Der Regensburger Stadtbusverkehr bildet das Rückgrat des Öffentlichen Personennahverkehrs in Regensburg und ist mit seinen Unternehmen heute ein kleiner Teil des mehrere Landkreise umspannenden Regensburger Verkehrsverbund und damit auch Teil des Regensburger Stadtverkehres.
Geschichte Pferdebusse mini|alt=Liniennetzplan 1891 Pferdebus|Liniennetzplan 1891 Pferdebus mini|Regensburger Pferdebus Mit der Einrichtung eines regelmäßigen Dampfschiffverkehrs vom Unteren Wöhrd aus ab 1837, der Eröffnung des Hauptbahnhofs 1859 und der Eröffnung der Walhallabahn 1889 ab dem damals noch selbständigen Vorort Stadtamhof waren in Regensburg typische Anlässe gegeben, die im 19. Jahrhundert in anderen Städten zur Einrichtung öffentlicher Nahverkehrslinien führten. Es blieb jedoch in Regensburg bei zwei kurzlebigen Pferdeomnibus-Verkehren in den Jahren 1846 bis 1850 und im Jahr 1891. Die Regensburger waren ansonsten auf die Lohnkutschen oder Fiaker als Vorläufern der heutigen Taxis angewiesen, die das ganze 19. Jahrhundert hindurch, individuell und nicht linienmäßig verkehrten. Um 1900 gab es davon in Regensburg 46 Stück, die einmal im Jahr am Haidplatz zur technischen Untersuchung zusammenkommen mussten.
Der fehlende Bedarf dürfte an der kompakten, mittelalterlich geprägten Anlage der Stadt gelegen haben. Um 1830 wohnten rund 16000 in der Stadt, 1840 bis 1855 zählte man kaum verändert rund 22000 Einwohner. Dann setzte zwar ein deutliches Wachstum ein und 1901 hatte Regensburg rund 45000 Einwohner, die aber meist innerhalb des Alleegürtels wohnten. Die Regensburger Altstadt erstreckt sich in Ost-West-Richtung über etwa zwei Kilometer, von Süden (Hauptbahnhof) bis zur Donau beträgt die Entfernung rund einen Kilometer. Erst Ende des 19. Jahrhunderts begann Regensburg über seine früheren Grenzen hinauszuwachsen, ablesbar an der Gründerzeit-Architektur entlang der Prüfeninger und Dechbettener Straße, östlich der Altstadt und jenseits der Bahnanlagen. Die kontinuierliche Entwicklung der Hafenanlagen im Stadtosten, die Ansiedlung von Industrie, z. B. 1888 des neuen Schlachthofes und 1898 der neuen Zuckerfabrik in der Straubinger Straße, der Bau von Kasernen entlang der Landshuter Straße 1891–1916 zeigten an, dass Regensburg vermehrt neue Funktionen und Menschen als deren Träger an sich zog und damit in die Fläche wuchs. Auch hatte, seit die Bewohner nicht mehr eingesperrt hinter Stadtmauern lebten, der Ausflug ins Grüne an Bedeutung gewonnen.Veröffentlichungen des RSWE Drucksache zur Entwicklung des ÖPNV in Regensburg.
Im Jahr 1891 reagierte der Regensburger Kaufmann Michael Schwarz auf den zunehmenden Bedarf an einem organisierten öffentlichen Verkehrssystem in der Stadt Regensburg, die zu diesem Zeitpunkt etwa 40.000 Einwohner zählte. Zu diesem Zweck gründete er die „I. Regensburger Omnibus-Unternehmung“, mit der erstmals ein regelmäßiger innerstädtischer Personenverkehr ermöglicht wurde. Der Betrieb begann am 14. Mai 1891 in den frühen Morgenstunden mit pferdebespannten Wagen, die jeweils acht Personen befördern konnten.
Die erste Linie, intern als grüne Linie bezeichnet, nahm am selben Tag den Betrieb auf. Sie verband den Schlachthof mit dem Bischofshof, dem Haidplatz, dem Theater und dem Westend. Zur besseren Orientierung der Fahrgäste waren die Linien farblich codiert – im Fall dieser Verbindung durch grüne Tafeln und ein entsprechendes grünes Signallicht. Zwei Wagen wurden eingesetzt, die im Abstand von etwa 15 bis 20 Minuten zwischen den beiden Endpunkten verkehrten. Einen festen Fahrplan gab es zunächst nicht. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten verzichtete man in Regensburg auf den Bau von Gleisanlagen, wodurch die Infrastrukturkosten gesenkt werden konnten. Darüber hinaus war der Betrieb schaffnerlos organisiert: Die Fahrgäste entrichteten den Fahrpreis eigenständig durch Einwurf in einen Zahlkasten.
