mini|Verbreitungsgebiet des Wellentinamus

Der Wellentinamu (Crypturellus undulatus), Syn. Tinamus undulatus ist eine Vogelart aus der Familie der Steißhühner (Tinamidae).Wellentinamu, in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank. Abgerufen am .P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF

Der Vogel kommt im Amazonasbecken in Ecuador, Kolumbien, Brasilien und Peru in flussnahen Wäldern, Sekundärwald und Waldränder sowie zwischen August und März auf Flussinseln vor, auch in trockeneren tropischen und subtropischen Regionen im Süden und Südosten Südamerikas, jedoch nicht tiefer in Terra Firme.

Der Lebensraum umfasst tropische Wälder, trockene buschbestandene Flächen, Savanne, Serrado, Várzea, auch offene trockene Wälder.J. Cabot, D. A. Christie, F. Jutglar und C. J. Sharpe: Undulated Tinamou (Crypturellus undulatus), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie nd E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World, 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, Crypturellus undulatusT. S. Schulenberg, D. F. Stotz, D. F. Lane, J. P. O'Neill, and T. A. Parker III: Birds of Peru. Princeton Field Guides, Revised and Updated Edition, 2010, ISBN 978-0-691-13023-1.M. McMullan: Field Guide to the Birds of Colombia Rey Naranjo Editores, 2018, ISBN 978-958-8969-77-0

Merkmale Die Art ist 25–32 cm groß und wiegt 462–569 (Männchen) beziehungsweise etwas 621 g (Weibchen), also ein mittelgroßer Tinamu mit ziemlich langem und an der Spitze gebogenem Schnabel. Die Kopfkappe ist ruß-schwarz, am hinteren Teil in Binden oder Flecken auf einem sand-braunen bis rötlichen Grund übergehend, das gefleckte Muster dehnt sich auf die Kopfseiten aus, um die Augen blasser, während die Ohrdecken oft grauer gefärbt sind. Nacken, Oberseite und Flügeloberseite sind etwas rötlich-brauner und dicht mit schwärzlich-braunen Binden gezeichnet, allerdings nur aus der Nähe erkennbar. Die Art ist das einfarbigst erscheinende Steißhuhn. Kinn und Kehle sind weiß, die Brust sieht blasser und einfarbiger aus als der Nacken, die übrige Unterseite ist gelbbraun mit breiten schwärzlichen Binden. Die Kehle ist weiß, die Brust grau, die übrige Unterseite ist weiß bis cremefarben, Flanken und Unterschwanzdecken sind schwarz gebändert. Die Iris ist dunkel rotbraun, kann dunkel erscheinen, oft auch blass. Der Schnabel ist schwärzlich und grau an der Basis, die Beine sind grau bis gelb-oliv.

Das Weibchen unterscheidet sich nicht, ist lediglich im Mittel etwas größer. Jungvögel tragen schwarze Flecken auf der Brust, den Seiten und den Flügeldecken.

Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkanntIOC World Bird List v15.1 Ratites: Ostriches to tinamous C. u. undulatus (, 1815)Coenraad Jacob Temminck (1815), S. 582–584 & 752., Nominatform, – Südostperu bis Nordargentinien C. u. manapiare & , 1952William Henry Phelps (1952) u. a., S. 39., – Südvenezuela (oberer Rio Ventuari), staubgrauere Kopfkappe C. u. simplex (, 1895)Tommaso Salvadori (1895), S. 531, – Südwestguyana und angrenzend in Brasilien, insgesamt blasser und weniger Zeichnung, auch weniger kastanienbraun auf dem Rücken C. u. adspersus (, 1815)Coenraad Jacob Temminck (1815), S. 585–587 & 752., – Brasilien südlich des Amazonas, Oberseite netzförmig gezeichnet, nicht gebändert C. u. yapura (, 1825)Johann Baptist von Spix (1825), S. 62, Tafel 78., – Südostkolumbien bis Ostecuador, Ostperu und Nordwestbrasilien, durchgehend dunkler, stark abgesetzte weiße Kehle, rußig-schwarze Kopfkappe und Nacken, Oberseite braun mit dichter schwarzer Zeichnung, Brust mausgrau C. u. vermiculatus (, 1825)Coenraad Jacob Temminck (1825), Tafel 369 & Text.Zum Publikationsdatum siehe Edward Clive Dickinson (2001)., – Ostbrasilien (südliches Maranhão bis Mato Grosso), Rücken netzförmig gezeichnet, weniger rötlich-braun, ähnelt C. u. adspersus, aber Nacken und Brust schlichter und ungebändert

