Weapons – Die Stunde des Verschwindens (Originaltitel: Weapons, deutsch: „Waffen“) ist ein US-amerikanischer Horrorfilm von Regisseur Zach Cregger, der auch das Drehbuch verfasste und Teile der Filmmusik komponierte. Der Film, der vom geheimnisvollen Verschwinden von Schulkindern eines Nachts handelt, kam am 7. August 2025 in die deutschen und am darauffolgenden Tag in die US-amerikanischen Kinos. Die Hauptrollen des in sechs POV-Kapiteln erzählten Werks übernahmen Julia Garner, Josh Brolin, Alden Ehrenreich, Austin Abrams, Benedict Wong und Cary Christopher. Die Nebendarstellerin Amy Madigan wurde für ihre Darbietung als Hexe Gladys mit dem Oscar ausgezeichnet.

Handlung Die Handlung wird nichtlinear erzählt. Der Film folgt in sechs Kapiteln jeweils einer anderen Figur und deren Perspektive auf das Geschehen.

In der Kleinstadt Maybrook, Pennsylvania verschwinden eines Nachts 17 Schulkinder aus ihren Elternhäusern. Auf Überwachungsvideos ist zu sehen, wie sie scheinbar ohne Fremdeinwirkung in die Dunkelheit rennen und spurlos verschwinden. Da es sich bei allen Kindern um Schüler der dritten Klasse von Justine Gandy handelt, rückt die Lehrerin schnell in den Fokus der Ermittlungen. Doch weder ihre Vernehmung noch die Befragung von Alex Lilly, des einzigen Schülers aus Justines Klasse, der nicht verschwunden ist, bringen die erhofften Antworten. So sieht sich Justine aufgrund erfolgloser Polizeiermittlungen zunehmend dem Zorn der Eltern ausgesetzt, die sie für die Vorfälle mitverantwortlich machen.

Justine wird vom Schulleiter Marcus Miller vorübergehend beurlaubt und verfällt zunehmend dem Alkoholismus. Um sich von den haltlosen Vorwürfen zu entlasten, beginnt Justine mit ihren eigenen Ermittlungen und möchte zunächst mit Alex sprechen. Sie folgt dem Jungen zu seinem Elternhaus und entdeckt dort, dass alle Fenster mit Zeitungen zugeklebt sind und Alex’ Eltern regungslos im Wohnzimmer sitzen. Um Antworten zu bekommen, wartet Justine vor dem Haus, schläft dabei allerdings ein, woraufhin Alex’ Mutter ihr unbemerkt eine Haarsträhne abschneidet.

Auch Archer Graff, der Vater eines der vermissten Kinder, macht sich selbst auf die Suche nach Antworten, da er fest von Justines Schuld überzeugt ist. Er besorgt sich die Überwachungsvideos anderer Eltern und rekonstruiert so, dass alle Kinder in jener Nacht in dieselbe Richtung gelaufen sind: zum Haus von Alex. In dieses bricht eines Tages der Obdachlose James ein, wo er Wertgegenstände sucht, um sie später zu verkaufen. Stattdessen findet er Alex’ Eltern regungslos vor und entdeckt im Keller des Hauses die 17 vermissten Kinder. Mit der Aussicht auf eine hohe Belohnung kontaktiert James die Polizei, woraufhin der ungläubige Officer Paul Morgan mit ihm zu besagter Szenerie fährt.

Schließlich wird enthüllt, dass eine Hexe vor einiger Zeit in Alex’ Haus eingezogen ist: Sie gibt sich als Tante Gladys aus, die sich von einer schweren Krankheit erholen müsse. Bereits kurz nach ihrer Ankunft verzaubert Gladys die Eltern von Alex und versetzt sie in Trance, um ihnen ihre Energie zu entziehen und sich so selbst zu verjüngen. Sie droht Alex, seine Eltern zu töten, sollte er jemandem etwas von ihr erzählen, und nötigt ihn, sich um die Versorgung seiner Eltern zu kümmern. Als Gladys erkennt, dass Alex’ Eltern allein nicht für ihre Verjüngung ausreichen, trägt sie dem Jungen auf, persönliche Gegenstände seiner Klassenkameraden zu stehlen, um die Kinder mit einem Ritual ins Haus zu locken.

