Die Liste der Mitglieder des Illuminatenordens bildet eine Aufzählung bekannter Persönlichkeiten im Zusammenhang mit dem Illuminatenorden, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Die Auflistung erfolgt alphabetisch.
Der Illuminatenorden wurde am 1. Mai 1776 vom Philosophen und Kirchenrechtler Adam Weishaupt in Ingolstadt gegründet und existierte bis zu seinem Verbot 1784/85 vornehmlich im Kurfürstentum Bayern. Die Geheimgesellschaft hatte sich die Verbreitung der Werte der Aufklärung zum Ziel gemacht und unterwanderte dafür die Logen der Freimaurer. Insgesamt lassen sich 1.394 Ordensmitglieder nachweisen,Hermann Schüttler: Zwei freimaurerische Geheimgesellschaften des 18. Jahrhunderts im Vergleich: Strikte Observanz und Illuminatenorden. In: Erich Donnert (Hrsg.): Europa in der Frühen Neuzeit. Festschrift für Günter Mühlpfordt zum 75. Geburtstag. Böhlau, Weimar/Köln/Wien 1997, ISBN 3-412-00797-8, S. 521–544, hier S. 525. welche zu rund einem Drittel zugleich Freimaurer warenMarco Frenschkowski: Die Geheimbünde. Eine kulturgeschichtliche Analyse. Marix, Wiesbaden 2007, S. 131. und nahezu ausschließlich aus dem deutschsprachigen Raum (besonders häufig aus Bayern und Thüringen) stammten. Zu den Mitgliedern gehörten höhere Gesellschaftsschichten, darunter Adelige, Unternehmer, Gelehrte und Intellektuelle, Militärs und Beamte. Nach einer kurzen Blüte wurde der Illuminatenorden 1784/85 in Bayern als landesverräterisch und religionsfeindlich verboten und war spätestens in den 1790er Jahren weitgehend inaktiv. Obwohl den Illuminaten kaum französischsprachige Personen angehörten, kamen später Verschwörungstheorie auf, die die Gruppe hinter der Französischen Revolution vermuteten.
Liste
Die Mitgliederliste ist größtenteils der Gotha Illuminati Research Base der Universität Erfurt entnommen und enthält Personen, deren Mitgliedschaft im Illuminatenorden ausreichend belegt wurde.
A Jakob Friedrich von Abel (1751–1829), Philosoph Werner Hans Friedrich Abrahamson (1744–1812), dänischer Offizier, Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer Johann Michael Afsprung (1748–1808), Lehrer und Publizist und Helvetiker Franz Joseph von Albini (1748–1816), Politiker und Staatsmann Christian Karl André (1763–1831), Pädagoge und Landwirt Bonaventura Andres (1743–1822), Ordensgeistlicher, Pädagoge, Hochschullehrer und Autor Ferdinand d' Antoine (1746–1793), Komponist Karl Albert von Aretin (1741–1802), Oberlehrhofkommissar August von Sachsen-Gotha-Altenburg (1747–1806), Herzog von Sachsen-Gotha-Altenburg
B Ferdinand Maria von Baader (1749–1797), Mediziner, Philosoph und Naturforscher Konrad Joseph Bachem (1755–1832), Advokat, Hofkammersekretär Jens Immanuel Baggesen (1764–1826), dänischer Schriftsteller Heinrich Bansi (1754–1835), Schweizer reformierter Pfarrer Johann Friedrich Baring (1747–1808), Mitglied der Familie Baring Carl Anton von Barth (1758–1797), deutscher Jurist und Bürgermeister von München Aloys Basselet von La Rosée (1747–1826), deutscher Beamter und Richter Ludwig Wilhelm von Baumbach (1755–1811), Grundbesitzer und Abgeordneter Franz Arnold von der Becke (1754–1832), Mitglied der Familie Becke Rudolph Zacharias Becker (1752–1822), Autor, Aufklärer und Theologe Georg Wilhelm Sigismund Beigel (1753–1837), Jurist Anton Graf von Belcredi (1746–1812), Mitglied der Familie Belcredi Johann Joachim Bellermann (1754–1842), Theologe und Autor Anselm Franz von Bentzel-Sternau (1738–1786), Minister von Kurmainz, Kurator und Reorganisator der Alten Universität Mainz Johannes Bering (1748–1825), Philosoph Friedrich Wilhelm Ludwig von Beulwitz (1755–1829), Jurist und Kanzler Andrea Giorgio Maria Bianchi (1746–1814), italienischer Kaufmann und Mäzen Siegmund von Bibra (1750–1803), Pädagoge und Lexikograf Traugott Andreas von Biedermann (1743–1814), Politiker und Rechtswissenschaftler Friedrich Freiherr Binder von Krieglstein (1708–1782), Mitglied der Familie Binder von