mini|Nivi Sharma: Vortrag "Expanding access to affordable and reliable ICT Infrastructure and services" bei der Africa eCommerce Week am 12. Dezember 2018 in Nairobi Nivedita Sharma, meist Nivi Sharma genannt, geborene Nivedita Mukherjee, (* 1984) ist kenianische Expertin für Innovations-, Impact- und Scale-up-Strategien in Frontier Markets. Sie engagiert sich leidenschaftlich für Bildungsinitiativen, die die Entwicklung der Lernenden vorantreiben, aber auch den Spaß am Lernen fördern. Sie hat als Expertin für eLearning, die afrikanische Tech-Szene geprägt. Sie war eine der wichtigsten Pionierinnen des Silicon Savannah in Nairobi, ihr Schwerpunkt war dabei, Internetnutzung und eLearning hardwaremäßig und softwaremäßig möglich zu machen unter den dort schwierigen Bedingungen. Sie war zusammen mit Marie Githinji Gründerin von eLimu, dem ersten Unternehmen, das den Lehrplan der kenianischen Grundschule überarbeitet und digitalisiert hat. Sie ist eine Vordenkerin im Bereich Bildungstechnologie für Schwellenländer und hat ihre Karriere der Entwicklung einfacher und ganzheitlicher EdTech-Lösungen gewidmet.
2015 holte sie Juliana Rotich, damals CEO von BRCK, als Leiterin von BRCK Education zu BRCK.
Nivi Sharma ist heute CEO von Bridges to Prosperity, dem weltweit führenden Unternehmen für die Entwicklung ländlicher Infrastruktur, das Technologie zur Bedarfsanalyse, Folgenabschätzung und Technik einsetzt, um Investitionen in die ländliche Infrastruktur zu unterstützen. Primär geht es dabei um Brückenbau. Eine Ursache der Armut im ländlichen Raum in Afrika ist die Isolierung durch fehlende Infrastruktur. Fast eine Milliarde Menschen auf der ganzen Welt haben aufgrund eines unpassierbaren Flusses keinen sicheren Zugang zu wichtigen Ressourcen wie Gesundheitsversorgung, Bildung oder Arbeit. Mit einer einzigen Investition ist es möglich, die Lage der Menschen in mehreren Dimensionen zu verbessern.
Ausbildung Ihre Eltern stammen aus Indien und sind nach Kenia ausgewandert. Sie wuchs in Kenia auf und ist da zur Schule gegangen. Später hat sie einen Bachelor of Economics mit Auszeichnung in den USA erworben.
Berufliche Stationen Sie arbeitete 6 Jahre lang in der IT-Schulung für Erwachsene.
eLimu 2011 gründete sie eLimu World und war bis 2015 deren CEO. Die Anwendungen von eLimu peppen Bildungsinhalte mit lokal produzierten und kulturell relevanten Videos, Animationen, Liedern, Musik, Spielen und Quizfragen auf, um die Lern- und Prüfungsergebnisse zu verbessern. eLimu wurde auf kostengünstigen Tablets für Schüler in ganz Kenia mit hervorragenden Ergebnissen eingesetzt und wurde auf CNN, Al-Jazeera, BBC und The Economist vorgestellt.
BRCK 2015 wurde sie President von BRCK Education.
Das von ihr und ihrem Team entwickelte Kio Kit besteht aus 40 Kio-Tablets, einem BRCK-Router, kabelloser Tabletaufladung und einem gehärteten, wasserfesten und abschließbaren Koffer. Es bietet eine sehr einfach ganzheitliche Bildungstechnologie, die jedes Klassenzimmer in kurzer Zeit in ein digitales Klassenzimmer verwandelt. Es hat einen Akku für mehrere Stunden, mehrere Möglichkeiten für den Internetzugang und einen Speicher. Es ist so geschützt bei Stromausfällen, die in Subsahara-Afrika sehr häufig sind. Zudem ist der Router hitzebeständig.
Das Kio Kit wurde mehrfach ausgezeichnet:
Stuff Magazine: Education Gadget of the Year 2015 Sustainia Top 100 2016: Best Pan-African Initiative AfricaCom 2016 Global SME Award ITU 2016: Aegis Graham Bell Award 2016 iF International Forum Design GmbH: iF DESIGN AWARD 2017
So beeindruckend das Kio Kit auch ist, es konnte kommerziell nicht skaliert werden.
Ab 2017 war sie Managing Director bei BRCK und ab 2018 bis 2021 Chief Operations Officer (COO).
Ihre Rolle als COO verlangte von ihr, täglich das große Ganze zu sehen und sich mit den täglichen Details der Führung eines Unternehmens auseinanderzusetzen.
BRCK entwickelte sich zu einem globalen Multi-Millionen-Dollar-Unternehmen.