Da Justine das Geheimnis zu lüften droht, verhext Gladys den Schulleiter Marcus: Mit einem Ritual setzt sie Marcus auf die Lehrerin an. Justine kann ihrem Angreifer knapp entkommen und Archer wird Zeuge, wie der besessene Marcus von einem Auto überfahren wird. Nun akzeptiert er die Unschuld von Justine und gemeinsam machen sie sich auf den Weg zu Alex’ Elternhaus. Vor Ort treffen beide auf Paul und James, die in Trance auf sie losgehen. Justine schaffte es, die Angreifer mit Pauls Waffe zu erschießen, während Archer auf der Suche nach seinem Sohn im Keller die vermissten Kinder entdeckt. Alex kann unterdessen seinen verhexten Eltern entkommen und wiederholt Gladys’ Zauber mit einer Haarsträhne aus ihrer Perücke: Er hetzt seine Klassenkameraden auf Gladys, woraufhin diese die Hexe aus dem Haus jagen und zerreißen. Mit Gladys’ Tod endet der Spuk, wobei alle ihre Opfer bis auf Archer in einem katatonischen Zustand bleiben. Während Archer seinen Sohn nach Hause trägt, erklärt die Erzählerin, dass Alex aus der Stadt weggezogen ist, um bei einer tatsächlichen Tante zu leben während seine Eltern in eine Anstalt eingewiesen wurden; die übrigen Kinder wurden alle mit ihren Eltern wiedervereint, und einige begannen schließlich wieder zu sprechen.

Themen und Motive Nach Eigenaussage von Regisseur Zach Cregger soll Weapons keine gesellschaftspolitischen Themen vorsätzlich ansprechen oder kommentieren, auch wenn er sich dahingehenden Interpretationen nicht verwehrte, sondern sie dem Publikum überließ. Er selbst verarbeitete mit dem Film die Trauer über den Tod seines besten Freundes Trevor Moore und nutze Gladys als Allegorie für seine eigene langjährige Alkoholkrankheit und den durch Leberzirrhose bedingten Tod seines Vaters. Den Alkoholismus stellte er dabei wie ein fremdes Wesen dar, „das in dein Zuhause kommt, deine Eltern verändert und dich mit neuen Verhaltensmustern konfrontiert, die du nicht verstehst und für die du nicht gerüstet bist“.

Der Titel Weapons wurde gemeinhin auf die zentrale Idee des Films zurückgeführt, Menschen als Waffen zu missbrauchen, so etwa wenn Gladys den Schulleiter Marcus Miller mittels Hexerei unter ihre Kontrolle bringt und zum Töten verleitet. Wie im Märchen Hänsel und Gretel werden dabei insbesondere Kinder zum Hexenhaus gelockt, wodurch Weapons für Richard Newby vom Hollywood Reporter die Frage aufwirft, durch wen oder was Jugendliche heutzutage beeinflusst werden. Die Hexerei im Film kann für ihn so als Metapher für das Internet verstanden werden, wo Personen wie Andrew Tate, Jordan Peterson oder Ben Shapiro junge Menschen mit ihren Lehren von Misogynie, Rassismus, Gier und Eigennutz zu Waffen ausbilden, die der Gesellschaft schaden sollen. Einer anderen Interpretation zufolge steht Gladys für die Ausbeutung der Jugend durch eine ältere Generation, um ihre eigene Macht zu erhalten: Genauso wie sich die Kinder am Ende gegen diese Schreckensherrschaft stellen, wendet sich eine junge Generation auch in der Realität zunehmend gegen schädliche Systeme und Gesetze, die bei ihnen Traumata auslösen.

Die Bedeutung der Uhrzeit 2:17 Uhr stieß auf verschiedenen Interpretationen, auch wenn Cregger selbst nur von einer Anspielung auf Stephen Kings Roman Shining sprach, in dem Danny Torrance im Raum 217 einen Geist sieht. Unter anderem wurde so ein biblischer Bezug zum Vers 2:17 des Matthäusevangeliums hergestellt, in dem der Kindermord in Bethlehem und die anschließende Trauer der Eltern thematisiert wird. Andernorts wurde mehrfach eine Metapher für Waffengewalt gesehen, da die Zahl unter anderem in einem Traum auf einem Sturmgewehr zu sehen ist. Im Jahr 2022 stimmten so 217 Abgeordnete des Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten für ein Verkaufsverbot von halbautomatischen Schusswaffen, scheiterten mit dem Gesetzesentwurf aber im Senat. Weapons kann dieser Interpretation zufolge auch als Allegorie für Amokläufe an Schulen gesehen werden, bei dem nur zwei Leute aus einer Klasse verbleiben – die Lehrerin Justine Gandy und der gemobbte Junge Alex Lilly – während 17 Schulkinder verschwunden sind und eine trauernde Stadt hinterlassen haben.

