mini|Těšov Těšov (deutsch Teschau, historisch auch Teschaw, Tesschaw, Thesschow, Dieschaw) ist ein Ortsteil der Gemeinde Milíkov (Miltigau) im Okres Cheb in Tschechien.

Lage mini|Kloster Těšov Nachbarorte sind Mokřina (Krottensee) im Norden, Tuřany (Thurn) im Nordwesten, Malá Šitboř (Klein Schüttüber) im Südwesten und Milíkov (Miltigau) im Südosten.

Geschichte Der Ort wurde 1370 als „Teschaw“ erstmals urkundlich erwähnt. Teschau im Elbogener Kreis, war zunächst ein Lehen der Landgrafen von Leuchtenberg, davon besaß ein Hof Nickel von Teschau und seine Neffen, alles weitere Heinrich von Königsberg. Nach dem Tod von letzteren wurde das Dorf vereinzelt verliehen: Ein Hof erhielt Niklas Zöllner und nach ihm Jakob Kolditz, der auch ein Holz in der Nähe zum Lehen trug.Gradl, S. 280 Als weitere Örtlichkeiten bzw. Liegenschaften in dem Niklas von Teschau und seine Verwandten als Lehensträger erscheinen, werden genannt:

Das Holz Buchicht, auch Puchech, zwischen Krottensee und Teschau, ein Leuchtenberger Lehen, das an Nickel von Teschau und seines Bruders unmündige Kinder vergeben wurde.Gradl, S. 274 Der Landstrich Fichtau, auch Fichtaw, zwischen Teschau und Zeidelweid, ein Leuchtenberger Lehen in den Händen von Niklas von Teschau und seiner Verwandten.Gradl, S. 275 Der abgegangene Ort Schwarzenbach, früher Schwertzenbach, in der Nähe von Schönficht, Militgau, Krottensee und Teschau, am Krottenbach, ein Leuchtenberger Lehen mit damals elf wüsten Höfen, davon besaß 2¼ Höfe Niklas von Teschau und seine Neffen.Gradl, S. 280 Das Wäldchen Weidicht, früher Weidach, zwischen Miltigau und Teschau, trug ebenfalls Nickel von Teschau und seine Neffen von den Landgrafen von Leuchtenberg zum Lehen.Gradl, S. 281 Zeidelweid bei Sanau, ein Leuchtenberger Lehen mit sieben wüsten Höfen, davon gehörte ein dort gelegenes Holz Nickel von Teschau und seine Neffen, ein anderer Teil Egerer Nonnen.Gradl, S. 281

Am 10. Mai 1542 steht Krottensee, Teschau, Schönficht und Miltigau im Lehensrevers des Grafen Hieronymus Schlick, der die vormals Leuchtenberger Lehen vom Burggrafen Heinrich von Meißen gekauft hatte.Urban, S. 104 Sabina Lochner von Palitz (geborene Gfeller von Sachsengrün / Kfelíř ze Zakšova) musste als Lutheranerin nach der Schlacht am Weißen Berg 1620, die die katholischen Habsburger gewannen, emigrieren und verkaufte 1625 ihre Güter zu Teschau (Těšov) und Schönficht (Smrkovec) im Egerer Kreis zusammen mit Wolf Christoph Lochner von Palitz, als Vormund ihrer Zwillingstöchter, für 10.000 fl. rh. an Johann Reinhard von Metternich, einem Neffen des damaligen Kurfürsten und Bischofs von Trier. Ihr erster Ehemann, Johann Georg Adam Lochner von Palitz, fällt wahrscheinlich 1620 oder stirbt an den FolgenHeinrich Otokar Miltner / Josef Neumann (Verein für Numismatik zu Prag – Hrsg.): „Beschreibung der bisher bekannten böhmischen Privatmünzen und Medaillen“ – erschienen im Verlag des Vereins, Prag, 1852, S. 343. Der Sachseneinfall 1631 dann unter Generalfeldmarschall Hans-Georg von Arnim, erzeugte einen letzten Hoffnungsschimmer für die unterlegenen Protestanten in ihre Heimat Böhmen zurückkehren zu können; sie eignete sich ihre Güter in Teschau (Těšov) wieder an – so dass sie, nach dem Wallenstein die Sachsen wieder aus Böhmen hinausdrängten, von der „Kaiserlichen Kammer“ zu 300 fl. Strafe verurteilt wurde. Daraufhin wanderte die Lutheranin 1632 wieder nach Sachsen ausTomáš Václav Bílek: „Reformace katolická“ (in tschechischer Sprache – Die Rekatholisierung Böhmens nach der Schlacht am Weißen Berg 1620), Prag, 1892: 161. Sabina Lochner von Palitz verkaufte ihren Hof in Teschau, bevor sie 1628 nach Sachsen ging und 1631 ergriff sie es wieder, aber für kurze Zeit: 1632 verließ sie das Land wieder mit dem Feind (161. Sabina Lochnarova ze Palic prodala r. 1628. pred odchodem svym do Saska statek svuj Tesov, jehoz se pri vpadu saskem r. 1631. opet zmocnila, avsak jen na kratky cas: nebot r. 1632, opet ze zeme s nepritelem ujela). Sie war die Tochter des lutherischen Landrichters von Tachau (Tachov), Johann Wilhelm Gfeller von Sachsengrün (1581–1617) auf Alten-Seitlitz (Staré Sedliště), Groß-Gropitzreuth (Velký Rapotín) und Schossenreith (Částkov u Tachova).

