Die Hochwart ist ein hoher Berg in der Hochschwabgruppe im österreichischen Bundesland Steiermark.
Lage und Umgebung Die Hochwart liegt in jenem welligen Plateau, das den höchstgelegenen Teil der Hochschwabgruppe bildet. Nach dem 2,4 km ostnordöstlich gelegenen Hochschwab, dem direkt südöstlich angrenzenden Zagelkogel und dem G’hacktkogel ist sie der vierthöchste Gipfel der Gebirgsgruppe. Durch ihre Lage inmitten des Plateaus wirkt sie jedoch wenig markant und verfügt, anders als viele Berge der Umgebung, über keine spektakulären Felswände. Nach Norden fällt die Hochwart über stark verkarstetes, unzugängliches Gelände zu den Bergen südlich der Salza ab, ebenso schroff ist die Südseite des Gipfels. Westlich bzw. südwestlich unterhalb des Gipfels liegen Wiesenflächen namens Großer bzw. Kleiner Speikboden, letzterer verbindet die Hochwart über einen flachen Sattel mit dem niedrigeren Karlstein. An der Südseite bildet das Rauchtal die Grenze zwischen Hochwart und Stangenwand, den oberen Abschluss des Rauchtals bildet der Rauchsattel zwischen Hochwart und Zagelkogel im Osten.
Etymologie Der Name des Berges dürfte nichts mit einer Warte oder einem grammatikalisch maskulinen Wart (im Sinne von Wärter) zu tun haben. Schon 1860 wird der Berg in einer Publikation als „die Hochwart“ bezeichnet, in älteren Karten findet sich auch die Schreibweise „Hochwoad“, die auf die Bedeutung „Hochweide“ verweist.
Geologie und Geomorphologie Die Hochschwabgruppe gehört zu den Nördlichen Kalkalpen, innerhalb von deren Ostteil (in der s.g. Mürzalpendecke, Teil des Juvavikums) die sogenannte „Pfaffingalm-Hochschwab-Schuppe“ das zentrale und tektonisch tiefste Bauelement darstellt. Sie umfasst das Kaiserschild-Massiv im Westen und setzt sich danach über das Gebiet nördlich und südlich des Leopoldsteiner See und über das ausgedehnte Karstplateau um die Sonnschienalm sowie über den Vorderen und Hinteren Polster in den Hauptkamm der Hochschwab-Gruppe fort. Das dominante Gestein sind verschiedene Fazies des Wettersteinkalks. Riff-Fazies des Wettersteinkalks bildet auch den Gipfel der Hochwart, die kahle Nordseite des Berges weist komplexe Karstformationen auf. An seiner Südseite, unter anderem im Bereich des Rauchsattels, treten hingegen Wetterstein-Dolomit und Dachsteinkalk zutage. Plateaus wie jenes rund um die Hochwart sind für das Hochschwabgebiet typisch, es handelt sich dabei um sogenannte „Altflächen,“ die bei der Entstehung der Alpen im Miozän emporgehoben wurden. Sie sind nur gering glazial überformt und weisen in sich meist ein gewelltes Relief auf, an ihren Rändern brechen sie zu den umgebenden Tälern hin jedoch in schroffen Steilwänden ab.
Im Rauchtal zwischen Hochwartgipfel und Zagelkogel liegt der Steinbockschacht, der mit 1127 Metern als tiefste (Stand 2023) bekannte Höhle der Steiermark gilt.
Wege Der Nord-Süd-Weitwanderweg 05 sowie der Nordalpenweg 01 und damit auch die Europäischen Fernwanderwege E6 und E4 führen über den Rauchsattel und den Großen Speikboden und somit südlich unter dem Gipfel der Hochwart vorbei. Von diesem Weg aus kann der nur knapp 100 Höhenmeter darüber gelegene Gipfel (bei Vermeidung der schroffen Südseite) weglos erreicht werden, er bietet einen bemerkenswerten Ausblick über das Salzatal und die Ybbstaler Alpen. Ein unmarkierter Steig, der von Süden (Trawiestal) durch das Rauchtal auf das Hochschwab-Plateau führt, ist für Wanderer unangenehm steil und schottrig, hingegen bei Skitourengehern beliebt.
Literatur und Karten
Hochschwabgruppe. Alpenvereinskarte 1:50.000, Blatt 18, Zusammendruck der amtlichen Karte ÖK50 vom Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, ISBN 978-3-937530628.
Weblinks
Basiskarte GIS-Steiermark
Einzelnachweise
Kategorie:Berg in den Alpen Kategorie:Berg in Europa Kategorie:Hochschwab Kategorie:Orographie des Einzugsgebiets Salza (Enns) Kategorie:Thörl Kategorie:Geographie (Mariazell)