Produktion

Beim von Magnolia (1999) und dem Roman Der größere Teil der Welt (2012) inspirierten Horrorfilm Weapons handelt es sich um den vierten Spielfilm des US-amerikanischen Regisseurs Zach Cregger, dessen Vorgängerwerk Barbarian aus dem Jahr 2022 zu einem Überraschungserfolg wurde. Noch bevor er das Drehbuch fertiggestellt hatte, erhielt Cregger von großen Filmstudios erste Angebote für eine Kooperation. Im Bietergefecht um die Filmrechte setzte sich schließlich New Line Cinema gegen die mit Jordan Peele zusammenarbeitenden Universal Pictures, Netflix und Sony durch. Von den gebotenen 38 Millionen US-Dollar erhielt Cregger allein rund zehn Millionen für seine Tätigkeit als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent; mehr als doppelt so viel wie das gesamte Budget von Barbarian. Außerdem wurden ihm vertraglich das Recht des Final Cuts und ein gesicherter Kinostart zugesagt. Weitere Produzenten waren Roy Lee, Miri Yoon, Raphael Margules und J. D. Lifshitz.

Die Hauptrollen von Weapons wurden ursprünglich mit Pedro Pascal und Renate Reinsve besetzt. Im Zuge der Streiks der Gewerkschaften WGA und SAG-AFTRA mussten die ursprünglich für Herbst 2023 angesetzten Dreharbeiten jedoch nach hinten verschoben werden, sodass beide Schauspieler das Filmprojekt aufgrund von Terminkonflikten wieder verließen. Als neue Hauptdarsteller wurden stattdessen Josh Brolin als Familienvater Archer Graff, Julia Garner als Lehrerin Justine Gandy und Alden Ehrenreich als Polizist Paul Morgan verpflichtet. Daneben verkörpert Austin Abrams den Obdachlosen James, Benedict Wong den Schulleiter Marcus Miller, Cary Christopher den Schüler Alex Lilly und Amy Madigan dessen Tante Gladys.

Die Dreharbeiten mit Kameramann Larkin Seiple erfolgten von Mai bis Juli 2024 in Atlanta. Zu den Drehorten zählten unter anderem eine Grundschule in Tucker und eine Tankstelle in Covington. Für die Filmmusik zeichnete Regisseur Zach Cregger selbst gemeinsam mit den Brüdern Ryan und Hays Holladay verantwortlich. Ihr aus 36 Musikstücken bestehendes Album wurde am 1. August 2025 bei WaterTower Music veröffentlicht. Der Soundtrack umfasst außerdem die Songs Beware Of Darkness von George Harrison und Under the Porch von MGMT.

Erstes Bildmaterial wurde Anfang April 2025 auf der CinemaCon veröffentlicht, ehe ein Teaser am 21. April 2025 und ein Trailer acht Tage später folgten. Die Weltpremiere erfolgte am 31. Juli 2025 in Los Angeles. Ein US-amerikanischer Kinostart wurde zunächst für den 16. Januar 2026 angesetzt, ehe dieser Termin nach starken Testvorführungen auf den 8. August 2025 vorgezogen wurde. In Deutschland lief Weapons bereits einen Tag zuvor in den Kinos an.

Synchronisation Die deutschsprachige Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und unter der Dialogregie von Solveig Duda bei Interopa Film.

Rolle Darsteller Synchronsprecher Justine Gandy Julia Garner Patricia Strasburger Archer Graff Josh Brolin Klaus-Dieter Klebsch Officer Paul Morgan Alden Ehrenreich Patrick Roche James Austin Abrams Patrick Baehr Marcus Miller Benedict Wong Achim Buch Alex Lilly Cary Christopher Moritz Ost Gladys Amy Madigan Philine Peters-Arnolds Captain Ed Locke Toby Huss Frank Röth Donna Morgan June Diane Raphael Solveig Duda Gary Justin Long Julien Haggège Mr. Lilly Whitmer Thomas Ozan Ünal Mrs. Lilly Callie Schuttera Ilona Otto Terry Miller Clayton Farris Marc Oliver Schulze Erzählerin Scarlett Sher Zoe Durakovic

Rezeption Altersfreigabe In den Vereinigten Staaten erhielt Weapons von der MPA aufgrund von stark blutiger Gewalt, grausigen Bildern, der Sprache, einigen sexuellen Inhalten und des Konsums von Drogen ein R-Rating. In Deutschland vergab die FSK eine äquivalente Freigabe ab 16 Jahren. In der Begründung heißt es, der Film sei abschnittweise aus verschiedenen Perspektiven beteiligter Personen erzählt und weise typische Elemente des Horrorgenres sowie mystische und Märchenmotive auf. Düstere und skurril-humorvolle Szenen würden sich dabei abwechseln, wodurch die Distanzierung von einzelnen drastischen Gewaltdarstellungen erleichtert werde, sodass für Jugendliche ab 16 Jahren kein Risiko einer Überforderung bestehe.

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