Friedrich Wilhelm von Sommerfeld (geb. 20. August 1724; gest. 22. Februar 1796 in Wilkau) war ein preußischer Hauptmann und Landrat.
Herkunft und Leben Friedrich Wilhelm von Sommerfeld war Angehöriger einer Familie von Sommerfeld, welche zum jüngeren Briefadel zählt, schlesischen Ursprungs, ersterwähnt mit einem bürgerlichen Bürgermeister in Schwiebus. Den böhmischen Adel zu Wien 17. Juli 1676 erhielten dessen Söhne Theodor von Sommerfeld, ebenso Bürgermeister in Schwiebus und dessen Bruder Kilian von Sommerfeld.
Er war der Sohn des genannten nobilitierten Theodor von Sommerfeld (1673–1753), Erbherr auf Wilkau und Anteil Möstchen, königlich preußischer Justizrat des Kreises Schwiebus und dessen 2. Ehefrau (⚭ 11. April 1722 in Selchow) Helene Luise (1689–1753), verwitwete von Krammensen, geb. von Lohenstein.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1907 Erster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1906, S. 729. Friedrich Wilhelm diente zunächst als Page, bevor er in der Preußischen Armee zum Secondlieutenant aufstieg und am 17. Juni 1755 auf sein Ansuchen hin mit dem Charakter eines Hauptmanns verabschiedet wurde.Vollständige Geschichte aller königlichen preußischen Regimenter von ihrer Errichtung an bis auf die gegenwärtige Zeit darin alle Feldzüge, Belagerungen und Schlachten. Band 6, Verlag Johann Gottfried Trampe, Halle 1767, S. 134. Im Jahr 1757 übernahm er das Gut Wilkau im Wert von 32.000 Talern aus der Erbschaft seines Vaters, dem ein vier Jahre langer Rechtsstreit mit seinem Stiefbruder Ernst Heinrich vorausgegangen war.Deutsche Digitale Bibliothek: Ernst Heinrich von Sommerfeld ./. Carl Theodor und Friedrich Wilhelm von Sommerfeld. 1756., Stand 4. Mai 2025. Nachdem er auch Friedrichswerder übernommen hatte, kam es gegen Ende des Siebenjährigen Kriegs zu einem Brand auf dem Gut Wilkau. Infolge der stetig gewachsenen Schulden bat er schließlich im Dezember 1767 um ein Moratorium. Bereits in diesem Jahr, so wie später bis 1781 amtierte er als Kreisdeputierter. Im Oktober des Jahres 1784 wurde er zum Nachfolger von Maximilian von Troschke als Landrat des Kreises Schwiebus ernannt. Das Amt als Landrat übte er bis zu dem von ihm gewünschten Abschied im September 1791 aus, Nachfolger wurde sein Sohn Ernst Wilhelm Leopold von Sommerfeld (1758–1825), der aus seiner ersten Ehe stammte.Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85, K. G. Saur, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 963.
Familie Friedrich Wilhelm von Sommerfeld war zwei Mal verheiratet und hatte insgesamt 11 Kinder. In erster Ehe war er seit dem 8. Januar 1756 mit Helene Charlotte von Pförtner (1732–1764) verheiratet. In zweiter Ehe vermählte er sich am 12. Februar 1765 mit Johanne Friederike Juliane von Schkopp (1737–1786) aus dem Hause Ottendorf.
Literatur Hans Jessen: Jahrbuch der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau. Band XVIII: Universität Breslau. Mit: Ursula Schulz: Die schlesischen Landräte unter Friedrich dem Großen. 4. Kreis Schwiebus. In: Göttinger Arbeitskreis. 114, Duncker & Humblot, Berlin 1973, ISBN 3-428-03053-2, S. 113. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1907. Jahrgang 1, Justus Perthes, Gotha 1906, S. 729 ff. Johann Adrian Eduard Graf von Hoverden: Personal-Chronik der Schlesischen Landschaft seit ihrer Errichtung im Jahre 1770. Josef Max und Komp., Breslau 1854, S. 50, Nr. 83.
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