Das Saloum-Delta () ist ein Flussdelta an der Atlantikküste Senegals und erstreckt sich unter dem Einfluss der Gezeitenströmung entlang der Flüsse Saloum und Sine von der Region Fatick bis in die Region Kaolack über 90 Kilometer weit ins Landesinnere und gestaltet das Bild der Küste auf einer Breite von über 60 Kilometer. Das Delta wird geprägt durch unzählige mäandrierende Wasserläufe und Mangrovenwälder. Seine Fläche erreicht unter Einbeziehung aller Gebiete, deren Gewässer von der Gezeitenströmung beeinflusst werden sowie der Flachwasserzonen vor der Küste, die von Sandbänken und Untiefen gekennzeichnet sind, großzügig bemessen rund 5000 km². Seit 2011 ist eine 1458,11 km² umfassende Kernzone des Deltas als UNESCO-Welterbe unter Schutz gestellt,Unesco World Heritage Convention: Saloum Delta eingebettet in ein 2340 km² großes UNESCO-Biosphärenreservat, das seit 1981 besteht.Unesco, 23. Oktober 2007: - Unesco, November 2018:
Geographische Lage Die Grenzen des Saloum-Deltas und seine Fläche sind je nach den angewandten Kriterien sehr unterschiedlich beschrieben. Nach den Dokumenten, die für Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat und als UNESCO-Welterbe zur Verfügung stehen, ist von einer Größe von 5000 km² die Rede und man bezieht dabei im Norden die Tiefebenen bis Thiès (!) mit ein.Unesco WHC: Nomination file: „Le delta du Saloum s’étend sur environ 500.000 ha“ … „Maps“ Seite 16–21, 469, 476 … „Critère iii, Critère iv, Critère v“ Seite 56–57 der PDF-Datei 12,5 MB Sinnvoll ist wohl als Nordgrenze die Einbeziehung der Tiefebenen auf der Linie Joal-Fadiouth–Fatick–Kaolack–Latmingué. Als Südgrenze ist das Nachbarland Gambia gegeben, im Westen folgt die Grenze auf dem Meer entweder dem Meridian 16°46'23.7"W (Welterbe) oder 16°48'00"W (Biosphärenreservat). Eine großzügige Begrenzung im Osten folgt von Karang Poste über Toubacouta und Passy bis Kaolack dem Verlauf der Nationalstraße N 5.
Durch das Saloum-Delta führen drei wichtige Flussarme, die teilweise parallel zueinander in Nordost-Südwest-Richtung verlaufen: der Saloum-Hauptarm als rechter nördlicher Arm, der Diombos in der Mitte und der Bandiala im Süden. Den Raum zwischen den Hauptarmen nehmen zwei große Inselgruppen ein. Zwischen dem Saloum und dem Diombos liegen die Îles du Saloum, auch als Îles du Gandoul bekannt, und zwischen dem Diombos und dem Bandiala liegen die Îles de Bettenty, benannt nach dem Hauptort Bettenty an der Atlantikküste.
Zwischen diesen Hauptarmen liegt ein dichtes Netz von mäandrierenden Bolongs, die einen Archipel von mehr als 200 Inseln schaffen, die hier mal mehr und dort mal weniger breit von Mangrovenwald gesäumt sind, in dem sich Salzwasser und Süßwasser mischen. Die größte und wichtigste Insel liegt ganz im Osten des Deltas, die Insel Loog, auf der die Départementspräfektur Foundiougne liegt; die Bevölkerungszahl der dortigen drei Inselgemeinden lag im Jahr 2023 laut Zensus bei zusammen 26.796 Einwohnern. Aber auch außerhalb der Hauptarme spült die Gezeitenströmung Wasserläufe in die Landschaft. So sind es nördlich des Saloum-Hauptarms namentlich der Marigot de Guilor,Marigot de Guilor bei Geonames der die Insel Mar Lodj umgibt, der Marigot de FaoyeMarigot de Faoye bei Geonames, der Marigot de FayilMarigot de Fayil bei Geonames und nicht zuletzt der Unterlauf des Sine, die das Land teilweise noch 20 Kilometer vom Hauptstrom entfernt amphibisch gestalten. Auch im Süden zwischen dem Diombos und dem Jinnak Bolon an der von der gambischen Grenze geteilten Insel Jinack Island setzen sich die Mangrovenwälder fort.
