mini|Katholische St.-Michael-Kirche in Kreyenbrück (2026) St. Michael ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrgemeinde St. Josef im Stadtteil Kreyenbrück der niedersächsischen Stadt Oldenburg. Sie steht unter dem Patrozinium des Heiligen Michael und gehört zum Bistum Münster. Das Gotteshaus ist eine Saalkirche im Stil der Moderne und bietet Platz für 450 Gläubige.
Lage und Umgebung Die Kirche befindet sich im Süden der Stadt Oldenburg im Stadtteil Kreyenbrück. Nördlich verläuft mit der Klingenbergstraße eine Hauptverkehrsstraße, östlich der Gießenweg und westlich die Straße Industriehof. Unweit des Kirchengeländes befindet sich mit dem Klingenbergplatz ein Mittelpunkt Kreyenbrücks. An der Kirche angrenzend entsteht in den 2020er Jahren auf einem ehemaligen Industriegelände ein neues Stadtteilquartier. Neben einigen Wohngebieten befinden sich in unmittelbarer Nähe das Klinikum Oldenburg sowie die evangelische St.-Johannes-Kirche (Oldenburg).
Geschichte
Entstehung der Kirche Oldenburg wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem durch die vielen Vertriebenen und Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten stark an. Weit über 40.000 Katholiken fanden in Oldenburg eine neue Heimat. Die beiden bisher vorhandenen katholischen Kirchen, St. Peter im Zentrum und Heilig Geist in Osternburg, konnten die größere Zahl der Gottesdienstteilnehmenden nicht mehr fassen.
Im Stadtteil Kreyenbrück wohnten zahlreiche der vertriebenen und geflüchteten Menschen in den 1930ern errichteten Hindenburg-Kasernen. Ein Kaplan der Heilig Geist-Kirche übernahm die seelsorgerische Betreuung und feierte mit den Katholiken ab 1946 die Gottesdienste in einem Speisesaal dieser Kasernen. Danach diente eine Baracke als Notkirche, die 1953 der St. Mariä Himmelfahrt geweiht wurde.
Ende der 1950er Jahre nahm die Bautätigkeit im Süden Oldenburgs weiter zu. Außerdem belegten die Soldaten der 1955 gegründeten Bundeswehr die Kaserne wieder. Weil die Barackenkirche zu klein wurde, wünschten sich die Kreyenbrücker Katholiken ein neues Kirchengebäude. Als Namensgeber wurde der heilige Erzengel Michael als der Schutzpatron der Bundeswehr gewählt.mini|St. Michael kurz nach der ErbauungDie vom Architekten Wilhelm Sunder-Plassmann entworfene neue Kirche wurde 1959/1960 gebaut und durch Heinrich Tenhumberg, dem späteren Bischof von Münster, am 30. September 1962 geweiht. Das Gotteshaus war in den ersten Jahrzehnten auch die Garnisonkirche für die im Stadtsüden stationierten Soldaten der Bundeswehr.
Jüngere Geschichte Das moderne Gebäude wird eingerahmt von einem freistehenden, 37 Meter hohen Glockenturm, einem Pfarrheim und einem Kindergarten, die alle weiß angestrichen sind. Im Jahr 2019 wurde das Gotteshaus grundlegend saniert.
Ab 1983 und 43 Jahre lang war St. Michael eine selbständige Pfarrei und gehört seit 2006 zusammen mit St. Ansgar (Hatten-Sandkrug) und Heilige Drei Könige (Wardenburg) zur Kirchengemeinde St. Josef (Oldenburg-Bümmerstede). Die St. Michael weist architektonische Parallelen zur katholischen Kirche in Wardenburg auf. Beide Bauwerke wurden von demselben Architekten etwa zur gleichen Zeit und unter vergleichbaren Umständen errichtet.
Zur Prävention von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen erarbeitete 2017 eine Steuerungsgruppe im Auftrag des Pfarreirates von St. Josef ein institutionelles Schutzkonzept, das alle fünf Jahre überprüft und bei Bedarf modifiziert wird.
Am 1. Januar 2024 schlossen sich die drei Oldenburger Pfarren St. Josef, St. Willehad und St. Marien sowie fünf Kirchengemeinden aus benachbarten Landkreisen zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Oldenburg-Delmenhorst“ mit Sitz in Oldenburg.
Glocken Im Turm des Gotteshauses St. Michael hängen die folgenden vier Bronzeglocken, die in Münster gegossen wurden.
Glocke 1: Schlagton: dis1, Ø 130 cm, Gießer: Monasterium, Gussjahr: 1960 Glocke 2: Schlagton: fis1, Ø 115 cm, Gießer: Monasterium, Gussjahr: 1960 Glocke 3: Schlagton: gis1, Ø 98 cm, Gießer: Monasterium, Gussjahr: 1960 Glocke 4: Schlagton: h1, Ø 83 cm, Gießer: Monasterium, Gussjahr: 1960
Orgel Eine gebraucht angeschaffte einfache Orgel (I+P/5) aus der Werkstatt Paul Sattel (Hochspeyer) wurde 1960 aufgestellt. Die Firma Orgelbau Matthias Kreienbrink (Osnabrück) baute 1975 eine größere Orgel (II+P/13) und führte 1993 eine Reinigung und Überholung durch. Diese Orgel von 1975 besitzt zwei Manuale (C–g3) und ein Pedal (C–f1). Sie hat 13 Register und mechanische Schleifladen.
Literatur Willi Baumann, Peter Sieve (Hrsg.): Die katholische Kirche im Oldenburger Land: Ein Handbuch. Plaggenborg Verlag, Vechta 1995, ISBN 3-929358-99-9. Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Wolfgang Runge: Kirchen im Oldenburger Land, Band III. Kirchenkreise Oldenburg 1 und 2. Heinz Holzberg Verlag, Oldenburg 1988, ISBN 3-87358-298-8.
Weblinks Website von St. Michael (Oldenburg) Website der Katholischen Kirche im Oldenburger Land
Einzelnachweise
Michael Kategorie:Erbaut in den 1960er Jahren Oldenburg Michael Oldenburg Oldenburg Oldenburg Oldenburg Oldenburg Oldenburg