaturwissenschaft, außerdem ein Zertifikat für Theaterwissenschaften und seit 1974 einen Doktortitel in Archäologie und Kunstgeschichte.
Berufliche Entwicklung Sie unterrichtete Französisch und Englisch an Gymnasien in Paris und in Tunis am Lycée de la rue du Pacha und am Lycée de Montfleury..
Zwischen 1953 und 1958 leitete El Goulli den Cinéclub de Tunis und gründete 1958 mit der Hilfe von Henri Langlois und in Zusammenarbeit mit Jacques Pérez die Cinémathèque tunisienne, die sie mehrere Jahre leitete.
Zwischen 1973 und 1980 war sie Beamtin im Ministerium für kulturelle Angelegenheiten, wo sie zunächst als Leiterin der Abteilung für Film und Dokumentation und später als Leiterin der Abteilung für bildende Kunst tätig war. Parallel dazu promovierte sie in Kunstgeschichte und lehrte ab 1980 Kunstgeschichte am Institut technologique d'art, d'architecture et d'urbanisme (ITAAUT) an der Universität Tunis.
Schriftstellerin In ihrem ersten von vier Gedichtbänden dachte El Goulli 1973 unter dem Titel Signes über das Leben, den Tod, das Schicksal und die Kunst nach. 1993 veröffentlichte sie den historischen Roman Les mystères de Tunis. In ihm beschrieb sie das Schicksal verschiedener tunesischer, französischer und türkischer Familien während des Französischen Protektorats in Tunesien, das von 1881 bis 1956 existierte. El Goulli entwickelte darin das Bild eines weltgewandten und vielfältigen Tunis. El Goulli veröffentlichte auch Gedichte und Erzählungen für Kinder, davon einige mit Nafila Dhahab.
Als Kunsthistorikerin veröffentlichte sie 1979 eine Monografie über den Künstler Ammar Farhat. Sie untersuchte in Peinture en Tunisie von 1994 Ursprung und Entwicklung der tunesischen Ölmalerei.
El Goulli beherrschte sowohl Französisch, Latein, Altgriechisch, Englisch und Italienisch und schrieb auch für die französischsprachigen tunesischen Tageszeitungen L'Action tunisienne, La Presse de Tunisie und Le Temps. In der Zeitschrift SeptièmArt veröffentlichte sie regelmäßig Filmkritiken über das tunesische Filmschaffen.
Ehrungen und Auszeichnungen 1992: Prix national de la critique 1999: Prix national Tunisie-France pour les arts plastiques 2004: Comar d'or: Prix spécial de la jury für Les mystères de Tunis. Prix de la poésie française du XXe siècle des Centre de recherches, d'études, de documentation et d'information sur la femme (Credif) Die Cinémathèque tunisienne hat eine Kinosaal nach Sophie El Goulli benannt.
Veröffentlichungen (Auswahl) Falls nicht anders angegeben veröffentlichte El Goulli auf Französisch. Ins Deutsche wurde bisher kein Werk übersetzt.
Gedichte
Wissenschaftliche Titel
Romane
Erschien seit 1990 als Fortsetzungsroman in der tunesischen Tageszeitung Le Temps.
Literatur (Auswahl) Aufgelistet in der Reihenfolge des Erscheinungsdatums.
Weblinks Sophie GOULLI - Dictionnaire créatrices
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Kunsthistoriker Kategorie:Hochschullehrer (Tunesien) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Französisch) Kategorie:Tunesier Kategorie:Geboren 1931 Kategorie:Gestorben 2015 Kategorie:Frau