Nivi Sharmas Erfahrungen gaben ihr die Möglichkeit, als Expertin über den afrikanischen Technologie- und Innovationsraum neben anderen globalen Führungskräften auf TEDxStellenbosch, SXSW, EU Development Days und mehreren anderen globalen Foren zu sprechen.
Standard Chartered Bank Kenya Seit 2021 ist sie Non Executive Director bei Standard Chartered Bank Kenya. Ihre Expertise bei Innovations-, Impact- und Scale-up-Strategien sind für die Bank wichtig.
Bridges to Prosperity bzw. Fika Seit 2022 ist sie CEO bei Bridges to Prosperity. Deren Brückenbauprogramm in Ruanda expandiert in einem noch nie dagewesenen Tempo, da die Belege für die Wirkung der Infrastrukturverbesserung beweiskräftig sind und die verfügbaren Ressourcen vorhanden sind. Ruanda arbeitet immer mehr mit Uganda zusammen. Die erweiterten Führungsteams von Bridges to Prosperity setzen sich für eine Vernetzung der ländlichen Verkehrsinfrastruktur ein und suchen die Unterstützung von einflussreichen Interessensgruppen, um verbesserte Zubringerstraßen, Fußgängerwege und Hängebrücken zu bauen. Das Unternehmen ist vor allem in Ruanda, Uganda, Äthiopien und Sambia tätig. Sie haben über 500 Brücken in 21 Staaten gebaut und damit 1,8 Millionen Menschen einen Zugang zu Arbeitsplätzen, Märkten, Bildungseinrichtungen und Gesundheitseinrichtungen ermöglicht. (Stand 2024) Ihr Vorgänger hat bereits mit einem Strategieplan begonnen, die Ausrichtung des Unternehmens grundlegend zu ändern, weg vom direkten Brückenbau hin zur Ermöglichung von Brückenbau. Sharma verfolgt dieses Ziel konsequent weiter. Örtlich sind alle unterentwickelten Regionen Zielgebiete, insbesondere in Afrika und Lateinamerika. Thematisch sind alle Bereiche von Armut relevant, Hunger, Kindersterblichkeit, Bildung, Gesundheitsversorgung, Marktzugänge, Arbeitsplätze, fehlende Infrastruktur, Handelswege und deren Zusammenhänge. Sharma betont, dass weltweit rund eine Milliarde Menschen betroffen ist. Unter Sharmas Führung hat Bridges to Prosperity begonnen, KI-Modelle zu entwickeln, um Regierungen bei fundierten und unvoreingenommenen Entscheidungen über ihre Infrastrukturinvestitionen zu unterstützen. Diese Investitionen sind traditionell stark von politischen Erwägungen beeinflusst. Eine von Bridges to Prosperity in Nicaragua durchgeführte Studie zu den wirtschaftlichen Auswirkungen zeigte einen Anstieg des Haushaltseinkommens um 30 % infolge von Brücken. Interessanterweise gab es einen Mentalitätswandel der Bauern: Wenn eine Brücke immer da ist und ihnen der Zugang zu den Märkten gesichert ist, ändert sich auch die Art der Feldfrüchte, die sie anbauen. Dieser wichtige Aspekt wurde bis dahin wenig bis gar nicht beachtet. Bridges to Prosperity wurde Anfang 2026 umbenannt in Fika. Der neue Name (Swahili/Zulu für ankommen bzw. sicher ankommen) steht symbolisch für die Entwicklung von einer reinen Brückenbau-NGO hin zu einem technologiegetriebenen Systempartner für nationale Regierungen. Fika baut weiterhin auch Brücken. Wichtiger jedoch ist die Zusammenarbeit mit Regierungen, um sichere und zuverlässige Verbindungswege zu planen, zu finanzieren und zu erhalten, die Millionen von Menschen nützen, nicht nur Tausenden.
Fika hat Instrumente entwickelt, um nötige Verbindungen sichtbar und umsetzbar zu machen. Fika Digital, ihre Planungsanwendungen (darunter Fika Collect, Fika Impact Map und der Waterways Data Explorer), hilft Ländern zu erkennen, wo es an Verbindungen fehlt und wo Investitionen in den ländlichen Verkehr einen grundlegenden positiven Wandel bewirken würden. Das oberste Ziel unter Sharma ist es, dass insbesondere afrikanische Regierungen die ländliche Infrastruktur selbst finanzieren, planen und bauen. Fika fungiert dabei zunehmend als technischer Berater und Katalysator. Sharma, die einen starken Technologie-Hintergrund aus dem kenianischen Silicon Savannah mitbrachte, trieb die Digitalisierung der Organisation massiv voran.
Sonstige Tätigkeiten Sie ist weiters Mitglied der Beiräte von The Futures Project, Lumen Labs und Shilingi.
Privatleben In ihrer Freizeit organisiert sie Kulturfestivals, kocht, backt und strickt gerne, läuft Halbmarathons und spielt Fußball. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Weblinks
eLimu BRCK Standard Chartered Bank Kenya Limited Bridges to Prosperity heute Fika
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