Der Stadtkurs Circuit de Monaco ist eine temporäre Motorsport-Rennstrecke in den Stadtteilen Monte Carlo und La Condamine von Monaco. Für das Formel-1-Rennen Großer Preis von Monaco werden alljährlich zahlreiche Straßen der Stadt abgesperrt. Verkehrsschilder und Blumenkübel werden entfernt. Boxengasse, Leitplanken, mobile Curbs, Zäune und umfangreiche Tribünenanlagen, als Fliegende Bauten ausgeführt, komplettieren die 3,337 Kilometer lange Rennstrecke.

Geschichte Die Ursprünge der Rennstrecke gehen auf den ab 1909 amtierenden Präsidenten des Automobile Club de Monaco Antony Noghès zurück, welcher mit dem wachsenden Erfolg des Automobilsports ebenfalls Rennen im Fürstentum veranstalten wollte. Mit der Zustimmung des Fürsten Louis II. wurde die Strecke am Hafen entlang ausgelegt, wobei unter anderem der Rennfahrer Louis Chiron an der Entwicklung beteiligt war. Der erste Große Preis von Monaco fand daraufhin 1929 statt und das Rennen wurde 1950 Teil der neuen Formel 1.

Streckenbeschreibung Als Stadtkurs bietet der Kurs fast keine Auslaufzonen und zählt daher trotz des im Vergleich zu anderen Rennstrecken eher geringen Durchschnittstempos zu den gefährlichsten Rennstrecken des Formel-1-Kalenders. Ex-Weltmeister Nelson Piquet verglich das Fahren auf der Strecke von Monaco mit „Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer“,Süddeutsche Zeitung: Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer. 25. Mai 2013. der zweifache Monaco-Sieger David Coulthard bezeichnete es als „reinen Irrsinn“.Die Welt: 78 Mal der reine Irrsinn. 26. Mai 2001 Der Traditionskurs gilt als große Herausforderung für die Piloten, ein Sieg in Monaco als besondere Leistung.

Klassische Variante Start und Ziel liegen auf dem Boulevard Albert 1er. An der Einmündung der Rue Sainte-Dévote befindet sich die erste Rechtskurve (1, Sainte-Dévote). Ab hier verläuft die Strecke auf der Avenue d'Ostende bergauf und passiert den Punkt 2, Beau Rivage. Auf der Avenue de Monte-Carlo wird Punkt 3, Massenet, in einer weiten Linkskurve passiert. Vorbei am prominenten Casino von Monte-Carlo führt der Kurs zu Punkt 4, Casino. Am Place du Casino folgt ein Rechtsknick auf die Avenue des Spélugues. Hier schwenken die Fahrer nach rechts, um einem Sprunghügel auszuweichen. Wieder ein Rechtsknick, Punkt 5 Mirabeau Haute. Es geht die Avenue des Spélugues abwärts zur Haarnadel 6, früher als Loews bzw. Fairmont bekannt, heute Grand Hotel HairpinDie Bahnhofskurve in Monaco einzigartiger Blick auf die Historie und Entwicklung dieser geschichtsträchtigen Kurve auf zwischengas.com (zuletzt aufgerufen 16. Mai 2017) genannt. Dies ist die langsamste Stelle und die einzige im ersten Gang gefahrene Kurve aller Formel-1-Rennstrecken und erfordert eine spezielle Lenkungsübersetzung. Weiter über die Avenue Princess Grace, eine der im Immobilienbereich teuersten Straßen der Welt.The Wall Street Journal: The 10 Most Expensive Streets in the World. Blogeintrag vom 5. August 2008. (engl.) Punkte 7 und 8, eine Doppel-Rechtskurve (Mirabeau Bas und Portier). Die am Ufer des Hafens entlang führende Straße heißt Boulevard Louis II und mündet in den Tunnel unter dem Fairmont-Hotel (9). Die Fahrer sind einem starken Kontrast zwischen dunkel und hell ausgesetzt, wenn sie aus dem Tunnel herausfahren. Nach dem Tunnelausgang folgt die schnellste Stelle des Kurses, die übergeht in Punkt 10, nouvelle chicane. Ausgang ist Punkt 11. Eine kurze Gerade führt zu Kurve 12, die relativ flüssig zu durchfahrende Tabac – benannt nach einer Tabaktrafik, die heute nicht mehr existiert. Es folgt Schikane 13, benannt nach Louis Chiron und 14, Piscine. Die sogenannte „Schwimmbad-Kurve“ erlangte durch einen kuriosen Unfall Bekanntheit: Alberto Ascari stürzte 1955 mit seinem Lancia ins Hafenbecken, konnte aber durch Matrosen des Reeders Aristoteles Onassis unversehrt aus dem Wasser gerettet werden – verlor aber vier Tage später bei einer Testfahrt sein Leben. Über den nicht benannten Punkt 15 geht es weiter auf die Rascasse zu, benannt nach einem Restaurant, das wiederum nach einem Feuerfisch benannt ist. Dort können die Gäste das Rennen direkt an der Leitplanke und damit so nah wie nirgends sonst in der Formel 1 verfolgen. Hier führt die Doppel-Rechtskurve 16 zurück zur Einmündung auf die Boxengasse oder zu den Kurven 17 und 18, jetzt wieder zurück auf den Boulevard Albert 1er.

