Karl Friedrich von Lindenau (* 17461742 nach ADB, 1752 nach Schweigerd in Leipzig; † 14. Februar 1817nach anderen 21. Februar 1817 z. B. Fremden Blatt, 1865, S. 40, 20. Februar 1817 nach Georg Christoph Hamberger, 1821, Das gelehrte Teutschland, Band 18, S. 547 in Wien) war k. k. Feldzeugmeister, Ritter des Maria-Theresia-Ordens sowie Inhaber des Infanterie-Regiments No. 29. Familie Seine Eltern waren der kursächsische Major Gustav Wilhelm von Lindenau (* 18. Dezember 1709; † 11. Dezember 1782) und dessen Ehefrau Charlotte Wilhelmine Luise von Thümmel (* 18. Dezember 1721).Diplomatische Nachrichten adelicher Familien, Band 5, S. 103f

Leben Er ging in preußische Dienste und wurde noch unter Friedrich II. ausgebildet. Im August 1789 wechselte er als Major des General-Quartiermeisterstabes in österreichische Dienste. Er stand dort unter Protektion des Feldmarschalls Lacy und wurde binnen Jahresfrist zum Oberst befördert. Nach der Reichenbacher Konvention von 1790 wurde er Armeekorps unter dem Grafen Browne in die Österreichischen Niederlande geschickt. Der Oberst diente in diesem Korps als Chef des General-Quartiermeisterstabes.

Während des Ersten Koalitionskrieges nahm an Kämpfen bei Namur teil. Anschließend kam er zum Korps des Herzogs Albert von Sachsen-Teschen, wo er ebenfalls Chef des Generalstabes war. Nach der Schlacht von Jemappes vom 6. November 1792 wurde er nach Wien abberufen. Im März 1793 wurde er nach Italien abkommandiert. Am 1. März 1797 wurde er mit Rang vom 19. Juli 1794 zum Generalmajor befördert.

Mit Beginn des Zweiten Koalitionskriegs wurde er nach Deutschland versetzt und kam zur Armee des Erzherzogs Karl. Er kämpfte im Gefecht bei Neckerau (18. September 1799) mit Auszeichnung. Am 5. März 1800 wurde er mit Rang vom 1. September 1799 Feldmarschall-Lieutenant befördert. Am 2. Mai 1800 kommandierte er in der Schlacht von Engen eine Division auf dem rechten Flügel. Gegen Abend gelang es den Franzosen die Österreicher zurückzudrängen, Lindenau erkannte die Gefahr und führte Persönlich Verstärkungen heran. Es gelang ihm, die Front zu stabilisieren und die Franzosen zurückzuwerfen. Damit konnte sich die Vorhut wieder zurückziehen. Bei Möskirch (5. Mai 1800) stand er im Zentrum, konnte die Niederlage aber nicht verhindern. Anschließend deckte er den Rückzug nach Sigmaringen und nahm an den Gefechten bei Schwende und Gügenthal (5. Juni) und Neuburg (27. Juni) teil. Für die erfolgreiche Deckung des Rückzuges erhielt er am 24. November 1801 das Ritterkreuz des Maria-Theresia-Ordens. Außerdem wurde er im Oktober 1803 zum Inhaber des Infanterie-Regiments No. 29 ernannt.

Sein letzter Feldzug war der Fünfte Koalitionskrieg. Nach der Schlacht von Aspern wurde er am 27. Mai 1809 zum Feldzeugmeister ernannt und in den Ruhestand versetzt.

Man erzählt sich, dass er in voller Generalsuniform mit Stiefel und Sporn in stoischer Ruhe im Lehnstuhl seinen Tod erwartete. Er starb unverheiratet am 14. Februar 1817 in Wien. Sein Vermögen vermachte er mehreren wohltätigen Organisationen sowie seinen Bediensteten.

Werke Lindenau war sehr gebildet und veröffentlichte mehrere Werke, die Teils auch mehrere Auflagen erlebten: 1785, Ueber Winterpostirungen und dahin einschlagende Sicherheits- und Vertheidigungsanstalten, 1789, Ueber die höhere preussische Taktik, deren Mängel und Unzweckmässigkeit, 2 Teile, , 1790, Beleuchtung der Anmerkungen eines Ungenannten zu meiner Schrift über die höhere preussische Taktik

Literatur

Jaromir Hirtenfeld, Der Militär-Maria-Theresia-Orden und seine Mitglieder, Band 1, S. 707 f. Bernhard von Poten, Handwörterbuch der gesamten Militärwissenschaften, Bände 6, S. 216. Carl A. Schweigerd, Oesterreichs Helden und Heerführer von Maximilian I. bis auf die neueste Zeit in Biographieen und Charakterskizzen, Band 3, S. 589 FN1. Franz Gräffer, Kleine Wiener Memoiren, Band 2, S. 68 f. Wilhelm von Janko, Aus dem Leben des k. k. Feldzeugmeisters Karl Friedrich Freiherr von Lindenau, S. 121 ff.. in Österreichisches Jahrbuch, 1880.

Einzelnachweise Die Bücher verursachten einige Aufregung. Es wurde auch Analysen veröffentlicht, Vgl.:Militär-Wochenblatt: Beihefte, 1881, S. 171ff

Kategorie:Träger des Militär-Maria-Theresien-Ordens (Ritter) Kategorie:Regimentsinhaber der Frühen Neuzeit Kategorie:Militärperson (Preußen) Kategorie:Militärperson (österreichische Habsburger) Kategorie:Kaiserlicher General (HRR) Kategorie:Person in den Koalitionskriegen (Österreich) Karl Friedrich Kategorie:Feldzeugmeister Kategorie:Geboren 1746 Kategorie:Gestorben 1817 Kategorie:Mann