Die Dunkelralle (Pardirallus nigricans) ist eine Vogelart aus der Familie der Rallen (Rallidae), die in Kolumbien, Ecuador, Peru, Brasilien, Paraguay und Argentinien vorkommt. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.
Merkmale Die Dunkelralle erreicht ein Körpergewicht von ca. 217 g bei einer Körperlänge von etwa 27 bis 29 cm. Sie ist etwas kleiner als die sympatrische Grauralle (Pardirallus sanguinolentus). Sie hat einen langen gelbgrünen Schnabel, rote Augen und korallrote Beine. Die dunkelbraune Oberseite, vom Oberkopf bis an den Bürzel, hat eine olivfarbene Tönung. Das Kinn und die Kehle sind weißlich. Die Seiten des Kopfes, der Vorderhals und der untere Teil sind dunkel eisengrau. Die Bauchmitte, die Schwanzunterseite und der kurze Schwanz sind schwarz. Jungtiere sind ähnlich wie ausgewachsene Tiere, jedoch brauner, insbesondere im hinteren Bereich der Oberseite.Barry Taylor (2020)
Lautäußerungen Zu den Lautäußerungen der Dunkelralle gehören ein sehr schnelles, metallisches tii'd'dit und ein sich beschwerendes kiiiaaa, das an den Ruf eines kleinen Falken erinnert. Außerdem gehört ein schnelles wiederholtes tschtschtschi zu ihren Lauten. Gelegentlich erfolgt ein scharfes doppeltes Quietschen. Ein sehr scharfes, lautes, durchdringendes, wiederholtes wjuuiii oder whii ist eine Gesangsform, die wahrscheinlich von den Männchen abgegeben wird. Ihr Ruf ertönt oft am späten Nachmittag.
Fortpflanzung In Brasilien wurden männliche Dunkelrallen im Juli mit vergrößerten Hoden entdeckt. Das Nest besteht aus Wassergräsern. Dieses wird auf oder in Bodennähe in hohem, feuchtem Gras platziert. Ein mögliches Nest dieser Art (oder von der Grauralle) aus Rio Grande do Sul im Januar war becherförmig und wurde auf einem niedrigen Baumstumpf zwischen schweren Zweittrieben im sumpfigen Gestrüpp platziert. Ein Gelege besteht aus drei Eiern, in Gefangenschaft meist nur aus zwei. Die Bebrütung erfolgte in Gefangenschaft über achtzehn bis einundzwanzig Tagen. Beide Eltern betreuen und füttern die Jungtiere. Diese verlassen bereits kurz nach dem Schlüpfen das Nest. Die flaumigen schwarzen Küken haben schwarze nackte Bereichen.
Verhalten und Ernährung Wenig ist über die Ernährung der Dunkelrallen bekannt. Sie ernährt sich vermutlich von Insekten und anderen Wirbellosen. Gelegentlich sucht sie in offenen Gebieten nach Nahrung. Sie sucht ihre Nahrung an schlammigen Ufern gemeinsam mit anderen Wasservögeln oder in kleinen, lichten Bereichen in der Sumpfvegetation. Aus einem Bericht geht hervor, dass sie sich bis 5 Meter in den Garten eines Restaurants wagte, um hier Essensreste zu stibitzen.
Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet (grün) der Dunkelralle Die Dunkelralle bevorzugt Sümpfe, von Vegetation überwucherte Wasserstraßen, überflutete Reisfelder, hohes, feuchtes Gras und sumpfige, leicht bewaldete Gebiete. Sie ist überwiegend im Tiefland unterwegs, kommt aber in den Anden in Höhenlagen von 800 bis 2200 Meter vor. Ausnahmsweise wurde sie sogar in 4080 Meter Höhe beobachtet.
Migration Das Zugverhalten der Dunkelralle ist bisher nicht erforscht. Allerdings deutet der Streuner Bericht in der Region Junín in 4080 Metern Höhe darauf hin, dass es durchaus Wanderbewegungen der Art geben könnte.
Unterarten Es sind folgende Unterarten bekannt:World bird list Finfoots, flufftails, rails, trumpeters, cranes, Limpkin Pardirallus nigricans caucae (, 1949)Henry Boardman Conover (1949), S. 173 kommt im südwestlichen Kolumbien vor. Sie ist größer als die Nominatform, hat eine blassere Unterseite, besonders auffällig im Bereich der Kloake und hat meist einen größeren und weißeren Kehlfleck. Pardirallus nigricans nigricans (, 1819)Louis Pierre Vieillot (1819), S. 560 ist im östlichen Ecuador und Peru über das östliche Brasilien, Paraguay und das nordöstliche Argentinien verbreitet.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung der Dunkelralle erfolgte 1819 durch Louis Pierre Vieillot unter dem wissenschaftlichen Namen Rallus nigricans. Das Typusexemplar stammte aus Paraguay, wobei Vieillot sich auf Ypacahá del obscuroFélix de Azara (1805), S. 219–220. von Félix de Azara bezog. 1856 führte Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte die für die Wissenschaft neue Gattung Pardirallus ein.Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1856), S. 599.Bonaparte ordnete der Gattung der Fleckenralle (Pardirallus maculatus (, 1783)) zu. Der Begriff leitet sich von und vermutlich dem Französischen Rasle, Râle für die Ralle ab.Pardirallus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname nigricans hat seinen Ursprung in .nigricans The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Caucae bezieht sich auf das Tal des Río Cauca. Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keine Bälge zur Verfügung. Fast alle seine genannten Quellen bezogen sich auf Azara, mit Ausnahme zweier von William Foster (1873–1915) bei SapucaiCharles Chubb (1910), S. 65. gesammelten Exemplare.Alfred Laubmann (1939), S. 106. Gallinula caesia , 1825Johann Baptist von Spix (1825), S. 73, Tafel 95., Rallus nigricans humilis & , 1902Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch u. a. (1902), S. 48. und Pardirallus nigricans macropus , 1926Jan Sztolcman (1926), S. 117. werden als Synonyme zur Nominatform betrachtet. Humilis leitet sich von abhumilis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, caesia von caesia The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling und macropus von und .macropus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling
Literatur
Weblinks
Factsheet auf BirdLife International
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Rallenvögel