Der Mercedes-AMG F1 W16 E Performance war der Formel-1-Rennwagen des Mercedes-Werksteams für die Formel-1-Weltmeisterschaft 2025. Er ist der insgesamt 17. von Mercedes-Benz für einen Einsatz in der Formel 1 konstruierte Rennwagen und wurde am 24. Februar 2025 im Rahmen eines Shakedowns in Silverstone vorgestellt. Die Bezeichnung F1 W16 E Performance steht für Mercedes F1, das bei Mercedes-Benz traditionell nummerierte W für Wagen sowie die beworbenenen Performance-Hybridfahrzeuge der Submarke AMG (E Performance).
Für die Entwicklung zeichnete als Technischer Direktor nach dem W15 erneut James Allison gesamtverantwortlich. Angetrieben wurde der Rennwagen von dem 1,6-Liter-V6-Turbo-Hybridmotor von Mercedes AMG HPP in der letzten Ausbaustufe.
Mit dem W16 verpasste Mercedes auch im vierten Jahr des Ground-Effect-Reglements die angestrebte Rückkehr an die Spitze der Formel 1. In einer von den McLaren-Piloten sowie Max Verstappen dominierten Saison zeigte das Team inkonstante Leistungen und errang lediglich zwei Siege durch George Russell. Er fuhr zusammen mit dem Rookie Kimi Antonelli 469 Zähler ein, die hinter McLaren trotzdem für die Vize-Weltmeisterschaft der Konstrukteure reichten.
Technik und Entwicklung Der F1 W16 E Performance ist das Nachfolgemodell des Mercedes-AMG F1 W15 E Performance.George Russell and Kimi Antonelli’s new Silver Arrow. In: Vehicles › Racing cars. Mercedes-AMG, 2025. Auf Mercedes-AMG.com, abgerufen am 5. Oktober 2025 (englisch). Da 2025 das letzte Jahr des Ground-Effect-Reglements war, verzichtete das Team beim W16 auf eine aufwändige Neukonstruktion und setzte stattdessen auf eine behutsame Weiterentwicklung. Durch gezielte Korrekturen der Problemstellen des Vorgängers sollte möglichst der Anschluss an die Spitze hergestellt werden.
Nach dem Shakedown in Silverstone nahm das Team vom 26. bis 28. Februar 2025 an den offiziellen dreitägigen Vorsaisontests in Bahrain statt.
Das Fahrzeug wurde von dem Technikerteam um John Owen, Loic Serra und Jarrod Murphy unter der Leitung des Technischen Direktors James Allison entwickelt.
Wie alle Formel-1-Fahrzeuge des Jahres 2025 ist der Mercedes-AMG F1 W16 E Performance ein hinterradangetriebener Monoposto mit einem Monocoque aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Außer dem Monocoque bestehen auch viele weitere Teile des Fahrzeugs, darunter die Karosserieteile und das Lenkrad, aus CFK. Auch die Bremsscheiben sind aus einem mit Kohlenstofffasern verstärkten Verbundwerkstoff.
Angetrieben wird der W16 von einem 1,6-Liter-V6-Motor von Mercedes in der Fahrzeugmitte mit Turbolader sowie einem 120 kW starken Elektromotor; es ist also ein Hybridelektrokraftfahrzeug. Die Kraft überträgt ein sequentielles, mit Schaltwippen betätigtes Achtganggetriebe. Das Fahrzeug hat nur zwei Pedale, ein Gaspedal (rechts) und ein Bremspedal (links). Genau wie viele andere Funktionen wird die Kupplung, die nur beim Anfahren aus dem Stand gebraucht wird, über einen Hebel am Lenkrad bedient.
Das Fahrzeug ist 2000 mm breit, 970 mm hoch und mehr als 5000 mm lang. Das Gewicht beträgt seit diesem Jahr einschließlich Fahrer 800 kg. Der Wagen hat 305 mm breite Vorderreifen und 405 mm breite Hinterreifen des Einheitslieferanten Pirelli auf 18-Zoll-Rädern.
mini|links|Der W16 mit noch stärker unterschnittenen Seitenkästen und schlitzförmigen Lufteinlässen gegenüber dem Vorgänger Die Techniker beschrieben die Haupt-Entwicklungsziele vor der Saison mit weniger überhitzenden Hinterreifen und einer größeren Flexibilität der nutzbaren Fahrwerkshöhen. Beide Punkte wurden für die stark schwankenden Leistungen des W15 im Vorjahr ausgemacht. Die Aufhängungsgeometrie blieb im Grundsatz bestehen, größte sichtbare Veränderungen gab es an der Form der Seitenkästen. Die im Vorjahr eingeführten P-Öffnungen wichen noch weiter unterschnittenen Kästen mit schlitzförmigen Lufteinlässen. Das Vorjahresmodell war noch wenig ausbalanciert in die Saison gestartet und die Leistungen stabilisierten sich erst zur Saisonmitte mit Upgrades.
