Melita Petri, auch oft geführt als Melitta Petri, geboren als Melita Henriette Petersohn, (* 19. Januar 1891 in Riga, Russland; † 13. September 1968 in Neustadt am Rübenberge, Bundesrepublik Deutschland) war eine deutsch-baltische Schauspielerin bei Bühne und Stummfilm.
Leben Über Petris Herkunft und künstlerische Ausbildung ist kaum etwas bekannt. Die gebürtige Deutschbaltin begann ihre Laufbahn im heimatlichen Russland und wirkte im Alter von 19 Jahren als Sängerin und Schauspielerin am Deutschen Theater von St. Petersburg. Anschließend ging sie in die Niederlande und wirkte in der Spielzeit 1911/12 als Operettensängerin der niederländisch-deutschen Theatertruppe Het Duitsche Tooneel, die u. a. in Amsterdam, Rotterdam und Den Haag gastierte. Zu Petris frühen Erfolgen zählen ihre Mitwirkungen in Rudolf Bernauers Bummelstudenten und Leo Falls Operette Die Dollarprinzessin, aber auch in Straussens Die Fledermaus und als Diana in Offenbachs Orpheus in der Unterwelt trat sie auf. 1912 kam Melita Petri nach Deutschland. Hier übernahm sie eine Verpflichtung an das Stuttgarter Schauspielhaus. Petri blieb bis zum 1. Juni 1914 dieser Bühne – einen ihrer letzten Auftritte absolvierte sie im Frühling 1914 in Die ideale Gattin – verpflichtet, ehe sie am Vorabend des Weltkriegsausbruchs nach Berlin ging.
In der Reichshauptstadt traf sie auf Filmproduzent und Filmregisseur Heinrich Bolten-Baeckers. Er gab ihr kurz nach Kriegsbeginn einen Filmvertrag über mehrere Produktionen. Während des Ersten Weltkriegs wurde die Künstlerin als weiblicher Star der BB-Film-Fabrikation aufgebaut, und Melita Petri wirkte in einer Reihe von kostengünstig hergestellten Komödien, seltener Dramen und Melodramen, mit, beginnend mit einer Nebenrolle an der Seite des gefeierten Theaterstars Alexander Moissis in Kulissenzauber. Meist wurde sie als Tochter oder Ehefrau besetzt. Regelmäßig standen ihr die Kollegen Leo Peukert und Herbert Paulmüller zur Seite. Die drei Darsteller erwiesen sich bald als ein perfekt eingespieltes Team, sodass die Presse sekundierte: „Das übermütige Trio Herbert Paulmüller, Melitta Petri und Leo Peukert spielt so vortrefflich zusammen, daß man sich tatsächlich zu Tränen lachen muß.“ Gelegentlich, vor allem in der Spätphase des Krieges, holte auch der Filmproduzent David Oliver Petri zu sich.
In der Spielzeit 1916/17 kehrte Melita Petri auch zum Theater zurück und nahm ein Engagement an die Meinhard-Bernauer-Bühnen an. Auch diesmal blieb sie dem Operettenfach treu. Nach nicht einmal fünf Jahren vor der Kamera und mindestens 55 Filmen entschloss sie sich 1919 zum Rückzug von der Schauspielerei und heiratete in der Folgezeit mindestens zweimal. Von der Öffentlichkeit komplett vergessen, starb Melita Petri 1968 77-jährig in der niedersächsischen Provinz.
Filmografie 1915: Kulissenzauber 1915: Der Tyrann von Muckendorf 1915: Kapellmeisters Pflegekind 1915: Durchlaucht, der Reisende 1916: Der Lausbub 1916: Die drei Hüte 1916: Die sieben Frechdachse 1916: Aus dem Buche des Lebens 1916: Mutters Sparkassenbuch 1917: Stropp 1917: Postkarten-Modell 1917: Der Vogel im Käfig 1917: Zickendrahts Mission 1917: Tenor Schmetterzeh 1918: Wer niemals einen Rausch gehabt 1918: Paulchens Millionenkuss 1918: Die blonden Mädels vom Lindenhof 1918: Resemanns Brautfahrt 1918: Papas Junge 1918: Zwanzig Minuten Aufenthalt 1918: Ein unheimlicher Nachtbesuch 1918: Der müde Theodor 1919: König Krause 1919: Mein Leopold 1919: Unsere Schwiegertochter
Weblinks Biografische Angaben (engl.)
Einzelnachweise
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