Die Boxengasse ist ebenfalls eine Besonderheit: Da sie nicht – wie bei permanenten Rennstrecken – als solche angelegt wurde, ist sie sehr eng und zwingt die Teams zu Kompromissen bei der Unterbringung ihrer Ausrüstung. Zudem befindet sich das Boxengebäude direkt neben der Start-Ziel-Geraden; die Boxengasse verläuft seit 2004 an seiner Rückseite.

Bis 1972 war insbesondere nach dem Punkt 13 der Streckenverlauf kürzer (3,145 km Gesamtlänge) und einfacher: eine Gerade führte auf eine Haarnadelkurve („Gasometer“) zu und danach wieder auf die Startgerade zurück.

Verkürzte Variante In der verkürzten Variante, die erstmals am 9. Mai 2015 im Rahmen des Monaco ePrix 2015 befahren wurde und bis 2019 verwendet wurde, führt die Strecke nicht nach der Sainte Dévote bergauf in Richtung Casino, sondern parallel zum Hafen entlang bis zum Bereich der Hafenschikane auf der Avenue J. F. Kennedy. Hier befindet sich eine Haarnadelkurve, anschließend ist die Streckenführung wieder identisch mit dem klassischen Kurs. Mit nur 1760 Metern ist die Variante nur etwa halb so lang wie die klassische Variante und war die kürzeste Strecke im Kalender der FIA-Formel-E-Meisterschaft.

Veranstaltungen Die Strecke ist vor allem für die Austragung des Großen Preises von Monaco in der Formel 1 bekannt. Der Grand Prix gilt als eines der prestigeträchtigsten Rennen im Motorsport und bildet mit dem Indianapolis 500 und dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans die sogenannte Triple Crown of Motorsport.

Mittlerweile wird der Rennkurs auch für den im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindenden Grand Prix de Monaco Historique genutzt, außerdem fand am 9. Mai 2015 auf einer verkürzten Variante der Rennstrecke erstmals der Monaco ePrix im Rahmen der FIA-Formel-E-Meisterschaft statt. Seit 2021 fährt auch die Formel-E auf dem vollständigen Kurs. 2020 fand erstmals seit 1954 kein Großer Preis von Monaco auf dem Circuit de Monaco statt. Die Organisatoren hatten das Rennen im März 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie abgesagt.

Die Radrundfahrt Tour de France wurde am 4. Juli 2009 mit einem Einzelzeitfahren in Monaco gestartet, wobei ein Teil dieses Prologs über den Circuit de Monaco führte.

