mini|Theodor Gmürr in einer 1895 veröffentlichten Zeichnung von Michael Holland Theodor Gmür (* 14. Februar 1859 in Amden;Zum Geburtsjahr: ; das Geburtsjahr wird bestätigt in der Archivalie W 035/06-021 des Staatsarchivs St. Gallen; Collins 2013 nennt abweichend davon das Jahr 1860; zum Geburtsdatum und Ort: Annie Patterson 27. April 1901. † 21. Januar 1929 in Cork)Collins 2013; war ein in Irland lebender Musiker, Komponist und Professor für Harmonik, Kontrapunkt und Blattspiel an der Cork School of Music.Paul Collins 2013, S. 435.

Leben Theodor Gmür war zweitjüngstes von acht Kindern der katholische Familie von Johann Baptist (1812–1883) und Lisette Beerli. Das Geschlecht der Gmür lässt sich in Amden bis in das 15. Jahrhundert nachweisen. Als Enkel des Gemeindeammanns Gallus Gmür (1775–1850) gehörte Theodor Gmür dem Zweig der Grossgmür an. Stammbaum in der Archivalie W 035/06-021 des Staatsarchivs St. Gallen. Die Familie war sehr musikalisch, der Vater spielte Violine, war erster Geiger des Kirchenorchesters, sang in Chören und organisierte Gesangsfeste, was ihm den lokalen Beinamen „Sängervater“ einbrachte. Mit dem Komponisten Joachim Raff hatte die Familie eine freundschaftliche Verbindung. Außer Theodor Gmür und seinem Cousin und Operntenor Rudolf Gmür begann niemand in der Familie eine professionelle Karriere als Musiker.Annie Patterson 27. April 1901.

Theodor Gmürs musikalisches Talent zeigte sich früh, als er im Alter von acht Jahren ein Grablied für eine Beerdigung komponierte. Als Zehnjähriger kam er in die Stiftsschule Einsiedeln, in der sein Cousin und Benediktiner Augustin Gmür (1841–1900)2003 verfasstes Vorwort zu einer transkribierten Briefsammlung in der Archivalie W 035 des Staatsarchivs St. Gallen tätig war und die insbesondere für ihre musikalische Erziehung bekannt war. An der Schule komponierte Theodor Gmür u. a. einen Festmarsch für das Schülerorchester zu Ehren des Schulleiters an seinem Geburtstag. An der Schule wurden zahlreiche Opern aufgeführt, in denen er führende Rollen übernahm wie etwa in Fidelio und Der Regimentsbursch (als Variante der Regimentstochter). Ebenso studierte er die Orgel und spielte im Schülerorchester Violine und diverse Blasinstrumente.

Nach sechs Jahren in Einsiedeln war Gmür für ein knappes Jahr Schüler bei Carl Greith, damals Domkapellmeister an der Münchener Frauenkirche. Nach seiner Rückkehr in Einsiedeln perfektionierte er unter dem Organisten und späteren Stiftskapellmeister Basilius Breitenbach (1855–1920) sein Orgelspiel. 1878 erreichten Gmür zwei Stellenangebote als Organist. Eines kam aus Pittsburgh, das andere wurde durch den Luzerner Musikdirektor und Komponisten Gustav Arnold (1831–1900) vermittelt, der in Luzern durch den Pfarradministrator James Hegarty der Peter-und-Paul-Kirche in Cork aufgesucht wurde.

Gmür kam am 1. Dezember 1878 in Cork an und trat die angebotene Stelle als Organist und Kapellmeister der Sts Peter and Paul’s Church, Cork an und behielt diese Stelle bis an sein Lebensende. Wenngleich Gmür zeitweise in die Schweiz zurückkehrte, wie beispielsweise zur Tonkünstlerversammlung des Allgemeinen deutschen Musikvereins 1882 in Zürich, lebte er sich rasch im südlichen Irland ein. Er heiratete eine Irin, sprach Hiberno-Englisch mit südirischer Mundart und galt als „irischer als die Iren selbst“.Annie Patterson 1901; die von Patterson verwendete Redensart (im Original: more Irish than the Irish themselves) wird normalerweise auf die im 12. und 13. Jahrhundert aus England und Wales eingewanderten Normannen angewandt, die sich ebenfalls lokal einheirateten und rasch die irische Sprache und Sitten übernahmen. Patterson nennt das Jahr 1881, das aber falsch ist, da das von ihr beschriebene Festival vom 9. bis zum 12. Juli 1882 in Zürich stattfand: In einem 1901 mit der Irish Times geführten Gespräch beschrieb er seine Sicht zu Irland:

