Karl Hamann (* 8. September 1906 in Itzehoe; † 23. Dezember 1994 in Leonberg) war ein deutscher Chemiker und Universitätsprofessor.
Leben und Wirken Hamann, geboren in Holstein, studierte Chemie in Bonn und Hamburg und wurde zum Dr. rer. nat. promoviert. Er ging zunächst einer Tätigkeit in der chemischen Industrie nach und arbeitete bei Bayer in Uerdingen, wo er zuletzt das zentrale Forschungslabor leitete. 1953 folgte er einem Ruf auf eine ordentliche Professur für Technische Chemie an die Technische Hochschule Stuttgart (seit 1967 Universität Stuttgart). Zusätzlich zum Lehrstuhl für Technische Chemie und der Leitung des Instituts für Technische Chemie war er dort auch Direktor des Stuttgarter Forschungsinstituts für Pigmente und Lacke e. V. (FPL) inne.
Er forschte auf dem Gebiet der makromolekularen Chemie, des Korrosionsschutzes und der Beschichtung. In Stuttgart führte er Polymerchemie als unabhängige Disziplin an der Fakultät für Chemie ein.
Hamann hatte zahlreiche Schüler und war Autor vieler Veröffentlichungen. Er war zudem einer der ersten wissenschaftlichen Herausgeber der Fachzeitschrift Progress in Organic Coatings. und Mitherausgeber der bei Ullmann erschienenen Enzyklopädie der Technischen Chemie. 1977 wurde er emeritiert.
Karl Hamann war Rotarier. Er starb in seinem Wohnort Leonberg in Württemberg.
Schriften (Auswahl) mit D. Wapler: Vergleichende Untersuchungen über die Bestimmung der Härte von Anstrichen. In: Arbeiten über die Bestimmung des Gebrauchswertes von Lackfilmen durch physikalische Prüfungen. Forschungsberichte des Wirtschafts- und Verkehrsministeriums Nordrhein-Westfalen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 1955, mit G. Fuchslocher und W. Funke: Über die Messung der Wärmeleitfähigkeit von pigmentierten und nichtpigmentierten Anstrichen und ihre Bedeutung. In: Arbeiten über die Bestimmung des Gebrauchswertes von Lackfilmen durch physikalische Prüfungen. Forschungsberichte des Wirtschafts- und Verkehrsministeriums Nordrhein-Westfalen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 1955. Die Chemie der Kunststoffe (= Sammlung Göschen. Band 1173/1173a). De Gruyter, 1960, mit V. A. Hilt und J. Trivedi: Über den Reaktionsmechanismus bei der Reaktion von Phthalsäureanhydrid mit Glykolcarbonat. Synthese von Polyestern aus Dicarbonsäureanhydriden und Epoxiden oder cyclischen Carbonaten von Diolen, 2. Mitteilung. In: Die Makromolekulare Chemie. Macromolecular Chemistry and Physics. Jg. 1965, Bd. 89, Heft 1, S. 177–198. mit K. P. Krenkler und R. Laible: Polyreaktionen an Pigmentoberflächen. VII. Mitteilung: Reaktionen von Polymeren mit endständigen Chlorsilangruppen an Siliciumdioxidoberflächen. In: Die Angewandte Makromolekulare Chemie. Applied Macromolecular Chemistry and Physics. Jg. 1976, Bd. 53, Heft 1, S. 101–123,
Literatur Hamann, Karl. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 447.
Einzelnachweise
Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1906 Kategorie:Gestorben 1994 Kategorie:Mann Kategorie:Hochschullehrer (Universität Stuttgart)