Sabinas eine Tochter, Helena Dorothea Lochner von Palitz ist um 1623 dem Hauptmann des Elbogener Kreises (Loket), Georg Fabian Mulz von Waldau auf Grassengrün (Hájek) im Kreis Karlsbad (Karlovy Vary) angetraut worden (der 1651 konvertierte), und ihre Schwester Helena mit Johann Albrecht Mulz von Waldau auf Wallhof (Lesná) am 28. November 1629. Helena Dorothea Lochner von Palitz ließ die Ehe etwa 10 Jahre nach ihrer Heirat um 1633 annullieren (oder scheiden), und lebte fortan auf dem Mulz’schen Besitz, Kleinschüttüber (Malá Šitboř); daraufhin ging Georg Fabian ein zweites Mal die Ehe ein mit Johanna Gfeller von Sachsengrün, der Schwester ihrer Mutter (erste Ehe um 1618 mit Georg Adam von Zedtwitz). Deren Bruder, Heinrich Gfeller von Sachsengrün verheiratete sich mit Amalie Barbara Mulz von Waldau 1617, die auf Dreihöfen bei Staré Sedliště lebtenOldřich KORTUS: „Sasové v Čechách v letech 1631 a 1632“ (Die Sachsen in Böhmen 1631 – 1632), Prag, 2007 - siehe: www.lochner-genealogie.de - Rubrik: LVP - Lochner von Palitz und Gfeller von Sachsengrün.

Später wurde Teschau in die Herrschaft Militgau einverleibt. 1756 veräußerte Liebmann Kasimir von Beust Miltigau an das Jesuitenkolleg Eger. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 fiel das Gut Miltigau an den k. k. Religionsfonds. 1790 von der k. k. Hofkammer feilgeboten, ersteigerte es Franz Georg Karl Graf von Metternich. 1847 zählte das Dorf 63 Häuser mit 451 nach Miltigau gepfarrten Einwohnern, eine Mühle mit Brettsäge, ein Jägerhaus und ein Wirtshaus.

Nach dem Münchner Abkommen wurde das Dorf 1938 in das Deutsche Reich eingegliedert und gehörte von 1939 bis 1945 zum Landkreis Marienbad. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Těšov zur Tschechoslowakei zurück; die einheimischen deutschen Bewohner wurden enteignet und vertrieben. 1949 erfolgte die Eingemeindung nach Malá Šitboř.

Sehenswürdigkeiten

Orthodoxes Kloster Těšov mit Verklärungskirche, 2008 gegründet

Literatur

Heinrich Gradl: Beiträge zur Geschichte Nordwestböhmens – Leuchtenberger und Nothaftische Lehen im Elbogner Lande In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen. Im Selbstverlag des Vereines, 1888, S. 266 ff Michael Urban: Zur Geschichte der Stadt Königswart, Verlag Haßold, 1894

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Milíkov u Mariánských Lázní Kategorie:Ehemalige Gemeinde in Tschechien Kategorie:Gemeindeauflösung 1949