Statistik mini|Siegerpodest im Jahr 2019 + Alle Sieger von Formel-1-Rennen in Monaco Nr. Jahr Fahrer Konstrukteur Motor Reifen Zeit Streckenlänge Runden Ø-Tempo Datum GP von 1 1950 Alfa Romeo Alfa Romeo 3:13:18,700 h 3,180 km 100 98,701 km/h 21. Mai 2 1955 Ferrari Ferrari 2:58:09,800 h 3,145 km 100 105,914 km/h 22. Mai 3 1956 Maserati Maserati 3:00:32,900 h 3,145 km 100 104,515 km/h 13. Mai 4 1957 Maserati Maserati 3:10:12,800 h 3,145 km 105 104,165 km/h 19. Mai 5 1958 Cooper Climax 2:52:27,900 h 3,145 km 100 109,414 km/h 18. Mai 6 1959 Cooper Climax 2:55:51,300 h 3,145 km 100 107,304 km/h 10. Mai 7 1960 Lotus Climax 2:53:45,500 h 3,145 km 100 108,599 km/h 29. Mai 8 1961 Lotus Climax 2:45:50,100 h 3,145 km 100 113,788 km/h 14. Mai 9 1962 Cooper Climax 2:46:29,700 h 3,145 km 100 113,337 km/h 3. Juni 10 1963 B.R.M. B.R.M. 2:41:49,700 h 3,145 km 100 116,605 km/h 26. Mai 11 1964 B.R.M. B.R.M. 2:41:19,500 h 3,145 km 100 116,969 km/h 10. Mai 12 1965 B.R.M. B.R.M. 2:37:39,600 h 3,145 km 100 119,688 km/h 30. Mai 13 1966 B.R.M. B.R.M. 2:33:10,500 h 3,145 km 100 123,192 km/h 22. Mai 14 1967 Brabham Repco 2:34:34,300 h 3,145 km 100 123,079 km/h 7. Mai 15 1968 Lotus Ford 2:00:32,300 h 3,145 km 80 125,238 km/h 26. Mai 16 1969 Lotus Ford 1:56:59,400 h 3,145 km 80 129,037 km/h 18. Mai 17 1970 Lotus Ford 1:54:36,600 h 3,145 km 80 131,716 km/h 10. Mai 18 1971 Tyrrell Ford 1:52:21,300 h 3,145 km 80 134,360 km/h 23. Mai 19 1972 B.R.M. B.R.M. 2:26:54,700 h 3,145 km 80 102,756 km/h 14. Mai 20 1973 Tyrrell Ford 1:57:44,300 h 3,278 km 78 130,298 km/h 3. Juni 21 1974 Lotus Ford 1:58:03,700 h 3,278 km 78 129,941 km/h 26. Mai 22 1975 Ferrari Ferrari 2:01:21,310 h 3,278 km 75 121,552 km/h 11. Mai 23 1976 Ferrari Ferrari 1:59:51,470 h 3,278 km 78 127,994 km/h 30. Mai 24 1977 Wolf Ford 1:57:52,770 h 3,312 km 76 128,120 km/h 22. Mai 25 1978 Tyrrell Ford 1:55:14,660 h 3,312 km 75 129,325 km/h 7. Mai 26 1979 Ferrari Ferrari 1:55:22,480 h 3,312 km 76 130,902 km/h 27. Mai 27 1980 Williams Ford 1:55:34,365 h 3,312 km 76 130,677 km/h 18. Mai 28 1981 Ferrari Ferrari 1:54:23,380 h 3,312 km 76 132,029 km/h 31. Mai 29 1982 Brabham Ford 1:54:11,259 h 3,312 km 76 132,262 km/h 23. Mai 30 1983 Williams Ford 1:56:38,121 h 3,312 km 76 129,487 km/h 15. Mai 31 1984 McLaren Porsche (TAG) 1:01:07,740 h 3,312 km 31 100,776 km/h 3. Juni 32 1985 McLaren Porsche (TAG) 1:51:58,034 h 3,312 km 78 138,435 km/h 19. Mai 33 1986 McLaren Porsche (TAG) 1:55:41,060 h 3,328 km 78 134,634 km/h 11. Mai 34 1987 Lotus Honda 1:57:54,085 h 3,328 km 78 132,102 km/h 31. Mai 35 1988 McLaren Honda 1:57:17,077 h 3,328 km 78 132,797 km/h 15. Mai 36 1989 McLaren Honda 1:53:33,251 h 3,328 km 77 135,401 km/h 7. Mai 37 1990 McLaren Honda 1:52:46,982 