Stimme Der Gesang wird als charakteristische Folge von 3–4 melodischen, eher tiefen Pfeiftönen, der letzte höher „whoooo….whoo-whoo?“ oder „com-pra pan?“ beschrieben. Typischer Ruf entlang des Amazonasflusses.

Lebensweise Die Art ist überwiegend ein Standvogel. Werden Flussinseln und Várzea überflutet, bewegt sie sich auf Terra Firme. Die Nahrung besteht aus kleinen Früchten, Pflanzensamen und Insekten. Die Brutzeit liegt zwischen Februar und Mai in Kolumbien. Das Gelege besteht aus 4–5 blass rosafarbenen oder aschgrauen Eiern, die über 17 Tage ausgebrütet werden.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Wellentinamu erfolgte 1815 durch Coenraad Jacob Temminck unter dem wissenschaftlichen Namen Tinamus undulatus. Als Verbreitungsgebiet gab er Brasilien und Paraguay an, basierend auf Ynambús del listadoFélix de Azara (1805), S. 53–56. von Félix de Azara. 1914 führten Wyndham Wentworth Knatchbull-Hugessen, 3. Baron Brabourne und Charles Chubb die neue Gattung Crypturellus ein.Wyndham Wentworth Knatchbull-Hugessen, 3. Baron Brabourne u. a. (1914), S. 322Knatchbull-Hugessen und Chubb ordnete der Gattung u. a. den Tataupatinamu und en Kleinschnabeltinamu zu. Dieser Begriff ist das Diminutiv von Crypturus für Tinamu und leitet sich aus für versteckt und für Schwanz ab.Crypturellus in The Key to Scientific Names Edited by James A. JoblingCrypturus in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname undulatus hat seinen Ursprung in .undulatus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Manapiare bezieht sich auf den Río Manapiare, yapura auf den Rio Yapurá. Simplex stammt von absimplex in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, adspersus von adspersus in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling und vermiculatus von .vermiculatus in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay vier Bälge, gesammelt von Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) und Michael Mathias Kiefer (1902–1980) im Bergland des Río Apa bei San Luis de la Sierra im Departamento Concepción und Puerto Casado im Gran Chaco, zur Verfügung. In der Literatur fand er Nachweise für das Land in Sapucai durch Charles ChubbCharles Chubb (1910), S. 57, in Mortero durch Claude Henry Baxter GrantClaude Henry Baxter Grant (1911), S. 477., am Río Paraguay durch John Graham KerrJohn Graham Kerr (1911), S. 151. und im Departamento Central durch Arnaldo de Winkelried Bertoni.Arnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 35 Laubmann folgte der Aufteilung der Unterarten nach Carl Eduard Hellmayr.Carl Eduard Hellmayr (1929), S. 477. Allerdings listete dieser noch Crypturus undulatus confusus & , 1914Wyndham Wentworth Knatchbull-Hugessen, 3. Baron Brabourne u. a. (1914), S. 319 & 321, heute ein Synonym für C. u. adspersus. Nothocercus scolopax , 1856Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1856), S. 18. sah Laubmann als nicht mehr aufrecht zu erhaltende Unterart aus Bolivien an.Alfred Laubmann (1939), S. 115–116.

Gefährdungssituation Der Bestand gilt als „nicht gefährdet“ (Least Concern).

Literatur

Weblinks

Factsheet auf BirdLife International

Oiseaux.net Macaulay Library Multimedia

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Steißhühner