Josef Eduard Büsser (auch Joseph Büsser, Josef Büßer; * 5. April 1896 in Bazenheid; † 17. September 1952 in St. Gallen) war ein Schweizer Bildhauer und Maler, der vor allem sakrale Kunst im Kanton St. Gallen schuf.

Leben mini|links|x220px|Hauptportal der Stadtkirche St. Nikolaus in Wil (1933) Büsser wurde 1896 als Sohn eines Stickereizeichners und Fabrikanten in Bazenheid im Toggenburg geboren, wo er auch seine frühe Kindheit verbrachte. Nach dem Tod des Vaters zog seine Mutter mit ihm und seinen zwei Geschwistern nach St. Gallen. Von 1911 bis 1913 absolvierte er hier eine zweijährige Ausbildung zum Stickereizeichner. Ausserdem nahm er bis 1916 Zeichenunterricht an der Gewerbeschule. In diesem Jahr verlor er auch seine Mutter und stand mittellos da, konnte sich aber dank der Unterstützung von Familienfreunden zunächst zum Steinhauer und von 1918 bis 1921 bei Wilhelm Meier zum Bildhauer ausbilden lassen. Parallel dazu nahm er den Zeichenunterricht an der Gewerbeschule, nunmehr bei August Wanner, wieder auf. Zwischen 1921 und 1923 weilte Büsser in München und lernte bei Joseph Wackerle. Als er mit 27 Jahren wieder in die Schweiz zurückkehrte, erhielt er rasch seinen ersten Auftrag als Bildhauer und schuf Skulpturen für die Pfarrkirche St. Gallus in seinem Bürgerort Amden. 1924 gehörte er zu den Mitgründern der Schweizerischen St. Lukasgesellschaft für Kunst und Kirche.. 1926 schuf er den Wiboradabrunnen in St. Gallen. Als sein Hauptwerk gelten die 1933 entstandenen Bronzereliefs auf dem Eingangsportal der Stadtkirche St. Nikolaus in Wil SG, die Episoden aus dem Leben des heiligen Nikolaus von Myra zeigen und «zu den bedeutendsten Werken dieser Kunstgattung hierzulande in neuerer Zeit» gehören.Benno Ruckstuhl: Die Altstadt von Wil. Wil 1998 (online; PDF, 24 KB).

Büsser starb 1952 mit 56 Jahren an einem Schlaganfall. Das Kunstmuseum St. Gallen veranstaltete im Jahr darauf eine Gedächtnisausstellung. Zu seinen Schülern gehörten Ludwig Stocker und Urban Blank.

Rezeption Ernst W. Roetheli schrieb 1952 einen ausführlichen Nachruf auf Büsser und honorierte dessen künstlerische Leistungen mit den Worten:

Werke (Auswahl) 1923: Christus (Kunststein), Kirche St. Gallus, Amden 1924: Vier Heilige (Holz), Kirche St. Gallus, Amden 1926: Wiboradabrunnen, Kirche St. Mangen, St. Gallen 1926: Hl. Andreas (Muschelkalk), Andreaskirche, Gossau 1930: Friedensmadonna und Herz-Jesu-Figur (Muschelkalk), Antoniuskirche, Basel 1933: Seitenportale (mit vier Heiligen-Reliefs) und Hauptportal mit 16 Reliefs von St. Nikolaus-Legenden (Bronze), Stadtkirche St. Nikolaus, Wil SG 1933: Schlüsselübergabe an Petrus (Steinrelief), Kirche St. Peter, Wil SG 1936: Reiterstandbild des Hl. Martin (Kunststein), Kirche St. Martin Bruggen, St. Gallen 1940: Der heilige Michael im Kampf mit dem Drachen (Sandstein), Stadtkirche Uznach Reliefs am Portal, Stiftskirche St. Gallen Standbild des Hl. Georg und Auferstehungsrelief, Friedhof St. Georgen, St. Gallen Friedhofskreuz, Eschenbach SG Zwölf Apostel der Kommunionbank, Sirnach Relief für den Hochaltar, Arbon (letztes Werk)Ernst W. Roetheli: Zur Erinnerung an Josef Büsser (1896–1952). In: Neue Zürcher Nachrichten. 4. Blatt. Nr. 231, 3. Oktober 1952 (online).

Literatur Robert Hess: Wie stellen sich die Künstler zur christlichen Kunst? In: Ars Sacra. Schweizerisches Jahrbuch für christliche Kunst. Band 5, 1931, S. 21–34, zu Büsser S. 24. Ernst W. Roetheli: Zur Erinnerung an Josef Büsser (1896–1952). In: Neue Zürcher Nachrichten. 4. Blatt. Nr. 231, 3. Oktober 1952, S. 4 (online). Gedächtnisausstellung Josef Büsser (1896–1952). Ausstellungskatalog. Kunstmuseum St. Gallen, 1953. Paul Pfiffner: Josef Büsser. Ein im Toggenburg geborener Bildhauer und Maler. In: Toggenburger Heimat-Kalender. 1947. Magdalen Bless-Grabher: St. Nikolaus von Myra. Patron der Stadt Wil in Legende und Brauchtum. Wil 1989 (PDF; 2,2 MB).

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Einzelnachweise

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