In Sts Peter and Paul’s Church führte Gmür zahlreiche Messen auf, darunter die in C-Dur und die Missa solemnis von Ludwig van Beethoven, die Messen 1, 2, 3, 5 und 12 von Joseph Haydn, die Messe in C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart, die Messe in Es-Dur von Luigi Cherubini, die Messe in B-Dur von Franz Schubert, die Missa angeli custodes in C-Dur von Charles Gounod, die Messe in B-Dur von Saverio Mercadante, die Messe in Es-Dur von Giuseppe Concone, 1899 mit der Missa Pontificalis die Erstaufführung eines Werks von Lorenzo Perosi im Vereinigten Königreich sowie drei von ihm selbst komponierte Messen.

Auf Initiative von Gmür gab es über 200 Konzerte und Opern in Cork, deren Einnahmen überwiegend lokalen wohltätigen Zwecken zukamen. Dies begann mit der 1882 aufgeführten komischen Oper Patience oder Bunthornes Braut von Arthur Sullivan und William Schwenck Gilbert. Da Gmür nicht die Noten für das Orchester bzw. die Aufführungsrechte hierzu erhielt, war er gezwungen, die gesamte Oper selbst neu zu orchestrieren. Hierzu erhielt er das Einvernehmen des Opernproduzenten Richard D’Oyly Carte.Annie Patterson 4. Mai 1901.

Am 3. April 1893 wurde die von ihm selbst komponierte Oper Edelweiss mit großem Erfolg uraufgeführt, der auch in den folgenden Aufführungen anhielt. Nur das ursprüngliche Libretto von Frederic William Broughton wurde in der Kritik als etwas zu schwach angesehen.Ankündigung mit Besetzung: ; Kritiken: ; Für die erneute Aufführung 1895 wurde daher das Libretto von Walter Parke überarbeitet. Weitere Aufführungen folgten 1898, 1911, und 1925.

Gmür unterstützte kontinuierlich die in Cork von Amateuren getragenen Bewegungen, Opern aufzuführen. 1916 entstand eine Gruppe von acht männlichen Sängern unter dem Namen The Warblers,Lässt sich übersetzen mit Grasmücken, einer Gattung von Singvögeln, oder, etwas allgemeiner, mit Trällernden. die bei einem ihrer Auftritte durch den Manager des Opernhauses in Cork, Frank J. Pitt, entdeckt und kurz darauf engagiert wurden. Einige der Sänger gehörten zur Cork Choral Union der von Gmür geleiteten Cork School of Music. Mit seiner Hilfe wurde die bis heute existierende Cork Operatic Society gegründet, die mit der Aufführung der komischen Oper La mascotte zum Osterwochenende 1918 debütierte. Gmür blieb deren musikalischer Direktor bis zu seinem Tod.; ; Aloys Fleischmann: Music in Cork. S. 249, 268–271.

Gmür starb am 21. Januar 1929 an seinem Wohnsitz im Mashanaglass House an der Western Road in Cork. Sein Leichnam wurde anschließend in der Peter-und-Paul-Kirche aufgebahrt. Die Beerdigung folgte am 23. Januar.;

Werke (Auswahl) mini|Autograph von Theo Gmür, 1901 veröffentlicht in der Weekly Irish Times Oper Edelweiss in zwei Akten im Stil einer ballad opera mit einem Libretto von Frederic William Broughton, uraufgeführt am 3. April 1893 im Cork Opera House.; in dem Text wird nur auf „F. W. Broughton“ verwiesen, Annie Patterson bestätigt dies in der Weekly Irish Times und weist darauf hin, dass Broughton der Autor des Schauspiels Withered Leaves ist. Der zugehörige Katalogeintrag der British Library weist den vollständigen Namen aus: Das Libretto wurde 1895 von Walter Parke überarbeitet. Benedictus qui venit, uraufgeführt am 18. April 1897. Patriotische Lieder There is no land like Ireland (nach Worten von Timothy Daniel Sullivan) und To god and Ireland true (nach einem Gedicht von Ellen O’Leary).; Lied The Robin‘s Song (nach einem Gedicht von Timothy Daniel Sullivan), 1886 über The Nation veröffentlicht.;

Literatur

Annie Patterson: Herr Theodor Gmür in ihrer Kolumne Musicians of the Day in drei Teilen:

Anmerkungen

Kategorie:Komponist (Schweiz) Kategorie:Musiker (Irland) Kategorie:Hochschullehrer (Cork) Kategorie:Klassischer Organist Kategorie:Komponist (Oper) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1859 Kategorie:Gestorben 1929 Kategorie:Mann