Bruno – Der junge Kreisky ist eine Filmbiografie über den späteren österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky (1911–1990) mit Nils Arztmann in der Titelrolle, die unter der Regie von Harald Sicheritz nach einem Drehbuch von Sicherits gemeinsam mit Fritz Schindlecker und Helene Maimann entstand. Der österreichische Kinostart ist für den 1. Oktober 2026 vorgesehen, ebenso in Deutschland.

Handlung Der Film erzählt von den jungen Jahre von Bruno Kreisky, dem späteren Bundeskanzler der Republik Österreich, sowie von einer Liebesgeschichte zwischen ihm und der fiktiven Sängerin Adele Holzer, mit der er politisch diskutiert und die ihn beeinflusst.

In Wien wird in den späten 1920er-Jahren Bruno Kreisky als Schüler aus reichem, jüdischem Elternhaus von der sozialistischen Arbeiterjugend nur widerwillig aufgenommen. Nachdem die politische Lage im Land eskaliert, organisieren Bruno und seine Mitkämpfer verbotene Treffen, verteilen Widerstandsaufrufe und lehnen sich gegen das faschistische Regime auf.

Produktion und Hintergrund Die Dreharbeiten fanden vom 24. März bis zum 2. Mai 2025 in Wien, Niederösterreich und Bayern statt. Gedreht wurde unter anderem im Wiener Filmcasino, das als Kulisse eines Parteitreffens im Jahr 1929 diente.

Der Film wurde von der österreichischen Dor Film und der deutschen Dor Film West produziert, als Produzenten fungierten Genia Krassnig, Milan Dor und Danny Krausz, den Vertrieb übernahm die Alamode Filmdistribution. Die Produktion wurde vom Österreichischen Filminstitut, vom Filmfonds Wien und der Filmförderungsanstalt unterstützt, beteiligt war der Österreichische Rundfunk.

Die Kamera führte Thomas Kürzl, die Montage verantwortete Paul-Michael Sedlacek und die Musik schrieb Lothar Scherpe. Das Szenenbild gestaltete Patrick Steve Müller, das Kostümbild Monika Buttinger, das Maskenbild Sam Dopona und Verena Pellegrini und den Ton Klaus Kellermann. Die Kostüme stammten vom Kostümverleih Lambert Hofer.

Laut Regisseur Sicheritz sei die Figur der Adele Holzer eine Verdichtung von mehreren jungen Frauen. Hauptdarstellerin Maya Unger sang ihr Lied selbst ein.

Veröffentlichung Die Vorpremiere mit anschließender Diskussion auf Einladung von SPÖ Bildung, der Welcome-Sektion der SPÖ Wien, dem Renner-Institut sowie der Wiener Bildungsakademie war am 20. Mai 2026 im Filmcasino.

Premiere war am 29. Juni 2026 am Filmfest München 2026 im Wettbewerb CineCoPro. Im August und September 2026 soll der Film am Festival des deutschen Films gezeigt werden.

Der österreichische Kinostart ist für den 1. Oktober 2026 im Verleih der Polyfilm und Alamode Österreich geplant. Am gleichen Tag soll er in die deutschen Kinos kommen.

Rezeption Im Mai 2026 kritisierte der FPÖ-Kultursprecher und Nationalratsabgeordnete Wendelin Mölzer die öffentliche Finanzierung des Filmes. Für ihn sei dies ein weiterer Beleg dafür, dass das Fördersystem zunehmend für parteipolitische Prestigeprojekte missbraucht werde.

Sascha Westphal vergab auf epd-film.de drei von fünf Sternen. Der Film sei ohne Zweifel ein Versuch, nationalistischen und faschistischen Erzählungen ebenso wie autoritären und neofeudalen Bestrebungen eine freiheitliche und demokratische Vision entgegenzustellen. Die extrem holzschnittartig gezeichnete Liebesgeschichte nehme über weite Strecken des Films mehr Raum ein als die Darstellung der historischen Ereignisse.

Peter Gutting bewertete die Produktion auf film-rezensionen.de mit acht von zehn Punkten. Regisseur Sicheritz bürste das gängige Bild eines bedächtigen Politikers gegen den Strich. Er betone die Modernität der Figur und kehre ihren Idealismus, ihren Mut und ihre moralische Integrität hervor, zeichne sie aber auch als eine Art Rockstar, der gelegentlich über die Stränge schlägt.

Weblinks

BRUNO - Der junge Kreisky auf dor-film.com

Einzelnachweise

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