Cerkiewnik () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Stadt-und-Land-Gemeinde Dobre Miasto (Guttstadt) im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein). mini|200px|Baugrundstück in Cerkiewnik
Geographische Lage Cerkiewnik liegt südöstlich des Leimangelsees () im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 27 Kilometer südwestlich der früheren Kreisstadt Heilsberg (polnisch Lidzbark Warmiński) bzw. 15 Kilometer nordwestlich der heutigen Kreismetropole und auch Woiwodschaftshauptstadt Olsztyn ().
Geschichte Dem einst Münsterburg und erst nach 1785 Münsterberg genannten alten Kirchdorf wurde bereits 1383 die Handfeste verliehen.Dietrich Lange: Münsterberg, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) Im Jahre 1874 wurde die Landgemeinde Münsterberg in den neu errichteten Amtsbezirk Glottau (polnisch Głotowo) im ostpreußischen Kreis Heilsberg, Regierungsbezirk Königsberg, aufgenommen.Rolf Jehke: Amtsbezirk Glottau Am 1. November 1884 wurde „Münsterberg (Ostpreußen)“ Bahnstation.
577 Einwohner waren im Jahre 1910 in Münsterberg registriert. Ihre Zahl stieg bis 1933 auf 650 und belief sich 1939 auf 579.Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Heilsberg
Mit der Abtretung des gesamten südlichen Ostpreußen in Kriegsfolge 1945 an Polen erhielt Münsterberg die polnische Namensform „Cerkiewnik“. Heute ist das Dorf eine Ortschaft im Verbund der Gmina Dobre Miasto (Stadt-und-Land-Gemeinde Guttstadt) im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein), von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 zählte Cerkiewnik 420 Einwohner.
Religion mini|links|200px|Pfarrkirche St. Katharina von Alexandrien in Cerkiewnik
Römisch-katholische Kirche Münsterberg ist ein altes Kirchdorf.Informationszentrum Ostpreußen: Cerkiewnik – Münsterberg Eine erste Kirche aus dem Mittelalter brannte 1819 ab, sie wurde 1851/52 als neogotischer Saalbau neu errichtet und ist heute als der Katharina von Alexandrien gewidmetes Gotteshaus eine römisch-katholische Pfarrkirche im Erzbistum Ermland.Erzbistum Ermland: Pfarrei Cerkiewnik (polnisch)
Evangelische Kirche Bis 1945 war Münsterberg außerdem in die evangelische Kirche Guttstadt (polnisch Dobre Miasto) eingepfarrt. Sie gehörte zur Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 453 Heute ist Cerkiewnik der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen zugeordnet.
Persönlichkeit Helmut Zint (1891–1945), deutscher römisch-katholischer Geistlicher und Märtyrer, war ab 1939 Pfarrer in Münsterberg
Verkehr Straße Cerkiewnik bildet den Endpunkt einer Nebenstraße, die bei Głotowo (Glottau) von der Woiwodschaftsstraße 530 abzweigt und über Swobodna (Schwuben) hierher führt. Von Chmury aus ist Cerkiewnik direkt zu erreichen.
Schiene Seit 1884 ist Münsterberg resp. Cerkiewnik eine Bahnstation. Sie liegt an der heutigen PKP-Bahnlinie 221: Olsztyn Gutkowo–Braniewo. Von 2019 bis 2023 war sie geschlossen, heute ist sie – allerdings nur im Personenverkehr – wieder in Betrieb.
Weblinks
Bildarchiv Ostpreußen: Slideshow Münsterberg
Einzelnachweise
Kategorie:Gegründet 1383 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Dobre Miasto