Der Flugplatz Rethymno ( Aerodromio Pigis) war ein Militärflugplatz östlich von Rethymno auf der griechischen Insel Kreta. Der Flugplatz war eines von vier Angriffszielen der Wehrmacht bei der Schlacht um Kreta. Heute sind keine Überreste des Flugplatzes mehr vorhanden.

Der Flugplatz lag 8 km östlich von Rethymno, etwa 250 m von der Küste entfernt.ww2.dk (en) Henry deZeng IV, Luftwaffe Airfields 1935-45, S. 56. Die Briten hatten ihn im November 1940 zur Verteidigung der Insel gegen einen Angriff der Achsenmächte anzulegen begonnen und er konnte im März 1941 abgenommen werden.rethemnosnews.gr (el) vom 16. Mai 2016 (zuletzt abgerufen am 25. April 2025) Die Bewohner der nahe gelegenen Adele und Pigi arbeiteten gegen Bezahlung an den Bauarbeiten mit. Er war 960 m lang und 120 m breit.

Der Flugplatz war kein wesentlicher Luftstützpunkt und daher gab es keine FlugabwehreinrichtungenHeinz A. Richter: Operation Merkur. Die Eroberung der Insel Kreta im Mai 1941, Rutzen-Verlag, Mainz 2011, S. 94. oder andere Infrastruktur. Britischen Geheiminformationen zufolge war der Flugplatz Rethymno im Februar 1941 noch im Bau, während die Landebahn nur für Kampfflugzeuge geeignet war.Heinz A. Richter: Operation Merkur. Die Eroberung der Insel Kreta im Mai 1941, Rutzen-Verlag, Mainz 2011, S. 76.

Seine Nordseite grenzte an die alte Nationalstraße, wo sie bis heute unverändert geblieben ist. Am westlichen Ende des Flugplatzes befand sich eine kleine Funkstation der Royal Air Force.Dimitris Skartsilakis: The Battle of Crete. The Occupation and the Resistance in Crete and the airfields of Crete in World War II, Center of Cretan Literature, Kreta 2021, S. 215–222.

Während der Schlacht um Kreta war der Flugplatz eines der vier Angriffsziele neben Maleme, Chania und Iraklio.Heinz A. Richter: Operation Merkur. Die Eroberung der Insel Kreta im Mai 1941, Rutzen-Verlag, Mainz 2011, S. 84–85. Die Verteidigung war zwei australischen (2/11th und 2/1st) und einem griechischen Bataillon übertragen worden.Denis Richards: Royal Air Force 1939–1945: The Fight at Odds, HMSO, London 1974, S. 324–325.

Zu diesem Zweck besetzten sie zwei defensive Positionen auf den Höhen östlich des Flugplatzes, d. h. auf dem Hügel Kefala bzw. Hill A, wie ihn die Australier nannten, sowie auf den Höhen südlich der Landebahn auf Hill B.

Nach vorheriger Bombardierung landeten deutsche Fallschirmjäger am 20. Mai 1941 in den Nachmittagsstunden verstreut über den Landezonen von Rethymno.Heinz A. Richter: Operation Merkur. Die Eroberung der Insel Kreta im Mai 1941, Rutzen-Verlag, Mainz 2011, S. 129. Die Briten waren aufgrund von Ultra über die deutschen Angriffspläne detailliert informiert. Aufgrund von Staubproblemen an den Flughäfen in Festlandgriechenland waren die Transportflugzeuge mit mehreren Stunden Verspätung gestartet, was den Überraschungsmoment entfallen ließ, da am selben Tag zuvor bereits Fallschirmjäger bei Maleme gelandet waren.Heinz A. Richter: Operation Merkur. Die Eroberung der Insel Kreta im Mai 1941, Rutzen-Verlag, Mainz 2011, S. 104–105, 129 Obwohl die Fallschirmjäger keine personelle Unterstützung mehr erhielten und keinen Kontakt nach Athen halten konnten, konnte keine der beiden Seiten in den folgenden Tagen die Überhand in zahlreichen Gefechten erringen.Heinz A. Richter: Operation Merkur. Die Eroberung der Insel Kreta im Mai 1941, Rutzen-Verlag, Mainz 2011, S. 129–132, 149, 178, 187, 193–194, 202, 212, 219. Die entscheidenden Kämpfe um den Sieg waren im Westen Kretas ausgetragen worden. Nachdem der Flugplatz Maleme eingenommen worden war, verschob sich die Lage allmählich zugunsten der Wehrmacht. Über jenen Flugplatz wurden Truppen und Nachschub eingeflogen. In den Mittagsstunden des 29. Mai erreichten erstmals Soldaten aus dem Westen den Gefechtsschauplatz bei Rethymno.Franz Kurowski: Der Kampf um Kreta, Pawlak, Herrsching 1985, S. 223–224. Die australischen Truppen ergaben sich den Deutschen am 30. Mai 1941 und so eroberten sie den Flugplatz.Callum MacDonald: The Lost Battle: Crete 1941, Macmillan, London 1995, S. 189.

Die Deutschen nutzten sodann den Flugplatz für Transportflüge.explore.cure-project.gr (el) (zuletzt abgerufen am 25. April 2025)

Im Oktober 1944 zerstörten die Deutschen bei ihrem Abzug den Flugplatz und sprengten seine Verteidigungsanlagen. Nach 1945 wurde ein Teil des Flugplatzes landwirtschaftlich genutzt und in den 1960er Jahren wurde ein Teil der Start- und Landebahn von Kleinflugzeugen für Sprühflüge genutzt. Heute ist außer einigen wenigen bewirtschafteten Teilen nichts mehr zu sehen.

Literatur

Einzelnachweise

Rhetymno Rethymno Kategorie:Verkehrsbauwerk auf Kreta Kategorie:Erbaut 1941 Kategorie:Rethymno