Am 17. Mai 1891 folgte die Eröffnung einer zweiten Verbindung – der roten Linie. Sie verlief zunächst vom Schlachthof über das Ostentor, den Paradiesgarten, die Gasfabrik, das Maxtor und den Bahnhof bis zum Hotel Karmeliten, weiter über den Kassiansplatz, den Neupfarrplatz, die Dreieinigkeitskirche und den Bismarckplatz zum Jakobstor. Diese längere Streckenführung erwies sich jedoch als wirtschaftlich nicht tragfähig. Aufgrund mangelnder Auslastung wurde die Linie bereits am 24. Mai 1891 auf den Abschnitt zwischen Bahnhof und Jakobstor bzw. Westend reduziert.
Im Laufe des Jahres wurde das Liniennetz weiter angepasst. Im September 1891 bestanden drei feste Linienverbindungen im Regensburger Stadtgebiet:
die rote Linie zwischen Bahnhof und Wittelsbacherplatz,
die gelbe Linie zwischen Bahnhof und Stadtamhof,
sowie die grüne Linie zwischen Schlachthof und Frühlingsstraße.
Damit war ein erstes strukturiertes Netz des öffentlichen Nahverkehrs in Regensburg geschaffen, das zentrale Bereiche der Stadt miteinander verband und die Grundlage für die weitere Entwicklung des innerstädtischen Verkehrs bildete.
Die Stallungen waren in der Prüfeninger Straße, wo sich heute die Hedwigsklinik befindet. Da das Unternehmen keinen Gewinn brachte, wurde der Betrieb im Dezember 1891 eingestellt.
Busbetrieb mini|Busnetz 1959 Vom Ende des Pferdeomnibusbetriebes bis zur endgültigen Einführung des Omnibusses als alleiniges Verkehrsmittel des öffentlichen Personennahverkehrs setzten die Verantwortlichen auf die ab 1903 errichtete Straßenbahn Regensburg sowie ab 1953 auch auf den Oberleitungsbus Regensburg, um den aufkommenden Bedarf an Personennahverkehr in der Stadt zu decken.
Nach der Einstellung des Straßenbahnbetriebs in Regensburg im Jahr 1964 übernahmen die städtischen Omnibusse schrittweise die vollständige Funktion des innerstädtischen Nahverkehrs. Bereits in den 1950er-Jahren war ergänzend zur Straßenbahn ein erstes Busnetz aufgebaut worden, das zunehmend an Bedeutung gewann. Mit der Ausmusterung der letzten Straßenbahnzüge wurde das Busangebot erheblich ausgeweitet und modernisiert. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Omnibus zum Rückgrat des öffentlichen Verkehrs in Regensburg. mini|Busliniennetzplan 1995 Regensburg mini|Bus von der steinernen Brücke kommend in die Thundorfer Straße abbiegend 1983 Der erste Busliniennetzplan in Regensburg umfasste die Buslinien 1 bis 4, die das Stadtzentrum mit den umliegenden Gebieten verbanden. Die Linie 1 verlief von Prüfening über den Hauptbahnhof nach Weichs, die Linie 2 von Graß über den Hauptbahnhof nach Schwabenstraße, die Linie 3 von Graß über den Hauptbahnhof nach Reinhausen und Wutzlhofen, und die Linie 4 von der Universität über den Arnulfsplatz nach Wutzlhofen.
Während der 1970er- und 1980er-Jahre erlebte der Stadtbusverkehr einen kontinuierlichen Ausbau: Neue Linien wurden eingerichtet, bestehende Strecken verdichtet und das Liniennetz besser an Wohn- und Gewerbegebiete angepasst. Zugleich investierten die Stadtwerke in die technische Weiterentwicklung der Busflotte. In den 1980er-Jahren wurden erstmals Gelenkbusse eingeführt, um dem wachsenden Fahrgastaufkommen gerecht zu werden. Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre begann die flächendeckende Umstellung auf Niederflurbusse, um den Einstieg insbesondere für ältere Menschen, Eltern mit Kinderwagen und mobilitätseingeschränkte Personen zu erleichtern.
Das damalige Liniennetz 1983 umfasste folgende Linien:
Linie Linienverlauf Busunternehmer 1 Prüfening – Domplatz – Maximilianstr. – Pommernstr. RVB 2 Karl-Stieler-Str. – Domplatz – Ernst-Reuter-Platz – Schwabenstr. (– Oberisling – Graß – Karl-Stieler-Str.) RVB 3 Humboldtstr. – Maximilianstr. – Stadtamhof – Danziger Freiheit (– Keilberg) RVB 4 Prüfening – Domplatz – Maximilianstr. – Universität RVB 5 (Bezirksklinikum -) Otto-Hahn-Str. – Maximilianstr. – Weichs – Schwabelweis RVB 6 Weinweg – Arnulfsplatz – Stadtamhof – Reinhausen – Wutzlhofen RVB 7 Hauptbahnhof – Weichs – Pommernstraße/Sallern – Haslbach RVB 8 Ziegetsdorf – Maximilianstr. – Dachauplatz – Schlachthof – Hohes Kreuz (– An der Irler Höhe – Peter-Henlein-Str.) RVB 9 – nicht vergeben – – n. v. – 10 (Dechbetten -) Königswiesen – Friedenstr. – Maximilianstr. (– SWR/Rewag) RVB
Außerdem kam 1987 es bei den Linien 8 und 10 zu Veränderungen: Die Linie 8 bediente das Industriegebiet beim Ostbahnhof nicht mehr, dies wurde von der Linie 10 übernommen. Zudem wurden einige Fahrten der Linie 10 im Stadtsüden nicht mehr nach Königswiesen/Dechbetten, sondern nach Königswiesen-Süd geführt. 1988 wurde die Linie 8 von Ziegetsdorf aus nach Pentling verlängert.