h 3,328 km 78 138,097 km/h 27. Mai 38 1991 McLaren Honda 1:53:02,334 h 3,328 km 78 137,785 km/h 12. Mai 39 1992 McLaren Honda 1:50:59,372 h 3,328 km 78 140,329 km/h 31. Mai 40 1993 McLaren Ford 1:52:10,947 h 3,328 km 78 138,837 km/h 23. Mai 41 1994 Benetton Ford 1:49:55,372 h 3,328 km 78 141,691 km/h 15. Mai 42 1995 Benetton Renault 1:53:11,258 h 3,328 km 78 137,604 km/h 28. Mai 43 1996 Ligier Mugen 2:00:45,629 h 3,328 km 78 124,014 km/h 19. Mai 44 1997 Ferrari Ferrari 2:00:05,654 h 3,367 km 62 104,295 km/h 11. Mai 45 1998 McLaren Mercedes 1:51:23,595 h 3,367 km 78 141,459 km/h 24. Mai 46 1999 Ferrari Ferrari 1:49:31,812 h 3,367 km 78 143,865 km/h 16. Mai 47 2000 McLaren Mercedes 1:49:28,213 h 3,370 km 78 144,072 km/h 4. Juni 48 2001 Ferrari Ferrari 1:47:22,561 h 3,370 km 78 146,882 km/h 27. Mai 49 2002 McLaren Mercedes 1:45:39,055 h 3,370 km 78 149,280 km/h 26. Mai 50 2003 Williams BMW 1:42:19,012 h 3,340 km 78 152,772 km/h 1. Juni 51 2004 Renault Renault 1:45:46,601 h 3,340 km 77 145,881 km/h 23. Mai 52 2005 McLaren Mercedes 1:45:15,556 h 3,340 km 78 148,502 km/h 22. Mai 53 2006 Renault Renault 1:43:43,116 h 3,340 km 78 150,708 km/h 28. Mai 54 2007 McLaren Mercedes 1:40:29,329 h 3,340 km 78 155,552 km/h 27. Mai 55 2008 McLaren Mercedes 2:00:42,742 h 3,340 km 76 126,170 km/h 25. Mai 56 2009 Brawn Mercedes 1:40:44,282 h 3,340 km 78 155,167 km/h 24. Mai 57 2010 Red Bull Renault 1:50:13,355 h 3,340 km 78 141,815 km/h 16. Mai 58 2011 Red Bull Renault 2:09:38,373 h 3,340 km 78 120,574 km/h 29. Mai 59 2012 Red Bull Renault 1:46:06,557 h 3,340 km 78 147,312 km/h 27. Mai 60 2013 Mercedes Mercedes 2:17:52,056 h 3,340 km 78 113,378 km/h 26. Mai 61 2014 Mercedes Mercedes 1:49:27,661 h 3,340 km 78 142,802 km/h 25. Mai 62 2015 Mercedes Mercedes 1:49:18,420 h 3,337 km 78 142,876 km/h 24. Mai 63 2016 Mercedes Mercedes 1:59:29,133 h3,337 km 78 130,703 km/h 29. Mai 64 2017 Ferrari Ferrari 1:44:44,340 h3,337 km 78 149,105 km/h 28. Mai 65 2018 Red Bull Renault (TAG Heuer) 1:42:54,807 h3,337 km 78 151,750 km/h 27. Mai 66 2019 Mercedes Mercedes 1:43:28,437 h3,337 km 78 150,928 km/h 26. Mai 2020 abgesagt aufgrund der COVID-19-Pandemie 67 2021 Red Bull Honda 1:38:56,820 h3,337 km 78 157,833 km/h 23. Mai 68 2022 Red Bull RBPT 1:56:30,265 h3,337 km 64 109,988 km/h 29. Mai 69 2023 Red Bull Honda RBPT 1:48:51,980 h3,337 km 78 143,450 km/h 28. Mai 70 2024 Ferrari Ferrari 2:23:15,554 h3,337 km 78 109,013 km/h 26. Mai 71 2025 McLaren Mercedes 1:40:33,843 h3,337 km 78 155,296 km/h 25. Mai72 2026MercedesMercedes 2:23:31.243 h3,337 km 78 108,815 km/h 7. Juni Rekordsieger Fahrer: Ayrton Senna (6), Graham Hill / Michael Schumacher (je 5) Fahrernationen: Großbritannien (17), Deutschland (10), Frankreich (9)