Krieglstein Leopold Bleibtreu (1777–1839), Bergmeister Johann Joachim Christoph Bode (1731–1793), Übersetzer und Aufklärer Johann von Böber (1746–1820), Lehrer, Forschungsreisender, Botaniker und Entomologe Johann Michael Boeck (1743–1793), Schauspieler Andreas Böhm (1720–1790), Philosoph Johann Franz Wilhelm Böhmer (1754–1788), Arzt Johann Friedrich Philipp von Boos zu Waldeck und Montfort (1749–1832), Kammerherr in Mainz, Mitglied der Familie Boos von Waldeck Ignaz von Born (1742–1791), österreichischer Mineraloge, Geologe und Malakologe Nikolaus Joseph Brahm (1751–1812), Jurist und Insektenkundler Johann Friedrich Brandis (1760–1790), Jurist und Hochschullehrer Dominikus von Brentano (1740–1797), Schweizer Publizist, Aufklärungstheologe und Bibelübersetzer Joseph Freiherr von Brigido von Brezovicza (1736–1817), Regierungspräsident von Wien Franz Xaver Bronner (1758–1850), Schweizer Publizist und Archivar Anton von Bucher (1746–1817), Theologe, Schriftsteller, Satiriker und Schulreformer Philipp Ludwig Bunsen (1760–1809), Schriftsteller und Bibliothekar Wilhelm Christian von dem Bussche (1756–1817), Gutsbesitzer und Amtshauptmann Hans Ernst Bütemeister (1750–1827), Beamter Josef Ignác Buček (1740–1821), böhmischer Universitätsprofessor, Autor volkswirtschaftlicher Werke
C Johann Vincenz Caemmerer (1761–1817), Jurist, Komödiendichter und Publizist Emmanuel von Canal (1745–1826), böhmischer Philanthrop, Botaniker, Musiker Friedrich Wilhelm Freiherr von Canitz und Dallwitz (1747–1805), hessischer Generalmajor, Vater von Karl von Canitz und Dallwitz Christian von Hessen-Darmstadt (1763–1830), Landgraf aus dem Haus Hessen-Darmstadt und niederländischer General Christian Cannabich (1731–1798), Violinist, Kapellmeister und Komponist Johann Rudolph Chotek von Chotkow (1748–1824), österreichischer Finanzminister und Gubernialpräsident in Böhmen Johann Philipp Graf Cobenzl (1741–1810), österreichischer Staatsmann Hieronymus von Colloredo (1732–1812), Erzbischof von Salzburg Friedrich Wilhelm Compe (1751–1827), deutsch-dänischer Amtmann Friedrich Ferdinand Constantin von Sachsen-Weimar-Eisenach (1758–1793), sächsischer Generalmajor Ignaz Cornova (1740–1822), italienischer jesuitischer Priester, Historiker, Pädagoge und Dichter
D Karl Theodor von Dalberg (1744–1817), Staatsmann und Kirchenfürst. Letzter Erzbischof und Kurfürst von Mainz und der letzte Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches Wolfgang Heribert von Dalberg (1750–1806), deutscher Verwaltungsbeamter, Intendant des Nationaltheaters in Mannheim Heinrich Gottfried Wilhelm Daniels (1754–1827), Jurist Matthias Dannenmayer (1744–1805), Kirchenhistoriker Joseph Friedrich August Darbes (1747–1810), Porträtmaler Hermann Christoph Gottfried Demme (1760–1822), Schriftsteller Thaddäus Anton Dereser (1757–1827), Theologe Johann Georg von Dillis (1759–1841), Maler Franz Dietrich von Ditfurth (1738–1813), Jurist und Freimaurer Johann Christian Rudolph von Dobeneck (1735–1797), Mitglied der Familie Dobeneck Anton Joseph Dorsch (1758–1819), Hochschullehrer und Revolutionär Friedrich Ferdinand Drück (1754–1897), Philologe
E Josef Karl Theodor von Eberstein (1761–1833), Politiker Karl von Eckartshausen (1752–1803), Schriftsteller, Alchemist, Esoteriker und Philosoph Johann Christian Ehrmann (1749–1827), Mediziner, Autor und Satiriker Johann Peter Eichhoff (1755–1825), Aufklärer und Publizist Carl Georg Riedesel zu Eisenbach (1746–1819), hessischer Politiker Wilhelm Christoph Eisenhuth (1755–1826), Jurist und Verwaltungsbeamter Valentin Freiherr von Emerich, Reichspostmeister, Mitglied der Familie Emmerich Adolf von Ende (1760–1816), Jurist Ernst II. (1745–1804), Herzog von Sachsen-Gotha-Altenburg Johann Joachim Eschenburg (1743–1820), Literaturhistoriker Johann Christian Ludwig von Eschwege (1746–1798), Vater von Wilhelm Ludwig von Eschwege Anton Estner (1730–1801), Weltpriester Schack Hermann Ewald (1745–1822), Hofbeamter und Publizist Johann Gottfried von Exter (1734–1799), Arzt Joseph Valentin Eybel (1741–1805), österreichischer Publizist