Die Linie 5 wurde außerdem von Schwabelweis bis nach Wörth/Donau verlängert, weswegen man im Stadtgebiet auf die Linienführung zum Bezirksklinikum verzichtete.
1995 kam es vor allem im Stadtgebiet Regensburg zu einer großen Neuordnung des Liniennetzes, die sich in ihren Grundzügen halten konnte. Die einzelnen Halbmesseräste wurden neu verknüpft, neue Umsteigebeziehungen geschaffen und die Fahrplantakte auf bestimmte Umsteigepunkte hin optimiert. Diese Maßnahme wurde unter dem Titel Busfahren '95 in Regensburg – Häufiger, Direkter, Übersichtlicher intensiv beworben. Auch ein neuer ZOB wurde in der Albertstraße eingerichtet. Ab dem 28. Mai 1995 galt folgendes Liniennetz:
Linie Linienverlauf 1 Prüfening – Margaretenau – Bismarck-/Arnulfsplatz – Domplatz – Albertstr. – Stobäusplatz – Weichs – Isar-/Nordgaustr. – Memeler Str. – Pommernstr. 2 (Graß -) Karl-Stieler-Str. – Augsburger Str. – Bismarckplatz – Domplatz – Albertstr. – Stobäusplatz – Krankenhaus St.Josef – Bajuwarenstr – Schwabenstr. 3 (Graß – Oberisling –) Humboldtstr. – Alfons-Auer-Str. – Albertstr. – Dachauplatz – Eisstadion – Weichs – Hans-Hayder-Str. – Reinhausen – Sallern – Gallingkofen – Wutzlhofen 4 Universität Haupteingang – Klenzestr. – Dechbetten – Margaretenau – Arnulfsplatz – Stadtamhof – Steinweg – Reinhausen – Hans-Hayder-Str. – Loisachstr. – Danziger Freiheit 5 Albertstr. – Dachauplatz – Weißenburgstr. – Weichs – Gewerbepark – Schwabelweis – Tegernheim – Donaustauf – Sulzbach/Donau (– Wörth/Donau) 6 Westbad – Teppichwerk – Obermaierstr. – Ostdeutsche Galerie – Bismarck-/Arnulfsplatz – Domplatz – Albertstr. – Galgenberg – Bezirksklinikum – Neuprüll – Klinikum 7 Hauptbahnhof – Stobäusplatz – Weichs – Isar-/Nordgaustr. – Lechstr. – Memeler Str. – Pommernstr. – Haslbach 8 (Pentling –) Ziegetsdorf – Klenzestr. – Justizgebäude – Albertstr. – Eisstadion – Weichser Weg – Vilsstr./Gewerbepark – Loisachstr. – Brandlberg – Keilberg – Grünthal 9 Sallerner Berg – Isar-/Nordgaustr. – Weichs – Eisstadion – Dachauplatz – Albertstr. – Antoniuskirche – Zeißstr. – Burgweinting – Harting (– BMW) 10 (Dechbetten –) Königswiesen – Augsburger Str. – Haydnstr. – Albertstr. – Dachauplatz – Weißenburgstr. – Schlachthof – Hohes Kreuz – An der Irler Höhe (– Am Ostbahnhof) 11 Westbad – Weinweg – Ostdeutsche Galerie – Bismarck-/Arnulfsplatz – Domplatz – Albertstr. – Fachhochschule – Universität – Otto-Hahn-Str. – Schwabenstr. – Burgweinting
1996 führte man zudem die Linie 9A ein; diese verlief vom Hauptbahnhof aus über die Landshuter Straße und einem Teilstück der Osttangente zum Frachtpostzentrum und erschloss weite Teile des Burgweintinger Industriegebietes bis zum BMW-Werk. Die Linie 9 verkehrte stattdessen nur noch bis Harting. Die Linie 9A wurde bald jedoch mit der Linie 7 verschmolzen. Auch wurden viele Regionallinien neu vertaktet, wie die Linien 5 und 28. Auf den Linien 14 und 34 wurden die Takte erheblich verdichtet.