Auf dem Ozark-Airlines-Flug 650 (Flugnummer IATA: OZ650, ICAO: OZA650, Funkrufzeichen: OZARK 650) verunglückte am 20. Dezember 1983 eine Douglas DC-9-31 auf einem inländischen Linienflug vom Sioux Gateway Airport in Sioux City, Iowa, zum Sioux Falls Regional Airport in Sioux Falls, South Dakota, nachdem sie bei der Landung auf dem Zielflughafen bei schlechter Sicht mit einem Schneeräumfahrzeug kollidiert war. Bei dem Unfall starb der Fahrer des Räumfahrzeuges.

Maschine Bei der verunglückten Maschine handelte es sich um eine Douglas DC-9-31, die im Werk von McDonnell Douglas in Long Beach im Bundesstaat Kalifornien endmontiert wurde. Das Flugzeug trug die Werksnummer 47097, es handelte sich um die 193. Douglas DC-9 aus laufender Produktion. Das Roll-out der Maschine erfolgte am 26. Oktober 1967, am 6. November 1967 wurde die Maschine an die Northeast Airlines ausgeliefert, wo sie mit dem Luftfahrzeugkennzeichen N979 in Betrieb ging. Nachdem die Fluggesellschaft in der Delta Air Lines aufgegangen war, ging die Maschine in deren Flotte über und erhielt in diesem Zuge die Flottennummer 226. Am 6. Juni 1975 übernahm Ozark Air Lines die Maschine und ließ sie mit dem neuen Kennzeichen N994Z zu. Das zweistrahlige Schmalrumpfflugzeug war mit zwei Turbojettriebwerken des Typs Pratt & Whitney JT8D-7B ausgestattet.

Passagiere und Besatzung Den Linienflug von Sioux City nach Sioux Falls hatten 81 Passagiere angetreten. Es befand sich eine fünfköpfige Besatzung an Bord der Maschine. Der 58-jährige Flugkapitän verfügte über 25.217 Stunden Flugerfahrung, darunter 9.776 Stunden mit der Douglas DC-9.

Unfallhergang Vor dem Abflug in Sioux City fragten die Piloten über das automatische Terminalinformationssystem (ATIS) die Wetterbedingungen am Zielflughafen ab. Der ATIS-Bericht enthielt Meldungen über Schneeverwehungen in Sioux Falls. Die Maschine startete um 12:53 Uhr Ortszeit in Sioux City und stieg auf die zugewiesene Flughöhe von 11.000 Fuß. Um 13:06 Uhr wurde der Flug von der Flugsicherung in Sioux City an die Anflugkontrolle in Sioux Falls übergeben. Diese erteilte die Anweisung zum Sinkflug auf 3.400 Fuß und zum Anflug der Landebahn 03 des Regionalflughafens Sioux Falls. Um 13:11 Uhr erhielten die Piloten die Landefreigabe.

Um 13:13 Uhr, als die Maschine etwa 6,4 Kilometer vom Flughafen entfernt war, wies der Anfluglotse von Sioux Falls die Besatzung an, sich mit dem Kontrollturm in Verbindung zu setzen. Der Flugkapitän bestätigte die Anweisung, meldete sich jedoch nicht. Als die Maschine noch etwa 4 Kilometer vom Flughafen entfernt war, meldete sich die Flugsicherung von Sioux Falls, woraufhin der Kapitän antwortete. Der diensthabende Lotse erteilte den Piloten daraufhin die Landeerlaubnis bei einer Sichtweite von 1.067 Metern (3.500 Fuß) zur Landebahn. Der Lotse informierte die Piloten nicht über laufende Schneeräumungsarbeiten auf Landebahn 03.

Die Besatzung sah nach dem Sinkflug auf eine Höhe von 61 Metern (200 Fuß) zunächst die Boden- und Anflugbefeuerung und anschließend die Landebahn. Da im ATIS-Bericht vor Schneeverwehungen gewarnt worden war und die Besatzung nicht über Schneeräumungsarbeiten informiert worden war, überraschte sie der Schnee nicht, der über die Landebahn wehte.

Etwa 300 Meter hinter der Schwelle von Landebahn 03 setzte die Maschine sanft auf und die Piloten aktivierten die Störklappen. Der Kopilot begann, die Schubumkehr zu aktivieren, als das Flugzeug in eine Schneewolke geriet. Die rechte Tragfläche der DC-9 prallte daraufhin gegen ein großes Schneeräumfahrzeug auf der Landebahn. Der Aufprall riss die rechte Tragfläche ab, zerstörte den Schneepflug und tötete dessen 38-jährigen Fahrer. Aus der Tragfläche austretender Treibstoff erzeugte kurzzeitig einen Feuerball, der das Flugzeug erfasste, aber schnell erlosch. Die Maschine drehte sich um 180° und kam links der Mittellinie neben der Landebahn zum Stehen. Die Evakuierung der Passagiere erfolgte über die beiden vorderen Türen. Bei der Evakuierung wurde kein Passagier verletzt, zwei Flugbegleiterinnen erlitten jedoch leichte Verletzungen.

Ursache Die Untersuchung des National Transportation Safety Board (NTSB) ergab, dass die Schneeräumungsarbeiten vom Tower aus gesteuert wurden. Der Schneepflug mit dem Rufzeichen „Sweeper 7“ wurde routinemäßig angewiesen, die Start- und Landebahn zu verlassen, um Ankünfte und Abflüge zu ermöglichen. Als die DC-9 von der Anflugkontrolle an den Tower übergeben wurde, nahm der Kapitän keinen Kontakt zum Tower auf. Der Towerlotse kontaktierte die Piloten schließlich und erteilte die Landeerlaubnis. Zwischen dem Tower und dem Schneepflug „Sweeper 7“ fand nach der Übergabe der DC-9 an den Zuständigkeitsbereich des Towerlotsen keine Kommunikation statt. Weder die Anflugkontrolle noch der Towerlotse hatten die Piloten über laufende Schneeräumungsarbeiten informiert. Die stündliche ATIS-Meldung wies auf Schneeverwehungen hin, weshalb die Flugbesatzung unbesorgt war, als sie Schnee über die Start- und Landebahn wehen sah. Die Behörde kam zu dem Schluss, dass die Schneeräumungsarbeiten vom Tower unzureichend überwacht wurden.

Quellen Unfallbericht DC-9, N994Z im Aviation Safety Network Zusammenfassung des Unfallhergangs, National Transportation Safety Board

Kategorie:Flugunfall 1983 Kategorie:Flugunfall in den Vereinigten Staaten Kategorie:Luftverkehr (South Dakota) Kategorie:Douglas DC-9