Saul Kaatz (geboren 5. Januar 1870 in Schwersenz, Königreich Preußen; gestorben 1942 im Ghetto Theresienstadt oder im Konzentrationslager Auschwitz) war ein deutscher Rabbiner.
Leben Saul Kaatz war ein Sohn des Kaufmanns Alexander Süßkind Kaatz und der Röschen Stolzmann. Er besuchte die jüdische Elementarschule in Schwersenz und danach das Mariengymnasium in Posen. Seine ersten jüdischen Studien machte er beim Posener Rabbiner Wolf Feilchenfeld und dem Dajan Ludwig KrauseLudwig Krause unterrichtete später in Frankfurt am Main auch seinen Großneffen Erich Fromm. Kaatz studierte von 1888 bis 1895 an der Universität Berlin und am Berliner Rabbinerseminar. 1892 wurde er an der Universität Halle promoviert. Er war in Berlin als Prediger, Schulleiter und als Hilfsrabbiner an der Synagoge Prinzenstraße tätig. Im Jahr 1895 wurde er Rabbiner in der oberschlesischen Industriestadt Zabrze, die 1915 in Hindenburg umbenannt wurde.
Kaatz war Mitglied des Allgemeinen Rabbiner-Verbands (ADR) und der Vereinigung der traditionell gesetzestreuen Rabbiner Deutschlands. 1897 stellte er sich gegen die antizionistische Linie des ADR. Er schrieb eine Vielzahl von Zeitschriftenbeiträgen in Jeschurun, NF und im Israelit. Er schrieb auch Erzählungen und Theaterstücke.
Er heiratete Else Wiener, die bereits 1924 starb. Beide erhielten 1921 im deutsch-polnischen Volkstumskampf als Auszeichnung den Schlesischen Adler. Kaatz unterstützte die Bernheim-Petition vor dem Völkerbund, mit der nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 die antisemitischen Maßnahmen in Oberschlesien eingeschränkt werden konnten. Seine Söhne, der Arzt Alexander Kaatz und der Jurist Emmerich Kaatz, emigrierten in der Zeit des Nationalsozialismus nach Palästina, derweil er bei seiner Gemeinde ausharrte. Kaatz wurde 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Er wurde dort oder im KZ Auschwitz ermordet.
Schriften (Auswahl) Die Scholien des Gregorius Abulfaragius Bar Hebraeus zum Weisheitsbuch des Josua ben Sira nach der vier Handschriften des Horreum mysteriorum, 1892 Das Wesen des jüdischen Religionsunterrichtes. Berlin 1904 Das Wesen des prophetischen Judentums. 1907 Abraham Geigers religiöser Charakter. 1911 Alter Vogel, eine jüdische Novella. 1919 Talmudisch-rabbinische Sätze über Rechtsbeziehungen zu Nicht Juden. 1924 Die mündliche Lehre und ihr Dogma. 1922–23 Weltschöpfungsaera und Wissenschaft. 1928 Alexander der Grosse vor Jerusalem. Drama
Literatur Saul Kaatz, in: E. G. Lowenthal: (Hrsg.): Bewährung im Untergang. Ein Gedenkbuch. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt, 1965, S. 87 Kaatz, Saul, in: Michael Brocke, Julius Carlebach (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner. Teil 2: Die Rabbiner im deutschen Reich 1871–1945. Bearbeitet von Katrin Nele Jansen. München: de Gruyter, 2009, S. 317–319 Kaatz, Saul, in: Encyclopaedia Judaica, 1971, Band 10, Sp. 485 Kaatz, Saul, in: Salomon Wininger: Große jüdische National-Biographie. Band 3. Czernowitz, 1928, S. 361
Weblinks
Kaatz, Saul, bei encyclopedia.com
Einzelnachweise
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