Zu Beginn der Europasaison führte das Team in Imola das umfangreichste Upgradepaket der Saison ein, nachdem in den ersten Saisonrennen verglichen mit der Konkurrenz kaum Entwicklung betrieben worden war. Für den schwachen Saisonstart machten die Techniker weniger das maximale Abtriebsniveau oder den Grundspeed im Qualifying verantwortlich, sondern insbesondere das Reifenmanagement im Rennen. Der W16 neigte abhängig von Temperaturen, Streckencharakteristika und Rennsituation zu einem Überhitzen der Hinterräder und nachlassendem Grip. Mercedes nahm daher mechanische Änderungen an der Aufhängung vor, die die Fahrzeughöhe an der Hinterachse auch bei Rollen und Nicken des Autos für verlässlichen Abtrieb stabil halten und damit das Fahrverhalten beruhigen sollten.
Nachdem die Leistungen in den Rennen nach dem Updgradepaket stark schwankten, wurde die neue Hinterachse mehrfach ein- und ausgebaut und in Belgien letztlich final ausgebaut und als Fehlentwicklung auch aufgrund von Korrelationsproblemen zwischen Simulation und Rennstrecke eingestuft. Das Scheitern dieses Haupt-Entwicklungspakets der laufenden Saison bedeutete die endgültige Niederlage im Entwicklungsrennen gegenüber McLaren und Red Bull. Die Entwicklungskurve 2025 reihte sich nahtlos an die vergangenen Jahre des Ground-Effect-Reglements, indem Mercedes immer wieder schwankende Leistungen, Korrelationsprobleme und Entwicklungsirrwege offenbarte.
Die Entwicklung des W16 wurde aufgrund der großen Regeländerungen zur Saison 2026 und der nicht mehr vorhandenen WM-Chancen spätestens im Sommer eingestellt. Zu Beginn der Überseerennen kam als letztes Upgrade noch ein neuer Frontflügel an den W16, der die Balance des Fahrzeugs optimierte und zu einigen guten Ergebnissen, wie z. B. dem Sieg in Singapur beitrug.
Der Rennwagen verfügt, wie alle Formel-1-Fahrzeuge seit 2011, über DRS und das seit 2018 vorgeschriebene Halo-System zum Schutz des Fahrers.
Lackierung und Sponsoring Der W16 wurde ähnlich dem Vorgänger überwiegend in Schwarz und Silber gestaltet. Zusätzlich gab es durch den Titelsponsor Petronas die gewohnten cyanfarbenen Akzente. Die Lackierung wurde der Öffentlichkeit erstmals beim F1 75 Live-Event präsentiert. Auffällig war dabei der fehlende rote Farbakzent des Sponsors Ineos, der 2024 noch stark präsent war.
Es warben darüber hinaus Adidas, AMD, Crowdstrike, Einhell, IWC, Pirelli, SAP, Signify, Snapdragon, Solera und Teamviewer auf dem Fahrzeug.
Fahrer Mercedes trat in der Saison 2025 nach dem Wechsel von Lewis Hamilton zu Ferrari mit einer neuen Fahrerpaarung an: George Russell ging in seine insgesamt fünfte Saison mit dem Werksteam und bekam mit Kimi Antonelli einen Rookie als Teamkollegen. Erstmals setzte Mercedes damit in der modernen Ära einen Fahrer in seiner Premierensaison ein. Zudem bestand die Fahrerpaarung des Teams damit zum ersten Mal aus zwei Fahrern aus dem eigenen Juniorenprogramm.
Der ehemalige Stammpilot Valtteri Bottas kehrte 2025 nach seinem Ausscheiden bei Sauber als Test- und Reservefahrer zum Rennstall zurück. Als Entwicklungsfahrer blieb zudem Anthony Davidson an Bord.
Saisonverlauf mini|Die beiden Mercedes F1 W16 im Grid für den Rennstart zum Miami-GP Der Saisonauftakt in Melbourne bestätigte die Einschätzung der Vorsaisontests, wonach McLaren zum Start über das beste Gesamtpaket verfügte. In dem verregneten, chaotischen Grand Prix feierte Mercedes jedoch einen gelungenen Saisonauftakt mit Russell und Rookie Antonelli auf den Rängen 3 und 4.
