Die Östliche oder Schlankköpfige Ufer-Spitzklette (Xanthium orientale subsp. riparium) ist eine Unterart der Pflanzenart Großfrüchtige Spitzklette (Xanthium orientale) aus der Gattung der Spitzkletten (Xanthium) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Es handelt sich um eine in Europa neu entstandene Unterart, die aus eingebürgerten Xanthium-Arten aus Nordamerika hervorgegangen ist.

Beschreibung Vegetative Merkmale Die Ufer-Spitzklette wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von maximal 100 Zentimetern. Die vegetativen Pflanzenteile sind gelb-grün, am Stängel oft rot überlaufen, riechen aromatisch und sind relativ rau behaart. Die wechselständigen Laubblätter sind breit-dreieckig bis herzförmig (bei der Unterart Xanthium albinum subsp. riparium auch mit keilförmigem Grund).

Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von August bis Oktober. Die kleinen, gelben männlichen Blütenkörbchen sind basal abgeflacht und fallen frühzeitig ab. Die größeren, grünen weiblichen Blütenkörbchen und späteren Fruchtstände weisen gerade, nur an der Spitze gekrümmte Schnäbel sowie dichtstehende Hülldornen auf, von denen einige nähnadelartig zugespitzt sind, andere häkelnadelartig gebogen. Sie nutzen den Kletteffekt, indem sie am Fell vorbeistreifender Tiere oder an Treibgut hängenbleiben und so ausgebreitet werden. Während bei der Unterart Xanthium albinum subsp. albinum die bei Reife bräunlichen Fruchtstände dick eiförmig sind (2,5-mal so lang wie breit), sind sie bei der Unterart Xanthium albinum subsp. riparium schlank ellipsoidisch (3,5-mal so lang wie breit).

Chromosomenzahl Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.

Vorkommen mini|Schlankköpfige Ufer-Spitzklette (Xanthium albinum subsp. riparium), Marchauen nahe Devínska Nová Ves (Slowakei) Die Ufer-Spitzklette ist eine typische Stromtalpflanze, die fast ausschließlich an wechselnassen Ufersäumen und in Therophytenfluren entlang größerer Flüsse in Europa vorkommt, z. B. verbreitet an der Elbe, der Havel, der Spree und der Oder, selten auch an Weser, Rhein und Mosel. Die Unterart albinum (Elbe-Spitzklette) ist sogar endemisch auf Mitteleuropa beschränkt, mit besonderem Schwerpunkt an der mittleren und unteren Elbe. Von etwa fünf in Mitteleuropa auftretenden Xanthium-Arten gilt nur die Gewöhnliche Spitzklette (Xanthium strumarium) als möglicherweise indigen; die anderen werden als eingebürgerte Neophyten mit Ursprung Nordamerika oder – im Falle der Ufer-Spitzklette – als neu entstandene Arten auf der Grundlage eingebürgerter Pflanzen angesehen. Die Systematik der Spitzkletten in Europa ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. Die Ufer-Spitzklette kommt gern in Unkrautsäumen der Flussufer auf offenen, nassen, nährstoffreichen, humosen, milden, meist sandigen, auch kiesigen oder reinen Tonböden vor. Sie ist eine Charakterart des Xanthio-Chenopodietum aus dem Verband Chenopodion rubri.

Die Spitzkletten sollten nicht mit der Gattung der Kletten (Arctium), z. B. Große Klette (Arctium lappa), verwechselt werden.

Systematik Die Erstbeschreibung erfolgte 1871 unter dem Namen (Basionym) Xanthium italicum subsp. riparium durch Ladislav Josef Čelakovský in Prodromus der Flora von Böhmen, Seite 186. Ein weiterer Name Xanthium riparium var. albinum wurde 1923 durch Felix Joseph Widder in Repertorium specierum novarum regni vegetabilis. Beihefte Band 20, Seite 105. Der Name Xanthium albinum wurde 1960 in Verhandlungen des Botanischen Vereins von Berlin und Brandenburg, Band 98–100 Seite 47 veröffentlicht. Auch Xanthium albinum subsp. riparium galt eine Weile als akzeptierter Name. Xanthium riparium in Bot. Zeitung (Berlin), Band 14, 1856, S. 412 wurde ungültig veröffentlicht. Zu verwenden ist aber Xanthium orientale subsp. riparium .

Verwandte Unterarten Man kann unter der Art Xanthium albinum zwei Unterarten unterscheiden: Xanthium albinum subsp. albinum: Blattgrund nur teilweise keilförmig, meist gestutzt bis herzförmig. Fruchtköpfe fast eiförmig. Sie kommt in Mitteleuropa besonders an Elbe, Havel und Spree vor. Xanthium albinum subsp. riparium : Blattgrund deutlich keilförmig. Fruchtköpfe schmal ellipsoidisch. Sie kommt in Deutschland in Berlin-Brandenburg und an der Oder vor.

Literatur Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.

Einzelnachweise Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: W. Greuter, E. von Raab-Straube (ed.): Compositae. Datenblatt Xanthium orientale subsp. riparium in Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Gerald Parolly: Asteraceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 832.

Weblinks

Thomas Meyer, Michael Hassler: Mittelmeer- und Alpenflora. Datenblatt mit Fotos.

Kategorie:Heliantheae (Tribus)