Der Schlamm-Ehrenpreis (Veronica anagalloides) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Ehrenpreis (Veronica) in der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae).

mini|links|Blütenstand mini|links|Frucht, rechts vordere Kelchblätter entfernt

Beschreibung

Vegetative Merkmale Die Pflanze ist 5–40 cm groß. Der Stängel der Pflanze ist aufrecht, oben 4-kantig, meist markig und reich verzweigt. Die Blätter sind lanzettlich, 20–60 mm lang und 4–15 mm breit. Sie sitzen oft 3–4 quirlig und sind ganzrandig bis gesägt.

Generative Merkmale Die Blüten stehen in dichten Trauben. Die Blüten sind weiß mit violetter Aderung. Die Kelchblätter sind lanzettlich. Die Blütenstiele sind fein drüsenhaarig. Die Frucht ist länglich elliptisch.

Die Chromosomenzahl ist 2n = 18.

Ökologie und Phänologie Beim Schlamm-Ehrenpreis handelt es sich um eine einjährige Pflanze, welche vorzugsweise in gemäßigten Klima wächst. Er wächst auf nassen Böden und zeitweilig überfluteten, schlammigen Ufern und Gräben. Zudem ist die Pflanze nährstoffanspruchsvoll und kalkmeidend. Sie ist vergesellschaftet im Isoeto-Nanojuncetea, Bidention tripartitae.

Vorkommen Der Schlamm-Ehrenpreis hat sein natürliches Verbreitungsgebiet in Europa, Sibirien, China, im nördlichen Afrika und auf der arabischen Halbinsel. In Europa fehlt er nur in den Ländern Portugal, Großbritannien, Irland, Island, Belgien, Schweiz, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und im Baltikum. In den Niederlanden kommt er eingeschleppt vor. In Mitteleuropa kommt er in Österreich, der Schweiz und in Deutschland in Sachsen-Anhalt und im Gebiet von Donau und Altmühl vor. In der Schweiz ist die Art vom Aussterben bedroht.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4+w+ (nass aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).

Taxonomie und Systematik Der Schlamm-Ehrenpreis wurde 1826 von Giovanni Gussone in Plantae Rariores... Seite 5 Tafel 3 als Veronica anagalloides erstbeschrieben.

Man kann 2 Unterarten unterscheiden: Veronica anagalloides subsp. anagalloides Veronica anagalloides subsp. taeckholmiorum : Sie kommt nur in Ägypten vor. Die Unterart ist benannt nach dem Botaniker-Ehepaar Gunnar Täckholm (1891–1933) und Vivi Laurent-Täckholm (1898–1978), die beide die Flora Ägyptens erforschten.

Einzelnachweise

Michael Koltzenburg: Veronica. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 673.

Weblinks

https://www.infoflora.ch/de/flora/veronica-anagalloides.html https://www.worldfloraonline.org/taxon/wfo-0000419798;jsessionid=88D9AB6F7D3BC60587DE207367C051BF https://ww2.bgbm.org/EuroPlusMed/PTaxonDetail.asp?NameId=34184&PTRefFk=7200000

Kategorie:Ehrenpreis