mini|hochkant|Wappen derer von Natorp (1776) im Österreichischen Staatsarchiv Natorp ist der Name eines westfälischen Briefadelsgeschlechts.

Geschichte Das Geschlecht stammt aus Marsberg und Paderborn.Spießen (1901–1903), S. 93. Am 19. Oktober 1776 wurde Johann Theodor Natorp, kurkölnischer Rentmeister, mit dem Prädikat „Edler von“ in den Reichsritterstand erhoben. Für seine Nachkommen war der Ritterstand ausgeschlossen, solange diese bürgerliche Berufe ausübten.AT-OeStA/AVA Adel RAA 290.4. 1788 erfolgte die Intimation des Reichsritterstands für Johann Theodor und seinen Sohn Franz Wilhelm Natorp, die dafür aus dem bürgerlichen Handelsstand austraten.AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 640.7.Kneschke (1865), S. 448 berichtet fälschlicherweise, dass das Ritterdiplom von 1776 für einen „Joseph Theodor Natorp“ erging und „Johann Theodor Natorp“ erst 1788 in den Ritterstand erhoben wurde. Der ehemalige Inhaber der kaiserlich-königlichen Feldapotheke in Wien und Großhändler Franz Wilhelm von Natorp (1729–1802) wurde am 21. bzw. 27. Februar 1821 in den Panier- und Reichsfreiherrenstand erhoben.AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 640.8.AT-OeStA/AVA Adel RAA 290.6. 1845 war ein von Natorp königlich-preußischer Oberlandesgerichtsrat in Paderborn.Ledebur (1856), S. 137.Kneschke (1865), S. 448.

Persönlichkeiten Franz Wilhelm von Natorp (1729–1802), Apotheker, Großhändler, Inhaber der Feldapotheke in Wien Johann Theodor von Natorp (Junior) (1777–1830), lippischer Landbaumeister und Oberbaurat, Bergwerksbesitzer, Rentmeister Maria Anna von Natorp (1773–1847), Sängerin, Gesangspädagogin

Wappen Blasonierung des Ritterstandswappens von 1776: Von Schwarz und Blau geteilt. Oben ein goldener Spitz- und ein goldener Stumpfhammer ins Andreaskreuz gestellt, unten ein nach rechts schwimmender silberner Fisch. Zwei gekrönte Helme: I. mit schwarz-goldenen Helmdecken wachsend ein schwarzgekleideter Bergmann mit einem goldenen Spitzhammer in der erhobenen linken Hand, die rechte eingestemmt; II. mit blau-silbernen Decken ein offener von Blau und Silber übereck geteilter Flug.

Blasonierung des Freiherrenwappens von 1801: Einmal geteilt und oben von Schwarz und Gold gespalten. Oben rechts ein goldener Spitz- und ein goldener Stumpfhammer ins Andreaskreuz gestellt, oben links ein silberner Anker, unten in Blau ein nach rechts schwimmender silberner Fisch. Auf dem Schild eine Freiherrenkrone, darauf drei gekrönte Helme: I. mit schwarz-goldenen Decken wachsend ein schwarzgekleideter Bergmann mit einem goldenen Spitzhammer in der erhobenen linken Hand, die rechte eingestemmt; II. mit rechts schwarz-goldenen und links blau-silbernen Decken ein gekrönter schwarzer Adler; III. mit blau-silbernen Decken ein offener von Blau und Silber übereck geteilter Flug. Als Schildhalter zwei goldene Löwen.

Max von Spießen stellt das Wappen mit teilweise falscher Tingierung und ohne Helmzier dar.

Literatur Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 6: Loewenthal–Osorowski, Leipzig 1865, S. 448 (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 137 (digitale-sammlungen.de). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 93 (uni-duesseldorf.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 228 (uni-duesseldorf.de).

Weblinks Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/AVA Adel RAA 290.4 Natorp, Johann Theodor, Kurkölner Rentmeister, Ritterstand, „Edler von“, privilegium denominandi, privilegium de non usu, Nichtgebrauch für die Nachkommen für die Dauer der Ausübung bürgerlicher Berufe, 1776.10.19. AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 640.7 Natorp, Johann Theodor, Intimation des Reichsritterstandes, Franz Wilhelm, Sohn, Intimation des Reichsritterstandes und Austritt aus dem bürgerlichen Handelsstand, 1776-1788. AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 640.8 Natorp, Franz Wilhelm, Edler von, Reichsritter, Großhändler, Freiherrenstand, „Wohlgeboren“, 1801.02.21. AT-OeStA/AVA Adel RAA 290.6 Natorp, Franz Wilhelm Ritter von, ehemaliger Inhaber der kaiserlich-königlichen Feldapotheke, Panierherrenstand und Freiherrenstand, 1801.02.27.

Einzelnachweise

Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht