mini|hochkant|Wappen derer von Mumm im Wappenbuch des Westfälischen Adels mini|hochkant|Haus Schwarzenstein, 2011 Mumm (auch Momm, Momme, Mumme, Mumm zu/von Schwarzenstein o. ä.) ist der Name eines niederrheinischen Uradelsgeschlechts.
Die Familie ist zu unterscheiden von den nichtstammverwandten westfälischen Baersdonk genannt Mumm und dem 1873 geadelten Kaufmanns- und Bankiersgeschlecht Mumm von Schwarzenstein, auch wenn die einschlägige Literatur diese oftmals fälschlicherweise als eine Gesamtfamilie darstellt.Siehe hierzu ausführlich: Die Solinger Familien Mumm auf zeitspurensuche.de, abgerufen am 29. April 2025.
Geschichte Das Geschlecht stammt ursprünglich aus den Niederlanden und hatte umfangreichen Besitz am Niederrhein. Später war es auch in der Grafschaft Mark begütert.Spießen (1901–1903), S. 91. Zu den Besitzungen zählten u. a. Altendorf (Kreis Bochum) (urkundlich 1680), Badberg oder Halstaff (Amt Limmers) (1380–1569), Blankenvorde (1359), Dreyll (1650), Haus Erprath (Xanten) (1654), Götterswick (1654), Hell (1490), Kellen (1400–1481), Kochenholz und Spich in Troisdorf-Spich (1686–1705), Plönn (1544–1569), Rodentoorn (1510–1600), Mummenscheid (1728), Haus Schwarzenstein (1515–1713), Ubbergen zwischen Nijmegen und Kranenburg (1490) und Haus Wintersohl (1629–1754).Ledebur (1856), S. 128.Kneschke (1865), S. 423 f.
Das Geschlecht erscheint erstmals mit Gerardus Mummo, Zeuge für den Grafen Gerhard von Geldern, im Jahr 1177. Für das Jahr 1179 wird derselbe noch einmal erwähnt.Fahne (1876), S. 11 ff. 1359 trug Jürgen Mumm sein Haus Blankenrode dem Grafen Johann von Kleve auf. Er siegelte mit seinem Bruder, dem Knappen Tilman Mumm. 1400 erscheint ein Johann Mumm zu Kell, 1447 ein Diedrich Mumm († 1486) sowie 1450–1460 ein Johann Mommius, der vom Herzog von Kleve mit Kellen belehnt wurde, ebenso wie 1481 ein Johan Mom.Fahne (1858), S. 303 f.
Auch in das Baltikum kam die Familie früh. Reiner genannt Mumme war 1330–1340 Deutschorden-Vogt zu Jerwen.Gritzner (1901), S. 129.
Stammfolgen Anton Fahne stellt mehrere Stammfolgen zum Geschlecht dar:
Linie Schwarzenstein
Der o. g. Georg Friedrich Anton von Mumm zu Schwarzenstein wurde in der Vergangenheit oftmals fälschlicherweise mit den gleichnamigen, aber nicht verwandten Solinger Kaufleuten Mumm, aus denen das Briefadelsgeschlecht Mumm von Schwarzenstein hervorging, in Verbindung gebracht.
Linie Rodentoorn
Linie zwischen Maas und Waal
Linie Kellen
Wappen Blasonierung: In Rot ein blau-silbern zu drei Reihen geschachter Balken. Auf dem gekrönten Helm mit rechts rot-silbernen und links blau-silbernen Helmdecken ein silbern gekleideter Mohrenrumpf mit flatternder roter Kopfbinde und Eselsohren.
Die Mumm im Baltikum führten auf dem Helm einen rotgekleideten bärtigen Mannsrumpf mit grün Weinlaub bekränzt. Die Decken sind auf beiden Seiten rot-silbern.
Die nichtstammverwandte Kaufmanns- und Bankiersfamilie Mumm von Schwarzenstein wurde am 31. März 1873 in den Adelsstand erhoben und bekam das gleiche Wappen verliehen. Lediglich die Helmzier ist leicht verändert. Der Mohrenrumpf ist nackt und hat keine Eselsohren.
Literatur Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Köln 1858, S. 303 ff. mit Stammfolgen (Google Bücher). Anton Fahne: Denkmale und Ahnentafeln des Geschlechts Mumm oder Momm. Anhang zum zweiten Bande der Chroniken und Urkundenbücher, Köln 1875 (uni-goettingen.de). Anton Fahne: Chroniken und Urkundenbücher hervorragender Geschlechter, Stifter und Klöster: Band 2 (Urkundenbuch des Geschlechts Momm oder Mumm, Band 1), Köln 1876 (uni-duesseldorf.de). Band 4 (Urkundenbuch des Geschlechts Momm oder Mumm, Band 2), Köln 1878 (uni-duesseldorf.de). Maximilian Gritzner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 11. Abt., T. 2: Der Adel der russischen Ostseeprovinzen, Teil 2: Der Nichtimmatrikulierte Adel, Nürnberg 1901, S. 129 (uni-goettingen.de) und Tfl. 87 (uni-goettingen.de). Otto Titan von Hefner, Alfred Grenser, George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 2. Abt., Bd. 1, T. 2: Der blühende Adel des Königreichs Preußen: Edelleute M–Z, Nürnberg 1878, S. 274 (uni-goettingen.de) und Tfl. 325 (uni-goettingen.de). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 6: Loewenthal–Osorowski, Leipzig 1865, S. 423 f. (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 128 (digitale-sammlungen.de). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 91 f. (uni-duesseldorf.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 226 (uni-duesseldorf.de). Johann Dietrich von Steinen: Westphälische Geschichte mit vielen Kupfern, 4ter Teil, Lemgo 1760, S. 452 ff. (Google Bücher).
Einzelnachweise
Kategorie:Niederländisches Adelsgeschlecht Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht Kategorie:Ersterwähnung 1177