Zum UNESCO-Welterbe zählt entsprechend des der Nomination beigefügten Kartenmaterials zunächst das schon seit 1976 unter Schutz stehende Gebiet des Nationalpark Delta du Saloum, also das Küstenmeer mit den darin befindlichen kleinen Inseln, Sandbänken, Untiefen und Flachwasserzonen, ferner an der gambischen Grenze das Wildreservat Forêt de FathalaForêt de Fathala bei Geonames mit dem vorgelagerten Mangrovengebiet um den Jinnak Bolon. Außerhalb des Nationalparks ergänzen die Inselgruppen Îles du Saloum und die Îles de Bettenty das Welterbe. An der Ostgrenze schließt die Schutzzone die Wasserfläche des Diombos mit ein und beim Bandiala folgt die festlandseitige Grenze dem Rand des überschwemmungssicheren Hochufers. Die Nordgrenze hingegen spart die Wasserfläche des Saloum-Hauptarmes aus.Unesco WHC: Cartes et plans indiquant les limites du bien proposé pour inscription et celles de la zone tampon Die so beschriebene Grenze des Welterbes umfasst ein Gebiet von rund 1508 km², während sie in der Nomination mit 1458,11 km² angegeben ist.Flächen messen mit Google Maps Das Welterbe umfasst drei große Ökosysteme; das Ökosystem Mangrove hat den flächenmäßig größten Anteil, gefolgt von dem Marinen Ökosystem und das Wildreservat Fathala schließlich zählt als Trockenwald.
Die Begrenzung der Pufferzone rings um das Welterbe entspricht der Grenze des Biosphärenreservats. Die Westgrenze im Küstenmeer folgt dem Meridian 16°48'00"W, die Südgrenze der gambischen Grenze bis Karang Poste, die Ostgrenze der Nationalstraße N 5 bis Passy und der N 9 bis Foundiougne und die Nordgrenze schließlich folgt dem Nordufer des Saloum-Hauptarms bis zur Mündung bei Djifer (Palmarin Facao). Diese Fläche beläuft sich auf 2340 km².Unesco, 23. Oktober 2007: - Flächen messen mit Google Maps Mangroven bedecken im Biosphärenreservat eine Fläche von 556,43 km².Wetlands International, 2019: Études de base du programme Mangrove Capital Africa. Delta du Saloum, Seite 23 der PDF-Datei 3,28 MB: „Les mangroves représentent 55643 ha, soit 25% de la surface de la RBDS“
Welterbestatus Die UNESCO sieht den herausragenden universellen Wert des Saloum-Deltas, kurz zusammengefasst, wie folgt (Text frei übersetzt aus dem Englischen):
Die Regierung Senegals hatte das Saloum-Delta zur Eintragung in die Welterbeliste der UNESCO aufgrund der Kriterien iii., iv., v. als Kulturerbe und aufgrund der Kriterien vii. und x. als Naturerbe nominiert (Text frei übersetzt aus dem Französischen):
Von der Wiedergabe der Begründungen für Kriterium (vii): landschaftliche Schönheit - und Kriterium (x): Artenvielfalt - wird abgesehen, da die UNESCO diese Kriterien nicht angenommen hat.
Fauna Die Tierwelt im Saloum-Delta umfasst unter anderem wildlebende Säugetiere wie die Primaten Husarenaffe und Westafrikanischer Stummelaffe, Meeressäuger wie Delfin und Manati, Antilopen wie Kronenducker und Buschbock, sowie Warzenschwein und Tüpfelhyäne.
Bildergalerie
Weblinks Saloum-Delta bei Geonames au-senegal.com vom 23. August 2007: Le parc national du delta du Saloum au-senegal.com: Carte touristique du Sine-Saloum 2018 PDF-Datei 3,87 MB
Saloum-Delta im Senegal: Gegrillte Dorade unter Mangroven, Artikel von Philipp Laage in Spiegel Online, 23. Dezember 2011, in der FAZ vom 7. Januar 2012, Seite 7 mit der Überschrift: Zwischen Flamingos und Mangroven.
Einzelnachweise
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