Die ersten Rennen der Saison offenbarte das Team mit dem W16 schwankende Leistungen. Trotz vereinzelter Podiumsplätze von Russell in China – dem insgesamt 300. von Mercedes als Werksteam – und Bahrain sowie der schnellsten Runde im Sprint-Qualifying von Miami durch Antonelli konnte das Team nicht konstant um Podien oder Siege kämpfen.
In Imola führte das Team das größte Entwicklungspaket der Saison ein. Das Team arbeitete vor allem an mechanischen Änderungen der Hinterachse, um dem Problem überhitzender Hinterreifen entgegenzuwirken. Die Upgrades konnten während der Europasaison jedoch nicht die schwächste Saisonphase verhindern. In Imola musste sich Mercedes insgesamt vier Konkurrenzfabrikaten geschlagen geben.
Der denkwürdige Monaco-GP ging bereits im Qualifying verloren, nachdem Antonelli wegen Fahrfehler und Russell wegen Defekt im Motorumfeld keine Zeit im Q2 gesetzt hatten. Auch in Spanien blieb das Podium außer Reichweite; diesmal fiel erneut Antonelli technisch bedingt aus.
Beim Großen Preis von Kanada feierte das Team dagegen überraschend den ersten Sieg der Saison sowie eine konstant starke Performance über das Wochenende hinweg. Die einseitige Streckencharakteristik erleichterte die Setuparbeit und Kontrolle der Reifentemperaturen. Kimi Antonelli feierte mit Rang 3 zudem sein erstes Podium in der Formel 1. Das Rennen stellte sich jedoch als positiver Ausreißer heraus.
Speziell für den noch unerfahrenen Antonelli verlief die Europasaison mit der unberechenbaren Hinterachse und den technischen Änderungen schlecht. Er holte auf europäischem Boden erst im siebten Anlauf in Ungarn – dem letzten Rennen vor der Sommerpause – seine ersten WM-Zähler. Die neue Hinterachse wurde in Belgien wieder ausgebaut und als Fehlentwicklung eingestuft. Trotzdem war Mercedes im Setup-Irrgarten angekommen und zeigte mit den Plätzen 6 und 16 für Russell/Antonelli eine der schwächsten Leistungen.
Die Formkurve stieg erst wieder nach der Sommerpause und mit Auftakt der Überseerennen. In Baku folgte ein weiteres Podium durch Russell sowie mit Platz 4 ein deutlich verbessertes Ergebnis bei Antonelli.
Beim Großen Preis von Singapur konnte Mercedes mit George Russell trotz der traditionell heißen Bedingungen auf dem Stadtkurs den zweiten Saisonsieg einfahren, nachdem er bereits von der Pole-Position gestartet war. Antonelli belegte Rang 5.
Im letzten Saisondrittel konnten entgegen der Europasaison wieder beide Fahrer mit dem W16 um die Punkteränge kämpfen. Gerade Antonelli zeigte einen nachhaltigen Formanstieg und feierte schließlich beim GP von São Paulo mit Rang 2 sein bestes Saisonergebnis. Beim Rennen in Las Vegas feierten beide Werksfahrer ein Doppelpodium hinter Verstappen.
Mercedes konnte in der Konstrukteurswertung Platz 2 hinter Weltmeister McLaren behaupten und setzte sich gegen Red Bull Racing mit 18 Punkten durch. Russell belegte am Saisonende Rang 4, während Antonelli in seiner Debütsaison im Gesamtklassement Rang 7 belegte. Insgesamt gelangen mit dem W16 je zwei Siege und Pole-Positions durch Russell sowie insgesamt 12 Podiumsplatzierungen.
Ergebnisse FahrerNr.123456789101112131415161718192021222324PunkteRangFormel-1-Weltmeisterschaft 20254692.63 3 34 5 2 5 34 7 11 4 1 5 10 5 3 4 5 2 1 62 7 43 2 62 512 4 67 6 11 6 67 DNF 18 DNF 3 DNF DNF 16 10 16 9 4 5 138 6 22 3 56 15
Detaillierte Darstellung inkl. Sprintrennen (SPR) und Hauptrennen (HAU) Pos Fahrer Nr. 12 3 4 56 7 8 9 10 11 1213 14 15 16 17 18 19 20 21 2223 24 Punkte Formel-1 Weltmeisterschaft 2025 SPR HAU SPR HAU SPR HAU SPR HAU SPR HAU SPR HAU 4. 63 3 4 3 5 2 5 4 3 7 11 4 1 5 10 12 5 3 4 5 2 1 2 6 7 3 4 2 2 6 5 319 7. 12 4 7 6 6 11 6 7 6 DNF 18 DNF 3 DNF DNF 17 16 10 16 9 4 5 8 13 6 2 2 3 6 5 15 150
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