mini|Meir Mazuz (2009)
Meir Nissim Mazuz (, auch: Nééman, , geb. 27. März 1945 in Tunis; gest. 19. April 2025) war ein sephardisch-tunesischer ultraorthodoxer (Charedi)-Rabbiner, Rosch Jeschiwa, führender Posek und politischer Führer in Israel. Mazuz war Dekan der Jeschiwa Kisse Rahamim (ישיבת כסא רחמים) in Bnei Brak. Er war spiritueller Leiter der Partei Yachad (יַחַד) und Oberrabbiner (mara d’atra - מָרָא דְּאַתְרָא) der tunesischen Juden.
Leben Mazuz wurde am 27. März 1945 in Tunis, im damaligen Protectorat français de Tunisie (الحماية الفرنسية في تونس, al-Ḥimāya al-Fransīya fī Tūnis?), als Sohn des bekannten Gelehrten und Weisen Rabbi Matsliah Mazuz (מצליח מאזוז 1912–1971) geboren, der Richter am Obersten Gerichtshof von Tunesien und Dekan der ursprünglichen Kisse Rahamim Jeschiwa in Tunis war, die er selbst 1963 gegründet hatte. Nach der Ermordung von Matsliah durch einen arabischen Nationalisten im Jahr 1971 flohen Meir und seine Brüder Tsemah und Rahamim nach Israel, wo sie die Jeschiwa ihres Vaters in Bnei Brak wiedererrichteten.
Die Jeschiwa entwickelte sich zu einer Eliteinstitution, die neben der Ausbildung von Gelehrten auch führende Rabbiner hervorbringen wollte. Sie folgt der traditionellen, in Tunesien seit Jahrhunderten praktizierten Lernmethode. Später gründete die Jeschiwa ihren eigenen Verlag, das Rav-Matsliah-Institut (Mechon HaRav Matsliah), welches die Werke von Rabbi Matsliah Mazuz sowie anderer tunesischer Gelehrter aus Djerba und Siddur-Gebetbücher und Tikkunim nach den Bräuchen von Djerba druckt. Die Jeschiwa ist mit sieben talmudischen Tora-Schulen für sephardische Kinder im ganzen Land verbunden.Joseph Ringel: The Sephardic Rabbinate, Sephardic Yeshivot, and the Shas Educational System. (Thesis) Brandeis University, Waltham, MA 2011. proquest.com
Tod Mazuz verstarb am 19. April 2025 nach langem Kampf gegen eine Krankheit und einer Verschlechterung seines Gesundheitszustandes. Er wurde 80 Jahre alt. Tausende nahmen an seiner Beerdigung teil. Sein Bruder Tsemah folgt ihm als Dekan der Kisse Rahamim.
Ansichten Mazuz befürwortete eine für tunesische Juden traditionelle Lernmethode (die historisch gesehen jedoch in den meisten sephardischen Gemeinden verbreitet war und auf den einflussreichen Darkhe Ha-Talmud von Isaac ben Jacob Campantón (1360–1463) zurückgeht).
Mazuz legte großen Wert auf das Studium der hebräischen Grammatik (dikduk) und die präzise und klare Aussprache der Worte im Gebet und im Studium.Reuven Chaim Klein: Ivrit’s Place in the Dual Curriculum Model of Orthodox Jewish High Schools in North America. 9. November 2021. files.eric.ed.gov S. 99. Er selbst pflegte auch im Alltag eine sehr traditionelle Aussprache.Tzvi Yaakovson: Rav Meir Mazuz. Yated Ne’eman. vol. 37, is. 17. 25. April 2025: S. 32–36. Ein Teil des von ihm gelehrten „tunesischen Ansatzes“ („Tunisian approach“) besteht darin, den Zweck und die Bedeutung jedes einzelnen Wortes des zu studierenden Textes zu erfassen und zu verstehen.
Mazuz war stark homophob und machte Homosexualität für COVID-19 („Strafe Gottes“) und die Meron-Katastrophe verantwortlich. Wogegen arabische Länder immun sind, da sie Pride-Paraden verbieten. Mazuz war auch extrem arabophob und äußerte sich 2023 unterstützend für Baruch Goldstein, den jüdischen Arzt, der 1994 in Hebron 29 palästinensische Gläubige ermordete. Er erklärte, der Massenmord habe eine Katastrophe verhindert, weil „die Araber Äxte, Gewehre und Messer unter ihre Gebetsteppiche gelegt hatten, was dank dieses Juden abgewendet wurde.“ („the Arabs put axes, guns and knives under their prayer rugs. There was a big danger. The danger was averted thanks to that Jew.“)
Werke (Auswahl) Kommentar zu R. Jehuda ha-Levis piyyut Mi Kamocha Shut Bayit Ne’eman (3 vols.), responsa Bayit Ne’eman. Kommentare zu den Büchern Genesis, Exodus und Leviticus, mit Anmerkungen zum Targum Onkelos und der Cantillation Shut Makor Ne’eman, responsa Arim Nissi, Sammlung von Hiddushim (Ideen-Sammlungen) zu Traktaten die in Kisse Rahamim studiert wurden Lo Tashich, Hiddushim zum fünften Kapitel des Bava Metzia, Ezehu Neshech Sammlung von Hiddushim zum Traktat Qidduschin. In: Et haz-Zamir, 5783 Le-Ukme Girsa, Anmerkungen zur Gebetsordnung. Le-Ukme Girsa, Glossen zum Targum Onkelos Sho’el Umeshiv, Responsa zum Vergfassen von responsa, In: Ohr Torah, dem Journal der Kisse Rahamim Biographische Artikel zu Tunesischen Jüdischen Weisen Kisse Ham-Melech, Anmerkungen zum Rambam, mit Kommentar zum Mussar Epistle Solet Nekiyya, Gesetze des Jüdischer Kalender.
Eine wöchentliche Publikation Bayit Ne’eman veröffentlichte seine Vorlesungen.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Rabbiner Kategorie:Israeli Kategorie:Geboren 1945 Kategorie:Gestorben 2025 Kategorie:Mann