F Ernst Friedrich Hektor Falcke (1751–1809), Bürgermeister von Hannover Bernhard Christoph Faust (1755–1842), Arzt Johann Noë du Fay (1748–1820), Kaufmann und Mitbegründer der Frankfurter Handelskammer Ferdinand Fechtig von Fechtenberg (1756–1837), Jurist und österreichischer Beamter Johann Georg Heinrich Feder (1740–1821), Philosoph Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel (1721–1792), preußischer Generalfeldmarschall Pascal Joseph von Ferro (1753–1809), österreichischer Arzt Johann Baptist Fischer (1755–1801), deutscher Jurist und Politiker, Bürgermeister von Ingolstadt Johann Friedrich Flatt (1759–1821), evangelischer Theologe und Philosoph Carl Chassot de Florencourt (1756–1790), Mathematiker und Bergrat Mathias von Flurl (1756–1823), Pionier der Geologie und Mineralogie in Bayern Peter Anton von Frank (1746–1818), Rechtswissenschaftler, Historiker und Hochschullehrer Joseph Maria von Fraunberg (1768–1842), Bischof von Augsburg und Erzbischof von Bamberg Friedrich V. (1748–1820), Landgraf von Hessen-Homburg Ludwig Fronhofer (1746–1800), Pädagoge und Schriftsteller
G Caspar Siegfried Gähler (1747–1825), Verwaltungsjurist und Bürgermeister von Altona Franz Xaver Geiger (1749–1841), Schriftsteller und römisch-katholischer Geistlicher Otto Heinrich von Gemmingen-Hornberg (1755–1836), Diplomat Johann Friedrich Gildemeister (1750–1812), Rechtswissenschaftler Christoph Girtanner (1760–1800), Schweizer Arzt, Chemiker und historisch-politischer Schriftsteller Ernst August Anton von Göchhausen (1740–1824), Schriftsteller Leopold Friedrich Günther von Goeckingk (1748–1828), deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), Dichter, Dramatiker, Naturforscher und Politiker Joseph Franz von Goez (1754–1815), österreichischer Maler Georg Friedrich Götz (1750–1813), Entomologe Tadeusz Grabianka (1740–1807), polnischer Alchemist Ernst Christoph Grattenauer (1744–1815), Buchhändler und Verleger Christoph Anton Gröninger (1753–1788), Jurist Peter Wilhelm Josef de Gynetti (1735–1804), Mediziner
H Franz Xaver von Haeberl (1759–1846), Mediziner Benedikt Hacker (1769–1829), österreichischer Komponist und Musikverleger Johann Casimir Häffelin (1737–1827), Diplomat und Kardinal Gerhard Anton von Halem (1752–1819), Schriftsteller, Jurist und Verwaltungsbeamter Jan Alois Hanke (1751–1806), mährischer Aufklärer, Historiker, Schriftsteller und Humanist Karl August von Hardenberg (1750–1822), preußischer Staatsmann und Reformer Lorenz Leopold Haschka (1749–1827), österreichischer Lyriker Johann Matthäus Hassencamp (1743–1797), Theologe, Orientalist und Mathematiker Hugo Franz Graf von Hatzfeld-Wildenburg (1755–1833), Diplomat und Komponist Gottfried Konrad Hecht (1752–1816), Beamter und Botaniker Christian Georg von Helmolt (1728–1805), Beamter Ludwig von Helmolt (1769–1847), preußischer Landrat Johann Wilhelm Hemeling (1758–1817), Bibliothekar, Lehrer und Taubstummenlehrer Johann Gottfried Herder (1744–1803), Schriftsteller, Übersetzer, Theologe und Philosoph Carl Wilhelm Hilchenbach (1749–1816), Theologe Aloys Friedrich Wilhelm von Hillesheim (1756–1818), Ökonom und Publizist Johann Daniel Hoffmann (1743–1814), Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer Leopold Alois Hoffmann (1760–1806), österreichischer Publizist und Dramatiker Caspar Friedrich von Hofmann (1740–1814), Prokurator am Reichskammergericht Andreas Joseph Hofmann (1752–1849), Philosoph und Revolutionär Johann Konrad Achaz Holscher (1755–1840), lutherischer Theologe Carl Alexander Holtzmann (1759–1820), Kaufmann, Bürgermeister und Administrationsrat Johann Wilhelm von Hompesch zu Bolheim (1761–1809), bayrischer Finanzminister August Ludwig Hoppenstedt (1763–1830), lutherischer Theologe Johann Baptist Horix (1730–1792), deutscher Jurist, Staatsrechtslehrer und Staatsbeamter