Das Evangelisch-Lutherische Dekanat Kleinlangheim (bis 1809 Distrikt Kleinlangheim) ist ein ehemaliges Dekanat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern bzw. ihrer Vorgängerorganisationen. Der kirchliche Amtsbezirk bestand vom 9. Juli 1807 bis zur Verlegung nach Kitzingen am 25. September 1893.
Geschichte Der evangelisch-lutherischen Kirche blieb eine selbstständige Organisation auf dem Gebiet des Hochstifts Würzburg versagt. Erst nach der Auflösung des geistlichen Herrschaftsgebietes im Zuge der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts richtete man Konsistorien unter Kontrolle der staatlichen Verwaltung ein, die wiederum in Distrikte gegliedert wurden. Im Januar 1806 wurde das Generalkonsistorium in Bamberg eingerichtet. Mit dem Übergang an Bayern wurden sogenannte Generaldekanate eingerichtet, denen Dekanate zugeordnet wurden.
Der Distrikt Kleinlangheim bestand im Jahr 1809 aus insgesamt sieben Pfarreien, darunter die mitgliederstärkste Pfarrei Kitzingen. Die Pfarrei Marktsteft stieg im Zuge des Übergangs an Bayern zu einem eigenen Dekanat auf, der Sitz wurde 1815 nach Marktbreit verlegt. Im Jahr 1816 verlor das Dekanat Marktsteft mehrere Pfarreien, die dem neu gegründeten Dekanat Rüdenhausen zugeordnet wurden, darunter Prichsenstadt. 1817 wurden die verbliebenen Pfarreien nach Kleinlangheim eingegliedert. Am 25. September 1893 wurde der kirchliche Amtsbezirk aufgelöst, wobei die Pfarreien alle im neugeschaffenen Evangelisch-Lutherischen Dekanat Kitzingen aufgingen.Hanns Hubert Hofmann, Hermann Hemmerich: Unterfranken. Geschichte seiner Verwaltungsstrukturen seit dem Ende des Alten Reiches 1814 bis 1980. Stürtz, Würzburg 1981, . S. 389 u. 391.
Gliederung 1817 Pfarrei PfarrkircheGeokoordinateTeil des Dekanats(von–bis)Anmerkungen Albertshofen Evangelische Kirche (Albertshofen) 1807–1893 Buchbrunn St. Maria Magdalena (Buchbrunn) 1807–1893 Zusammen mit St. Laurentius, Repperndorf Erlach St. Johannes (Erlach) 1817–1893 Zusammen mit St. Andreas, Kaltensondheim Fröhstockheim St. Laurentius (Fröhstockheim) 1817–1893 Hohenfeld Evangelische Kirche (Hohenfeld) 1817–1893 Kitzingen Evangelische Stadtkirche Kitzingen Kleinlangheim St. Georg und Maria (Kleinlangheim) 1807–1893 Dekanatssitz Mainbernheim Evangelische Stadtkirche Mainbernheim 1817–1893 Mainstockheim St. Jakobus (Mainstockheim) 1807–1893 Marktbreit St. Nicolai (Marktbreit) 1817–1893 Marktsteft St. Stephan (Marktsteft) 1817–1893 zuvor Sitz des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Marktsteft Michelfeld St. Michael (Michelfeld) 1817–1893 Neuses am Berg St. Nicolai (Neuses am Berg) 1817–1893 Obernbreit St. Burkard (Obernbreit) 1817–1893 Rödelsee Evangelische Bartholomäuskirche (Rödelsee) 1817–1893 Schernau St. Andreas (Schernau) 1817–1893 Segnitz St. Martin (Segnitz) 1807–1893 Sickershausen St. Johannes (Sickershausen) 1817–1893
Literatur Hanns Hubert Hofmann, Hermann Hemmerich: Unterfranken. Geschichte seiner Verwaltungsstrukturen seit dem Ende des Alten Reiches 1814 bis 1980. Stürtz, Würzburg 1981, .
Weblinks Findbuch Inspektion Bayerisches Dekanat Kleinlangheim/Kitzingen
Einzelnachweise
Kleinlangheim Kategorie:Kleinlangheim Kategorie:Christentum im Landkreis Kitzingen Kategorie:Christentum im Landkreis Würzburg Kleinlangheim Kategorie:Aufgelöst 1893